Teil 10: (Ultra) Fast Fashion (mit Mona Meyer von FEMNET e. V.)

Shownotes

Jede Woche gelangen Millionen aussortierter Kleidungsstücke auf den Kantamanto-Markt in Accra, Ghana. Das ist der größte Second-Hand-Markt der Welt. Ein erheblicher Teil der Kleider stammt aus Ländern des Globalen Nordens und lässt sich nicht weiterverkaufen. Die Folgen tragen die Menschen vor Ort: Strände und Flüsse werden mit Kleidungsmüll verschmutzt, Mülldeponien wachsen.

Yayra Agbofah erlebt diese Auswirkungen täglich. Mit seiner NGO „The Revival“ entwickelt er deshalb Lösungen gegen die wachsenden Textilmüllberge in seiner Heimatstadt: Die Organisation betreibt Recycling und Upcycling ungewollter Stücke sowie Bildungsarbeit.

Doch wie entsteht diese Kleiderflut überhaupt? Welche Konsequenzen hat es, wenn sie weiter zunimmt? Welche Verantwortung tragen Modeunternehmen und wir als Konsument*innen dafür, die Modeindustrie sozial und ökologisch gerechter zu machen? Darüber spricht Jonas Ross mit Mona Meyer von FEMNET. Der Verein setzt am anderen Ende der Lieferkette an: Seine Mitstreiterinnen kämpfen seit vielen Jahren für die Rechte von Textilarbeiter*innen und faire Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten.

Sie möchten auch was gegen Kleidungsmüll und globale Ungerechtigkeit tun, aber wissen noch nicht genau, wie? Wir unterstützen gerne. Melden Sie sich bei uns, kostenfrei:

Kontakt: Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie | Telefon: 0800 188 7 188 | Mail: stiftungen@engagement-global.de

Informationen dazu, wie entwicklungspolitisches Engagement außerdem aussehen kann, finden Sie hier.

Diese Folge ist die vierte Folge der zweiten Staffel der Podcastreihe „Die AnStifter – Eine Welt. Viele Wege.“ Ein Podcast der Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Produziert wird der Podcast vom Studio ZX, einem Unternehmen des ZEIT Verlags.

Weiterführende Informationen:

Transkript anzeigen

00:00:06: Das sagt Jaira Akbofa.

00:00:16: Die Strände sind verschmutzt, Kinder die in den Küstengebieten rund um dem Markt leben können dort nicht mehr spielen.

00:00:22: Fischer fahren aus Meer hinaus und kommen mit Netzen zurück, in denen sich größtenteils Kleidungsstücke und Plastikmüse nehmen.

00:00:29: Er ist in der ganahischen Hauptstadt Acra geboren und schildert hier, was er an den Stränden seiner Heimat beobachtet.

00:00:37: Kleidungsmüll so weit das Auge reicht.

00:00:40: Kinder können dort nicht mehr richtig spielen.

00:00:43: Fischer holen mehr Textilien und Plastik aus dem Meer als Fische.

00:00:48: Um diesen Problem etwas entgegenzusetzen hat Akbofa die NGO The Revival gegründet.

00:00:59: Mit The Revival geben wir das enorme Problem des Textilmülls in Ghana.

00:01:05: Durch Wiederverwendung, Upcycling, Recycling und Bildungsarbeit.

00:01:11: Mit Wiederverwendung, upcycling Bildungsarbeit und Recyling kämpft the revival gegen die wachsenden Mengen an Textilmilch.

00:01:20: Dabei stammt der Großteil dieser Kleidung gar nicht aus Ghana!

00:01:27: für das der Gründer und seine MitstreiterInnen gar nicht verantwortlich sind.

00:01:33: Die Kleidung, die an unseren Stränden liegt wird nicht einmal in Ghana produziert.

00:01:39: An den Strändenden und auf den Mülltekoninen findet man Marken wie She'in oder Primark.

00:01:44: Aber keiner dieser Kleidungsstücke wird hierhergestellt Und die Unternehmen haben hier nicht einmal eigene Geschäfte.

00:01:54: Trotzdem müssen wir dem Müll entsorgen, denen wir gar nicht beursacht haben.

00:02:02: Das ist nicht gerecht.

00:02:04: Die Folgen tragen die Menschen hier und unser

00:02:06: Umwelt.".

00:02:11: Der Kleidermüll an den Stränden Akras kommt aus Ländern des globalen Nordens.

00:02:16: Ungewollte Ware wird etwa in Form von Altkleidern aus Europa exportiert.

00:02:22: In Akra gelangt ein großer Teil davon auf dem Kantamanto-Markt den größten Second-Handmarkt der Welt.

00:02:30: Rund dreißigtausend Händlerinnen versuchen dort laut Agbo Fahe Woche für Woche Millionen ausrangierter Kleidungsstücke weiter zu verkaufen, doch längst nicht alles findet eine neue Besitzerin oder einen neuen Besitzer.

00:02:52: Der Großteil der Kleidung lässt sich verkaufen aber etwa zwanzig bis dreißzig Prozent sind unverkäuflich.

00:02:58: das klingt zunächst nicht viel ist aber enorm, wenn man bedenkt, dass jede Woche etwa zehn bis dreizehn Millionen Kleidungsstücke ankommen.

00:03:16: Ein Beispiel für unverkäufliche Kleidungen sind zum Beispiel Winterjappen – wir haben in Garnen nicht einmal Winter.

00:03:27: Was sich nicht verkaufen lässt landet häufig auf Mülldeponien wird verbrannt oder gelangt in Flüsse und ins Meer.

00:03:35: Die Folgen sind verschmutzte Strände, verstopfete Abwasserkanäle, gesundheitsschädliche Gase und damit erhebliche Belastungen für Mensch und Umwelt.

00:03:48: Welche Lösungen Jaira Agbofaar und sein Team mit The Revival für die Auswirkung von Fast Fashion entwickelt haben hören wir später nochmal in dieser Folge.

00:03:57: Zunächst wollen wir einen Schritt zurückgehen.

00:04:00: Wie und wo entsteht diese Flut an Kleidung überhaupt?

00:04:04: Unter welchen Bedingungen werden die Kleidungsstücke produziert, und wie verändern sich diese wenn nach fast Fashion nun ultra-fast Fashion

00:04:14: den Markt

00:04:15: bestimmt.

00:04:16: Darum und um mehr geht es jetzt bei Die Anstifte Eine Welt viele Wege.

00:04:26: In diesem Podcast beleuchten wir weltweite Herausforderungen, erklären globale Zusammenhänge dahinter.

00:04:34: Wir sprechen dafür in jeder Folge mit Menschen, die sich für genau diese Lösung einsetzen.

00:04:40: Expertinnen, Finantrobinnen StifterInnen Engagierte und Aktivistinnen Mit Anstiftern eben.

00:04:48: Und in dieser Folge ist das Mona Meier vom Verein Femnit.

00:04:56: Ich bin Jonas Ross.

00:04:58: Das ist Folge zehn Fast Fashion.

00:05:10: Der gemeinnützige Verein FEMNIT setzt sich für die wirtschaftlichen sozialen und kulturellen Rechte von Frauen weltweit ein.

00:05:18: In der Arbeit des Vereins geht es vor allem um menschenwürdige und faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie.

00:05:26: Ein Projekt, das die Gesundheit von Textilarbeiterinnen aus Indonesien und Indien in den Fokus rückt leitet Mona Meyer.

00:05:35: Mit ihr habe ich über das Projekt – die oft prekäre und unsichtbare Arbeit hinter Fast Fashion Und ihre Folgen gesprochen.

00:05:44: Los geht's!

00:05:50: Ich freue mich sehr, dass du da bist.

00:05:52: Liebe Mona herzlich willkommen.

00:05:53: Hallo Jonas Schön das das klappt und wir heute sprechen

00:05:57: Vielleicht mal als Grundlage.

00:05:58: So ein kleiner Blick aufs Etikett sozusagen.

00:06:01: Wir haben jetzt zum Intro gehört Wo fatalerweise ein Großteil der Kleidung landet die aus Europa kommt Die verschickt wird die weggeschmissen wird die sozusagen einfach nicht mehr gebraucht wird in ganz großen Anführungszeichen.

00:06:17: Aber irgendwoher muss diese ganze Kleidung kommen, also wo kommt die Kleidungen, die wir hier im globalen NON oder Europa oder Deutschland kaufen und tragen eigentlich her?

00:06:27: Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil wenn wir uns Textilien anschauen oder die Textilieindustrie dann ist es ein System das global organisiert und das heißt komplex auch.

00:06:38: Weil wir ja nie die Jeans als fertiges Produkt irgendwo ernten sondern es gibt halt irgendwie Rohstoffe die hergestellt werden müssen und auch da also gibt's einfach unterschiedliche Rohstoffes.

00:06:48: Wenn wir zum Beispiel mit Baumwolle beschäftigen gibt es Baumwollfelder in China, in Kasachstan und den USA.

00:06:55: In verschiedenen Ländern auch.

00:06:57: Also Baumwollen als ein großer Rohstoff.

00:06:59: Und dann aber auf der anderen Seite gibt's ja einfach traurigerweise immer mehr Kleidungsstücke die aus Polyester bestehen.

00:07:07: Bei Polyester handelt sich ja um Ruheöl das dann halt irgendwie auch wiederum in anderen Ländern geworden wird.

00:07:11: Die Rohstoffe werden verarbeitet.

00:07:13: dafür... gehen die wiederum in andere Länder, dann aus den Garnen werden Stoffe.

00:07:18: Aus den Stoffen werden dann irgendwann eben fertige Kleidungsstücke, die werden zugeschnitten und genäht.

00:07:25: All diese Schritte finden eigentlich in anderen Ländern statt.

00:07:27: Wir bei Femnet beschäftigen uns vor allem mit der Konfektion also dem Schneidenähren-Veredeln.

00:07:33: Und da sind wir vor allem auch im asiatischen Ländern.

00:07:36: das immer noch so dass die Konfektionsbetriebe, also die Nähfabriken eigentlich fast alle in Asiatischen Ländern Sinn, es gab eine Zeit da sind die auch etwas mehr in nordafrikanische Länder gewandert.

00:07:48: Aber das hat sich irgendwie nicht so richtig durchgesetzt und aktuell sind eigentlich immer noch die meisten Fabriken in China, Bangladesch, Indien-Vietnam.

00:07:57: Vielleicht ne blöde Frage aber wieso ist es so?

00:07:59: Also wie so ist es ausgerechnet dieser asiatischen Markt?

00:08:01: kann man das festmachen?

00:08:03: Also es liegt einfach daran, das ist eine sehr professionelle Industrie.

00:08:06: Das heißt die Infrastruktur ist gut da sind große Fabriken, da sind viele Arbeitskräfte und andererseits aber sehen wir dass die Textilindustrie gewandelt ist.

00:08:15: also natürlich war es in der Historie so, dass vor einigen Jahren dann eben auch Textilfabriken noch in Deutschland oder halt in dem Land indem die Gleitung gekauft wurde wurde sie auch hergestellt.

00:08:26: jetzt nicht unbedingt der Rohstoff aber auf jeden Fall die Konfektion.

00:08:31: durch die Etablierung von Fast Fashion, also von einem System das möglichst viel Fleidung.

00:08:38: Also einen sehr großen Mengen zu sehr geringen Preisen herstellen möchte kam halt eben diese Verlagerung der Produktionsstätte in asiatische Länder.

00:08:46: einerseits weil eben Infrastruktur und Professionalisierung dort gegeben war oder auch aufgebaut werden konnte.

00:08:51: es gab sehr viele Arbeitskräfte die man gewinnen konnte um in Fabriken zu arbeiten.

00:08:55: aber vor allem ist der größte Grund konnten dort natürlich die Preise gedrückt werden.

00:09:00: Und in vielen Ländern gibt es und gab's keine richtigen Mindestlöhne bzw.

00:09:05: teilweise werden dann auch keine Mindestklöne gezahlt, und so konnten vor allem halt eben die Unternehmen die Preisse sehr gut drücken – die Stückpreise.

00:09:14: Am Ende bedeutet... Ein gedrückter Stückpreis, einfach eine höhere Gewinnmarsche und das ist natürlich voll attraktiv für alle Unternehmen.

00:09:21: Weswegen die dann immer weiter in asiatischen Ländern produzieren lassen haben?

00:09:25: Ich bin ganz dankbar dass du das noch mal angerissen hast.

00:09:28: Fast Fashion sagt man ja häufig einfach so und ich hatte jetzt hier früher auch schon Namen genannt aber es verbindet man ja im Zweifel auch einfach mit bestimmten Marken.

00:09:35: Aber gibt's irgendwie so ne Art von Abgrenzung.

00:09:37: was genau ist eigentlich fast fashion?

00:09:39: Also wenn wir von Fast-Fashion sprechen, auch wenn es keine klare Definitionen gibt dann sagen wir immer das fast fashion bedeutet Es wird immer mehr produziert.

00:09:47: Immer billiger und immer schneller.

00:09:49: also einerseits geht's quasi um die Menge an Kleidung Die generell hergestellt wird und dann aber eben auch die Zyklen.

00:09:56: also dass das statt zweimal im Jahr jetzt mittlerweile irgendwie kann.

00:10:00: er nun fünf bis zehn Kollektionen bei so großen Unternehmen wie H&M zahra.

00:10:04: Aber bei ultra fast fashion ist das Wort Kollektion eigentlich gar nicht mehr vorhanden, weil die einfach permanent neue Styles produzieren.

00:10:10: So dass es gar nicht jetzt irgendwie die Kollektionen für diesen Monat oder diese Jahreszeit gerade gibt sondern geht einfach permanent weiter und dann eben auch immer günstiger.

00:10:19: also dass die Preise gedrückt werden pro Kleidungsstück was natürlich bedeutet dass die Löhne gedrickt werden.

00:10:27: Aber auch dieses immer billiger ist auch möglich, weil natürlich die Rohstoffe mit denen gearbeitet werden halt auch immer minderwertiger werden.

00:10:34: Also zum Beispiel immer weniger Baumwolle dafür immer mehr Polyester das halt auch sehr günstig hergestellt werden kann.

00:10:39: und der Unterschied zwischen fast fashion und ultra fast ist wirklich dass letztlich sagen wir jetzt mal ganz einfach runtergebrochen.

00:10:44: statt einer Summer und Winter Collection gibt es dann bei Fast Fashion noch eine Spring und noch ne Autumn und bei Ultrafast einfach durch Produktion das ganze Jahr sozusagen.

00:10:54: Genau, eigentlich wird noch schneller produziert es wird noch mehr produziert also auch die Anzahl ist noch größer dafür wird halt auch noch mehr Werbung gemacht werden noch mehr Leute zum noch mehr Konsum gebracht und Es ist halt noch billiger.

00:11:05: also sowohl Die Löhne sind noch billig die Arbeitsbedingungen dadurch noch schlechter als halt auch die Qualität noch schlechter.

00:11:11: Also da gibt's ja auch irgendwie dann einen Unterschied zwischen Dächel Phaserzusammensetzung nutzt, man ist es einfach hundert Prozent Plastik und auch hundert prozent minterwertiges Plastikk.

00:11:19: Oder vielleicht das sehen wir dann halt auch noch häufiger bei H&M und Sarah und diesen Marken dass dann halt vielleicht eher eine Phaser Mischung ist die wenn man auf die ökologischen Folge zu sprechen kommt und vor allem auf das Recycling auch schlecht ist.

00:11:32: aber für die Halbbarkeit des Kleidungsstücks ist es auf jeden Fall erst mal besser wenn's da auch ne Phaser-Mischung gibt.

00:11:38: Blicken wir nochmal auf die Bedingungen der Kleidungsherstellung.

00:11:42: Also wir hatten jetzt ja sogar schon eine Unterscheidung zwischen Fast Fashion und Ultra-Fast Fashion, dann gibt es ja noch mal so High Fashion also eher diese hochklassigen teuren Marken.

00:11:51: und dann gibt's so diese Standard Fashion wo sich in einem wahrscheinlich Bereich bewegt er teuer ist.

00:11:56: aber es gibt auch oft diesen... diesen Spruch so bei großen Sportherstellern zum Beispiel, dass im Prinzip die Originalware, die teurer ist und dann geblich besser hergestellt eigentlich aus denselben Bedingungen kommt.

00:12:07: Vielleicht auch einer anderen Fabrik als die Fast Fashion Variante.

00:12:11: Ist da was dran?

00:12:12: Kannst du das beurteilen?

00:12:13: kann man das so sagen?

00:12:15: Ich glaube man kann auf jeden Fall sagen, dass nur weil eine Hose zum Beispiel also keine Ahnung.

00:12:21: schauen wir uns zum Beispiel Nike H&M oder Levis und H&m an.

00:12:27: Ob die Levi's Jeans irgendwie hundertzwanzig Euro kostet, ob die besser ist, das kann man nicht unbedingt sagen weil da kann es tatsächlich sein dass sie einfach in der gleichen Fabrik aus den gleichen Materialien hergestellt wurden.

00:12:39: In manchen Fällen gibt´s natürlich einen Qualitätsunterschied zumindest dann auch in Bezug auf die Phasern.

00:12:44: oder es gibt auch wenn man sich jetzt mit Fair Fashion Brands beschäftigt wo man weiß die Jeans sind irgendwie zertifiziert.

00:12:51: Es wurden existenzigende Löhne gezahlt.

00:12:54: Das gibt es zum Beispiel bei Zertifikaten wie der Fairware, also wenn ein Produkt von der Fairwear Foundation zertifiziert ist dann kann man schon ziemlich sicher sein dass die Arbeitsbedingungen in der Fabrik gut sind besser sind das es da auf jeden Fall bessere Löhnen gibt.

00:13:09: und dann gibt es natürlich einen Preisunterschied der sich auch an der Qualität von entweder dem Kleidungsstück selbst oder den Arbeitsbedienungen widerspiegelt aber ganz pauschal auch.

00:13:19: gerade wenn man jetzt eben Zwei Jeans hat, die vielleicht einen preislichen Unterschied von hundert Euro haben.

00:13:25: Aber beide nicht zertifiziert sind und auch beide aus den gleichen Stoffen bestehen würde ich sagen da gibt es nicht unbedingt Qualitätsunterschied.

00:13:32: Und bei den Bedingungen ist das ein Unterschied?

00:13:35: Also arbeiten die Menschen dann unter anderem Bedingung diese Kleidung herstellen?

00:13:39: Also genau wenn wir jetzt davon ausgehen dass beide Kleidungsstücke nicht zertifiziert sein.

00:13:44: Dann kann man auch schon nicht davon aus gehen dass die Arbeitsbedingungen unterschiedlich sind.

00:13:48: Brands die sich zertifen lassen Ja, sich auch als Fair Fashion Brands nennen.

00:13:53: Ich meine das kann man... Man kann es sich leicht irgendwie nennen.

00:13:56: aber wenn die Produkte zertifiziert sind vor allem eben zum Beispiel durch die Fairware Foundation.

00:14:02: Die Fairware foundation ist eine Assoziation die sich vor allem für bessere Arbeitsbedingungen stark macht.

00:14:07: und wenn quasi Unternehmen ihre Produkte fairware zertifen lassen dann kann man schon davon ausgehen dass dort die Arbeitsbedienungen besser sind Vor allem in Bezug auf Löhne Versammlungsfreiheit und sowas.

00:14:21: Also im Grunde ist an diesem Vorurteil was dran, man muss einfach nur ein bisschen mehr nachschauen wo es dem Vorurteil nicht entspricht.

00:14:30: Was ich aber interessant finde daran ist dass das ja zeigt also so einen Vorurtail zeigt ja Dass es offensichtlich eine Awareness gibt innerhalb der Bevölkerung unter den Menschen Das da wahnsinnig schwierige Bedingungen herrschen in Fabriken und an den Orten wo die Kleidung herkommt Und Ich glaube kann man für sich selbst ja auch feststellen in seinem Umfeld.

00:14:50: Jeder weiß das irgendwie, aber so ein richtiges Bild davon hat man im Zweifel nicht.

00:14:56: Kannst du darstellen wie so einen Arbeitseitag diese Arbeitsbedingungen einer Textilarbeiterin eines Textilerbeiters tatsächlich aus?

00:15:04: Ich kann es versuchen, aber ich arbeite in einem Projekt dass vor allem in Indien und Indonesien ist.

00:15:11: also unser Projekt genau setzen wir in Indiens um und in Süd-Indien im Tamil Nadu.

00:15:16: Das heißt, die Erfahrungen aus dem Kontakt mit Arbeiterinnen bzw.

00:15:20: mit unserem Partnerorganisationen, die mit Arbeiterinnen im Kontakt stehen gelten jetzt vor allem für den süd- indischen Raum.

00:15:26: Und da ist es, glaube ich wichtig das noch voranzuschieben weil es ist sehr unterschiedlich in welchem Land man sich befindet und entsprechend sehen die Arbeitsalltage anders aus.

00:15:35: Aber genau in der Regel ist der Großteil der Personen, die in den Fabriken arbeiten Frauen, vor allem die Personen, exekutive Arbeit machen, also dieses Kleidungsstück zusammennehmen.

00:15:47: Der Arbeitsalltag beginnt ziemlich früh, also meistens so zwischen Jahr um acht.

00:15:53: aber das heißt dass vorab die Arbeiterinnen auch erst mal da hinkommen müssen und häufig haben sie auch schon einen Arbeitsweg der sehr lang ist und davor müssen Sie wahrscheinlich auch schon im Haushalt irgendwie Dinge erledigen.

00:16:03: Es gibt dann auch zwei unterschiedliche Arten von ArbeiterInnen, also vor allem wenn wir uns auf weibliche Arbeiterin fokussieren.

00:16:09: Einmal gibt es dann die sogenannten Wanderarbeiterinnen.

00:16:12: Also das sind vor allem in Indien Frauen, die aus den ländlichen Gängen und in die Städte gehen für eine Zeit lang um dort zu arbeiten und Geldsverdienen.

00:16:19: Häufig machen sie das bevor die heiraten.

00:16:21: Die sind dann auch häufig untergebracht in so Hostels oder in Anlagen, die sehr nah zur Fabrik sind.

00:16:27: Und dort wohnen die dann in so kleinen Krüppchen.

00:16:30: Das andere sind dann eben Arbeiterinnen, die dieser Region wohnt und dann eben in den Fabriken arbeiten.

00:16:36: Genau!

00:16:36: Dann beginnen die zu arbeiten ungefähr bis zur Mittagspause und in der Zeit haben die eigentlich auch keine Pausen.

00:16:42: Manchmal, manche Fabriken haben irgendwie zwischendurch noch mal eine kleine Pause aber viele haben einfach erstmal gar keine Pause bis zur mittagspause Und müssen durcharbeiten.

00:16:50: In der Regel gehen sie dann nicht aufs Klo weil aufs klo geben bedeuten würde dass ihre Ziele nicht erreichen, ihre Arbeitsziele.

00:16:56: Also pro Tag gibt es immer ein bestimmtes Ziel also das so und so viele Kleidungsstücke an diesem tag genäht werden müssen häufig in so Leinsystems, Linien-System.

00:17:06: Ich weiß nicht genau was das deutsche Wort ist.

00:17:09: Das heißt die setzen hintereinander oder nebeneinander und jede Person macht eine Naht vielleicht?

00:17:14: Und dann wird das Stück weitergereicht und dann macht die nächste Person die nächste Naht.

00:17:18: Das heisst es ist eine sehr monotone Arbeit.

00:17:20: Ja Fiesbandarbeit!

00:17:21: Das ist das Wort.

00:17:22: Es ist eine Monotonerarbeit und es wird immer weiter gereicht.

00:17:27: Wenn jetzt zum Beispiel eine Person entscheiden würde sie muss auf's Klo oder möchte etwas trinken bedeutet dass sich bei ihr halt die Anzahl der Kleidungsstücke, die sie dann quasi danach vernähen müsste stapeln.

00:17:37: Und das bringt einfach einen sehr hohen Druck mit sich.

00:17:42: Weswegen halt wirklich die Arbeiterinnen erst mal keine Pausen machen und auch gar nicht so bedürfnisorientiert pausenmachen weil sie eben in diesem Fließband sind.

00:17:49: und wenn eine Person stoppt bedeutet es Verzögerung für alle.

00:17:55: und häufig ist es auch so dass Boni oder irgendwie andere Anreize dadurch geschafft werden, dass eben die Ziele erreicht werden.

00:18:02: Und die Zielen sind aber schon so hoch gesteckt.

00:18:03: das ist eigentlich eh unrealistisch ist sie zu erreichen.

00:18:07: Aber ja das heißt die arbeiten recht lange sehr monoton ohne irgendwelche Pausen.

00:18:11: dann haben Sie eine Mittagspause in der Regel auch sehr kurz auch zu kurz um sich irgendwie mit gutem Essen zu versorgen.

00:18:17: und dann kommt nochmal den Nachmittagsschicht auch eigentlich beide Schichten sind so zwischen Ja, um die fünf Stunden.

00:18:24: Das heißt sie arbeiten halt in der Regel auch bis zu zehn Stunden und dann häufig noch mal overtime.

00:18:29: das heißt wenn die ihr zielig erreicht haben in ihrer regulären Arbeitszeit dann bleiben die eigentlich länger da und leisten dann Überstunden.

00:18:37: von Fabrik zu Fabrik ist es ja unterschiedlich ob und wie diese Überstunde vergütet werden.

00:18:42: Und dann kommen die ganz spät nach Hause und müssen sich wieder um ihre Familie kümmern.

00:18:50: Ablaufgefass, was ich daran raushöre und das ist ja auch etwas mit ihr euch primär beschäftigt oder wo ihr einen großen Fokus drauf legt.

00:18:59: Ist es die Textilindustrie ein Beispiel dafür?

00:19:02: Es ist besonders Frauen unter gespickeren Situationen leiden.

00:19:08: Warum ist es so?

00:19:08: Warum leiden vor allem Frauen unter den Bedingungen der Textilindustrie?

00:19:13: Also warum Frauen in diesen Position sind glaube ich einerseits dass Es ist ein recht guter Job für auch Personen, die keine Ausbildung haben.

00:19:20: Deswegen ist er so attraktiv für viele Frauen, die irgendwie... Also gerade das was ich meinte, dass so Arbeiterinnen nochmal dann für eine Zeit lang vor ihrer Heirat vom Land in die Stadt gehen um dort irgendwie paar Jahre intensiv als Näherin zu arbeiten und Geld zu verdienen.

00:19:36: Das liegt vor allem daran, dass eben die Familien auf dem Land einfach finanziell sehr schlecht dastehen quasi die Töchter braucht, die auch dazu verdienen vor ihrer Hochzeit.

00:19:47: Und dann sind es halt sehr junge Frauen, die sich häufig nicht wehren.

00:19:51: Deswegen sind sie auch so beliebte Arbeiterinnen in dem System weil man die quasi triezen kann und den Druck auf die Druck ausüben ohne irgendwie mit einer Gegenwehr zu rechnen.

00:20:01: Aber wenn wir dann zum Beispiel auch in den Fabriken auf schon die höheren Ebene also es gibt diese Fließband, also diese Lines und dann hat jede Line auch ein Line Manager.

00:20:09: Und da gibt's nochmal Supervisor und halt irgendwann das Factory Management und da sehen wir dass da halt der Männeranteil viel viel höher ist.

00:20:16: Das heißt, in der Fabrik selbst wie die organisiert ist haben wir sehr klassisches Machtverhältnis zwischen den Arbeiterinnen, die die ausführenden Arbeiten machen.

00:20:28: Die nächste Ebene sind schon wieder vor allem Männer, die quasi dann den Leuten sagen was die Ziele sind.

00:20:33: Was sie erreichen müssen, die immer wieder auch anschreien dass sie zu langsam arbeiten das sie sich irgendwie beeilen müssen, dass sie keine Pausen machen dürfen, dass Sie keine Ahnung nicht quatschen dürfen und es führt natürlich dazu, dass ist halt eben in diesen Fabriken aufgrund der Geschlechterverhältnisse Geschlechterrollen natürlich auch außerhalb der Fabriken schon einhergehen, dass da einfach dann die Frauen und die Arbeiterinnen ganz viel Gewalt erleben.

00:20:59: Verbale Gewalt, sexualisierte Gewalt... Genau!

00:21:04: Kann man runterbrechen?

00:21:05: Vielleicht vor allem für die Länder mit denen ihr euch beschäftigt wo ihr den Fokus drauf legt.

00:21:10: Was die Menschen verdienen?

00:21:12: Grob gesagt also was das so die Lohndurchschnitt ist kann man das festmachen?

00:21:17: Für Bangladesch die Zahlen aus einer Studie.

00:21:22: Also, die haben eine Befragung unter Arbeiterinnen durchgeführt und da ist der tatsächliche Lobwohner in forty-six Euro

00:21:29: In Bangladesch.

00:21:30: Genau, der Mindestlohn ist aber mittlerweile irgendwie so um die hundert Euro und existenzig an der Lohn wäre allerdings zweihundert Euro.

00:21:39: Also das heißt es gibt in Bangladeschen Mindestlohnen, der ist schon deutlich geringer als ein existenziehernder Lohn und existenzieiernder lohn ist quasi einen lohn, der reichen würde um zu alle grundlegenden Bedürfnisse zu decken, also sowohl Essen, Wohnung aber zum Beispiel auch ausreichend Geld um in die Bildung von Kindern und so was zu investieren.

00:22:00: Und auch für kundlegende Freizeitaktivitäten genau und dann aber das sehen wir eigentlich und es ist voll typisch dass denn halt der Lohn der tatsächlich gezahlt wird nochmal deutlich unter dem Mindestlohn liegt.

00:22:10: Das heißt es gibt zwar irgendwie gesetzliche Mindestlöhne aber die werden halt einfach nicht eingehalten und es wird auch nicht nachgeprüft.

00:22:17: Ich habe auch immer mal gehört von Fällen oder bei Beispiel in den Fabriken, dann bestimmte Gebühren erhoben werden mit die Menschen, die da in Führungspositionen sind noch Teile des Lohns einbehalten.

00:22:29: Das hat ja auch... Es muss man sagen, wo kein Kleger keinen Recht errichtet.

00:22:32: Also wenn jemand das im Blick hat und sich dafür einsetzt dann ist diese Schikane ja auch, das hast du ja für einen sehr gut beschrieben auch welcher Gewalt ihr ausgesetzt sind kann man die einfach durchführen.

00:22:42: Genau!

00:22:42: Und es hängt voll eng wieder rum zusammen wer ist die Arbeitskraft?

00:22:45: Dann sind es halt viele Frauen, sehr junge Frauen, die vielleicht auch dann eben aus ländlichen Regionen kommen, die gar nicht so wirklich um ihre Rechte wissen.

00:22:53: und dann auch gerade in Indien gibt's kaum Gewerkschaften und auch kaum Gewerkschaften auf Fabrik eben.

00:22:59: Das heißt, es gibt keine Organisierung von der Arbeitskräfte.

00:23:03: Und dadurch wird ja auch so wissen das dann vielleicht so auch marginal da ist um Rechte oder auch von einzelnen Personen dar.

00:23:08: Es wird nicht geteilt weil es wird einfach verhindert dass die Leute sich zusammentun Kräfte bündeln und für ihre Arbeitsrechte einstehen.

00:23:17: Und das ist glaube ich mit eines der größten Probleme in der Textilindustrie gibt also es gibt irgendwie teilweise auch gesetzliche.

00:23:26: Oder es gibt Rechte und die sind auch gesetzlich verankert, aber in der Regel wird einfach alles getan um zu verhindern dass sich die Arbeitskräfte organisieren und für ihre Rechte einstehen.

00:23:37: Ja vor allem wenn man das dann mal gegenüberstellt im Gewinn von den meisten Fast Fashion Unternehmen.

00:23:44: Jetzt hattest du vorher gesagt, dass ihr Projekte in Indien und in Bangladesch habt?

00:23:51: Ist es dann möglich für dieses Projekt oder im Rahmen dieser Projekte auch diese Produktionsstätten zu besuchen?

00:23:55: Weil ich stelle mir vor, dass die Gegenwehr gegen eine Betrachtung von außen auf diese Bedingungen nicht gerade im Sinne des Erfinders ist.

00:24:03: Also bei unseren Projekten und auch das Projekt Das Ich Mache, das ist ein kooperatives Projekt.

00:24:09: Das heißt wir versuchen schon in Projekts die verschiedenen Stakeholder, also die verschiedenen Parteien zusammenzubringen und da arbeiten wir eben voll eng auch dann mit Markenunternehmen zusammen.

00:24:19: Und es ist tatsächlich auch wichtig weil ohne halt irgendwie die Marken an Bord zu haben würde man gar nicht erst Zugang zu den Fabriken bekommen.

00:24:27: Also ich kann vielleicht einmal kurz zu meinem Projekt noch ein paar Details geben.

00:24:31: Der Titel ist geschlechtergerechte Gesundheitsschutz für eben Arbeiterinnen in Indien und Indonesien.

00:24:38: In Indien ist auf jeden Fall so dadurch das ja keine Gewerkschaften gibt und auch einfach gar keine Gruppen oder Organisation, an die man herantreten könnte um Zugang zu den Fabriken zu erhalten.

00:24:49: Es ist super wichtig dass man den Support von den Markenunternehmen hat im Projekt.

00:24:53: also es gibt dann eben uns als Femnet Dann gibt das noch Südwind auch nur deutsche Organisationen die ja auch mit unses Projekt macht Und dann eben die indische Partnerorganisation Paradigm Shift und damit paradigm shift tatsächlich Veränderungen auf Fabrikebene bewirken kann, braucht es den Support von der Brand.

00:25:09: Und deswegen sind wir dann halt eben auf die Brands zugegangen, die das Projekt spannend finden.

00:25:14: und auch da nochmal ist dieses Thema Gesundheit ein ganz gutes Thema um auf Fabrikken zuzugehen weil es erst mal so... Also es ist so logisch dass man gesunde ArbeiterInnen haben möchte für uns aus einer Perspektive, dass im Gesundheit sehr großes Recht ist aber auch es gibt einen ökonomischen Interesse daran gesunde Arbeit innen zu haben.

00:25:35: Genau, und dann würde die Brand muss dann den Kontakt zu den Fabriken herstellen.

00:25:39: Zu dem Fabrikmanagement damit unsere Partnerorganisation Paradise Shift überhaupt in die Fabrik kann und dass da irgendwie eine Interaktion stattfindet.

00:25:46: Das heißt genau man kann in die fabriken aber in der Regel nur wenn das von den Markenunternehmen supportet ist und auch gewünscht ist.

00:25:55: Ja, also das Fabrikmanagement muss irgendwie so ein bisschen die Aufforderung erhalten.

00:25:59: So lasst sie rein kommen, arbeitet mit denen zusammen ansonsten würde da voll wenig

00:26:04: passieren.".

00:26:05: Das heißt auch dass bestimmte Dunkelziffern wahrscheinlich erheblich sind?

00:26:08: Wenn man bedenkt, dass man einen Einblick in die Bereiche, die so prekär sind, dass die Markensagen nein haben, da habt ihr keinen Zugang zu.

00:26:15: Wahrscheinlich erhebig schlimmer sind noch als das was man dann tatsächlich auch sieht.

00:26:19: Könnte ich mir zumindest vorstellen...

00:26:20: Also einerseits das und mittlerweile auf jeden Fall Absolut zusammen mit der Abschwächung der Lieferketten-Gesetze, dass halt auch die Unternehmen, die Interesse an Kooperationen mit uns haben.

00:26:31: Auf jeden Fall auch schon ja Unternehmen sind denen was an Menschen rechten und an guten Arbeitsbedingungen liegt.

00:26:36: Und das ist dann dann halt auch eher Unternehmen ,die eh schon Dinge in ihren Fabriken umsetzen und die jetzt gar nicht in den krasten Fabrikes irgendwie produzieren lassen.

00:26:47: Auf dem Weg wie man zur Verpflichtung kommt kommen wir gleich nochmal.

00:26:50: Was mich noch mal interessiert... Man kann ja sagen wenn es so wahnsinnig schwierig ist, auch hinter diese Kulissen zu gucken.

00:26:56: Ist es dann möglich überhaupt eine Veränderung festzustellen?

00:26:58: Also ich spiele an auf einen Fall von zweizehn, glaube ich der Einsturz der Rana-Plazer Textilfabrik in Bangladesch genau und da muss man ja sagen, da erinnere ich mich auch noch dran.

00:27:11: Der Fall war ja das zum Einsturtz kam dieser Fabrik dass es Menschenleben gekostet hat.

00:27:15: Es ist ein Aufschrei letztlich durch die Welt gegangen.

00:27:18: Wie kann es sein, dass Menschen nur diesen Bedingungen arbeiten?

00:27:20: Dass es keinen Arbeitsschutz gibt und keine Arbeitsbedingungen gibt, die auch getrackt werden wo Menschen leben gerettet und geschützt werden?

00:27:28: Und jetzt würde ich mich ja fragen wenn du das so beschreibst, dass diese Freiwilligkeit auch braucht, dass es schwer ist eine Veränderung seitdem festzustellen oder zu tracken Aber würdest du sagen, dass sowas zu beobachten ist?

00:27:40: Das soll ein Fall dazu geführte da sich was verändert hat und wenn nicht Wo sind dann die Defizite?

00:27:45: viele Gedanken zu dieser Frage.

00:27:48: Ich glaube auf jeden Fall, dass man auch gerade in den Jahren nach Rana Plaza... ich glaub deshalb war irgendwie diese Aufschrei-Gänge über so Primark in Deutschland so groß weil Rana Plaza noch so nah dran war und das hat mittlerweile auch einfach verjährt und irgendwie auch gar nicht mehr.

00:28:03: also wir machen jedes Jahr dazu was.

00:28:05: aber ich habe das Gefühl es ist jetzt nicht mehr so im allgemeinen Bewusstsein.

00:28:07: wie scheiße eigentlich die Fabrik sich also die Sicherheit von Arbeiter in den Fabriken in Bangladesch Indien und anderen Ländern.

00:28:15: Aber Rana Plaza konkret würde ich sagen hat auf jeden Fall zu manifesten Veränderungen geführt, weil daraufhin hat sich eben so eine ziemlich große zivilgesellschaftliche Bewegung auch.

00:28:28: Weil aber die Arbeiter in den Fabriken und dann die Familien von Arbeiterinnen so viel Druck aufgebaut haben auf die generell auch internationale Politik.

00:28:40: Und dadurch hat sich nach Rana Plaza so ein Abkommen der Accord heißt das.

00:28:45: Das verpflichtet zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz, also vor allem Gebäudesicherheit Brandschutz all diese Faktoren und die sind in vielen Fabriken glaube ich mittlerweile... Also wie ich das mitkriege ist es besser eingehalten.

00:28:59: Es gibt tatsächlich mehr so Arbeitssicherheit auf der Ebene von Also auf dieser sehr technischen Ebene.

00:29:05: Es gibt irgendwie Rettungswege, die nicht zugebaut sind und das ist natürlich auch ein bisschen schwierig halt immer zu überprüfen in der Textilindustrie weil es gibt quasi Auditierung, dass so das Mittel um halt irgendwie zu checken werden, die Standards eingehalten oder werden Vorgaben eingehalten.

00:29:20: Und natürlich wissen die Fabriken wann Audits passieren.

00:29:22: Das heißt sie können sich darauf vorbereiten.

00:29:25: Die Ergebnisse, die es aus diesen Audits gibt entsprechen nicht immer der Wahrheit würde ich sagen zumindest Alljährlichen Wahrheit.

00:29:32: Durch Rana Plaza gab es eben diesen Akkord und der Akkort hat auf jeden Fall zu mehr Arbeitssicherheit geführt, aber Arbeitssicherung ist eben so diese eine sehr technische Sache die vielleicht erreicht wurde.

00:29:45: Aber wenn's jetzt darum geht zu schauen gibt's ne Gewerkschaftsfreiheit können sich ArbeiterInnen organisieren Gibt das bessere Löhne?

00:29:52: Gibt es irgendwie werden auch so Gesundheitsbedingungen mit gedacht Dann ist es auf jeden Fall weiterhin ein sehr großes Nein.

00:29:58: Das heißt, diese technischen Sachen sind umgesetzt worden aber das ganze soziale eben noch nicht.

00:30:06: Eine Sache die wir noch gar nicht beleuchtet haben, die natürlich damit total zusammenhängt ist dass eine menschenrechtlich sehr prekäre und sehr fragwürdige Praxis ist, die sich da in weiten Teilen irgendwie einem offenbart.

00:30:20: Und dann ist es natürlich auch so, dass die ganz doof gesagt klimatische Kosten von Fast Fashion einfach ein ganz wichtiger Punkt sind.

00:30:28: Und ich glaube auch da hört man immer mal wieder Sachen oder sagt so Dinge einfach, aber vielleicht kannst du nochmal sagen warum ist die Textilwirtschaft zu einem großer Treiber des Klimawandels?

00:30:37: Der größte Grund dafür ist einfach dass zu viel produziert wird und halt auch ja wirklich viel zu viel.

00:30:42: also schon quasi so vierzig Prozent der Kleidung die überhaupt hergestellt wird landet nie auf dem Markt sondern wird direkt irgendwie verbrannt.

00:30:50: Also wird direkt zu Müll, das heißt es wird einfach schon.

00:30:53: dadurch werden so viele Rohstoffe umsonst irgendwie verbraucht und dann von dem was gekauft wird ja immer noch sehr viel.

00:30:59: Einfach auch viel zu wenig genutzt oder nicht genutst.

00:31:02: Und natürlich ist die Produktion von jedem einzelnen Kleidungsstück bedeutet irgendwie der Ausschuss für CO² weil... Das ist ein Prozess, wo Ruheöl gewonnen werden muss oder Baumwolle verarbeitet werden muss.

00:31:13: Es gibt viele Prozesse, wo man sehr viel Wasser oder dann auch wiederum andere Dinge braucht.

00:31:18: Dinge werden erhitzt und getrocknet werden.

00:31:21: Man braucht einfach sehr viel CO-Zweifel für die Herstellung eines Kleidungsstückes.

00:31:24: Und es werden sehr viele Kleidungstücke hergestellt.

00:31:27: D.h.,

00:31:27: es wird sehr viel Co-Zwei ausgestoßen.

00:31:28: Es gab Zahlen, die sagen so acht bis zehn Prozent der globalen Emissionen kommen durch ... durch die Textilindustrie.

00:31:35: Das

00:31:36: ist Wahnsinn!

00:31:36: Und ich glaube auch, dass es eine Zahl, die vielleicht ein bisschen schwer zu überprüfen ist weil wo fängt man an?

00:31:41: Wo hört man auf?

00:31:42: Ist glaube ich da nicht immer ganz nachvollziehbar was damit so gemeint ist aber die Zahl... der Emission, die auf die Textilien zurückzuführen ist oder die Textilenindustrie.

00:31:51: Ist auf jeden Fall sehr groß.

00:31:53: Also du meinst, weil es dann auch noch sowas zu bedenken gäbe wie der Schiffstransport und der Transport von einzelnen Materialien?

00:31:59: Und vielleicht auch der Transport vom Person oder wie auch immer.

00:32:01: also unterhängt man da noch irgendwie den Kauf in den Laden und all diese Dinge

00:32:05: ja oder auch die Entsorgung.

00:32:07: Also wird die da auch...und das ist manchmal nicht so ganz klar wenn man diese Zahlen liest was ist alles mit ein kalkuliertes was nicht?

00:32:13: Kleidung herzustellen braucht viel CO² und es wird zu viel Kleidungen hergestellt, weswegen sehr viel CO₂ ausgestoßen wird.

00:32:20: Und dann aber sehen wir auch – das sieht auch wiederum an dem Wachstum von Fast-Fashionen und Ultrafast-Fessionen – dass halt eben immer mehr ... Plastikfasern verwendet werden.

00:32:31: Und die führen dazu, dass halt einfach beim Waschen und so ganz viele Mikroplastikpartikel entweichen und zum Beispiel an einem Ende im Meer landen.

00:32:38: Es gibt, glaube ich, Sozahlen, die sagen, dass ca.

00:32:43: von unsere Gleitungen kommt, weil eben die Wasserkreisläufe so connected sind Textilien aus Plastik betreten, Mikroplastikpartikel hervor.

00:32:53: Die dann wiederum in Wasserkreis laufen landen.

00:32:55: Also CO-Plastik, Wasserverbrauch, Wasserverschmutzung.

00:32:59: also auch gerade dann so färben und da auch wiederum wenn man sich Sushi in Klamotten anschaut wie viele Chemikalien dafür verwendet werden.

00:33:09: Und die landen dann alle im Abwasser.

00:33:11: das ist auf jeden Fall ein sehr großes Problem.

00:33:13: einerseits weil eben Wasser verschmutzt werden und das ökologische Folgen hat für ganze Ökosysteme.

00:33:19: aber Das hat auch sehr große Folgen für die Bevölkerung, die nah an den Färbefabriken leben.

00:33:26: Die haben teilweise kein Grundwasser oder kein sauberes Grundwasser mehr und werden dadurch krank.

00:33:31: Plus wahrscheinlich alle möglichen Chemikalien, die ins Wasser gelangen?

00:33:34: Genau also die ökologischen Folgen sind voll vielfältig.

00:33:37: ich glaube sie treten vor allem im Bezug auf Wasser in den Produktionsländern aber dann noch... Also ganz viele ökologische Folgen, die auch mit der Entsorgung einhergehen.

00:33:47: Und da ist dann eben vor allem auch dieses Mikroplastik das halt irgendwie einfach da ist und nie wieder weg gehen wird.

00:33:52: Ja absolut!

00:33:54: Er ist faszinierend wenn man bedenkt wie lang das Leben... oder auch wie kurz teilweise, wenn man die vierzig Prozent bedenkt, die du für ihn genannt hast.

00:34:01: Aber wie lang das Leben einer Hose eines T-Shirts ist bis es in einem Laden ist, bis es an einem Schrank hängt und was dann damit passiert?

00:34:10: Wir haben ja im Intro gehört oder wir hören gleich nochmal The Revival, was mit diesen Klamotten dann passiert am Ende des Tages, wenn sie weggeschmissen werden.

00:34:17: Was ich interessant finde – Ich will das gar nicht so vertiefen aber vielleicht kannst du da noch mal ein Input zu geben.

00:34:23: Da wird ja oft Second Hand als Lösung gesehen.

00:34:28: Also Umweltverträglich, sozial- verträgliche Alternative zu Fast Fashion.

00:34:32: Es gibt ja auch Kritik an diesem Konzept Second Hand und wie es aktuell praktiziert wird.

00:34:38: Ich glaube das Wichtigste was wir als Menschheit schaffen müssen ist einfach dass weniger Kleidung hergestellt wird also dass am besten einfach kaum noch neue Kleidungen hergestellt werden weil es schon so viel gibt und mit der Herstellung von Kleidungs einfach so viele Probleme einhergehen.

00:34:53: und da ist halt irgendwie Second Hand ja schon eine gute Alternative.

00:34:56: Also man kann irgendwie Kleidung kaufen und zumindest so dieses Bedürfnis nach, ich seh mich irgendwie nach was Neues, ich möchte irgendwelchen Trends folgen.

00:35:03: Das kann man auch befriedigen ohne dass man halt eben ultra schlecht produzierte Kleidungen kaufen muss.

00:35:08: Was so ein bisschen die Kritik an Second Hand ist gerade ne Kritik in Bezug auf Winted?

00:35:12: ist das dadurch, dass man das Gefühl hat der Second Hand Markt steigt, dass Leute einfach mehr neue Kleidungs kaufen weil sie wissen ah ja wenn ich es nicht trage Ich finde Abnehmer über Wintod oder andere Plattformen Beim Kauf von Kleidung, schon gar nicht mehr so sehr darüber nachgedacht wird.

00:35:28: Brauche ich das?

00:35:28: Möchte ich es?

00:35:29: Gefällt es mir

00:35:30: wirklich?".

00:35:30: Sondern es wird einfach gekauft.

00:35:32: und ich glaube, dass ist halt mit das größte Problem.

00:35:34: Neue Kleidungen kaufen ist zu leicht!

00:35:36: Es ist so günstig man kann es sich in der Regel leisten.

00:35:39: Man denkt nicht so viel darüber nach brauche ich es möchte ich es.

00:35:42: Ist es ein Teil, dass ich viele anziehen werde sondern man kauft es einfach weil es halt so naheliegend ist.

00:35:47: Und auch wenn man direkt denkt ah ja okay wenn ich's halt nicht trage Ich kann's wiederverkaufen, ich kann es auch zu einem okayen Preis wieder verkaufen.

00:35:54: So dass sich halt am Ende irgendwie kaum Minus gemacht hat.

00:35:57: und genau das ist glaube ich so ein bisschen die Kritik.

00:36:00: Das ja anstrengend, dass wir einfach immer weiter kaufen aber halt so diesen also nicht dazu kommen einfach mal weniger zu kaufen und wirklich unsere Bedürfnisse irgendwie zu reflektieren und halt danach zu kaufen.

00:36:14: Du hattest vorhin gesagt, dass ein Großteil der Kleidung bevor sie über den Laden kommt schon weggeschmissen wird.

00:36:17: dann wird ein großer Teil.

00:36:19: Da habe ich auch eine persönliche Erfahrung gemacht, weil meine Mutter zum Beispiel hat gearbeitet in der Modeindustrie und die hat jetzt nicht für ein Fast Fashion Brand gearbeitet.

00:36:26: Und selbst da war es so dass wenn neue Kollektionen kamen und man das in die Läden gebracht hat und dann gab's Retouren, also kleine Fehler waren, Naht war falsch gesetzt und dann gabs diese Keller voll mit Kleidung Und man wusste genau, dass wird niemals in ein Laden kommen.

00:36:42: Das heißt da haben sich dann die Mitarbeitenden vielleicht noch mal was genommen oder die Familie von denen weil er gesagt wurde das können wir eh nicht verkaufen.

00:36:47: und dann ging es vielleicht nochmal einen zwei-tritt Händler.

00:36:50: aber im Großen und Ganzen wurde diese Kleidung niemals verwendet für irgendwas und sie wurde einfach vernichtet oder sie landet eben da wo wir auch die Geschichte von The Revival hören.

00:37:02: also kannst du umschreiben was passiert eigentlich mit der Kleidungen die nicht in unserem Schrank liegt?

00:37:07: Ja, da gibt es natürlich jetzt auch nicht diese eine Wege.

00:37:09: Es gibt nicht einen Weg der für alle Gleitungsstücke gilt.

00:37:15: Ich glaube das hängt voll viel davon ab wie wir die Kleidung entsorgen.

00:37:18: Einerseits gibt's ja die Möglichkeit auch einfach Kleidungen, die man als Privatpersonen nicht mehr trägt weil sie nicht mehr passt oder gefällt auch an karitativen Zwecke zu spenden.

00:37:28: also da gibtes verschiedene Einrichtungen Kleidungspenden annehmen und die dann aufbereiten weitergeben.

00:37:38: Oder man packt die Kleidungen in ein Altkleider-Container, auch da gibt es einfach sehr große Unterschiede.

00:37:43: Es gibt irgendwie dann Altkleiderscontainers von kommerziellen Unternehmen, die dann die Kleiddung auch quasi noch mal mitnehmen, aufbereitete einen Teil verkaufen aber auch einfach im Großteil halt irgendwie entweder verbrennen lassen oder halt in den globalen Süden schicken und das ist ja dann auch hoch.

00:37:58: der Revival ansetzt häufig gar nah, aber auch andere Länder.

00:38:03: Der Grundgedanke war ja okay es gibt irgendwie Kleidung im globalen Norden die noch okay ist und dann geht's den in den globalen Süden kann man auch kritisieren und problematisieren weil das natürlich auch ein bisschen dieses White Saviourism und irgendwie neokoloniale Kontinuitäten mit sich bringt.

00:38:18: Aber auch dazu vielleicht als Tipp Es gibt auf jeden Fall auch Kleidercontainer das System irgendwie besser zu gestalten.

00:38:27: Und da gibt es so eine Organisation, die heißt Verwertung und sie haben auch eine recht gute Homepage wo man auch sehen kann welche Allgleitercontainer in der nahen Umgebung.

00:38:37: Wo kann ich meine Kleidung hintun ohne dass sie dann irgendwie kommerziell weiter genutzt wird sondern halt wirklich einfach für möglichst gute Zwecke weitergenutzt werden?

00:38:45: Aber genau!

00:38:46: Dann gibt es halt immer mehr Kleidungen, die minderwertig produziert ist, die aus Plastik produziert Vielleicht noch okay ist auf den ersten Blick, aber die eigentlich schon wurde Schnitt nicht mehr passt.

00:38:59: Also es gibt irgendwelche Mängel und die wird jetzt in globalen Süden geschickt.

00:39:03: Und dann entsteht einfach dort das Problem dass ganz viel Kleidung ankommt, viel zu viele Kleidungen auch für die Personen, die dort leben und die eigentlich gar nicht mehr wissen was sie damit machen sollen.

00:39:13: Dann auch noch Kleidungs, die einfach schlecht ist.

00:39:16: Das führt dazu, dass ihr halt eben in Ländern wie Ghana solche Secondhand-Märkte überflutet werden mit minderwertiger Kleidung, die halt dann dort einfach so liegt und die Städte im Müll ersticken lässt.

00:39:31: Das ist glaube ich das größte Problem, was mit der Entsorgung von Kleidungen

00:39:35: einhergeht.".

00:39:35: Wir

00:39:39: haben es bereits angedeutet.

00:39:41: Jaira Agbofa und seine NGO The Revival wollten sich mit der Situation und den Massen an Kleidungsmüll nicht abfinden.

00:39:50: Weil politische und wirtschaftliche Lösungen bislang ausblieben, entwickelte die Organisation eigene Ansätze, direkt vor Ort in Akra.

00:39:59: Agbo Fah kritisiert dabei auch den Umgang des globalen Nordens mit dem Problem des Kleidermülls.

00:40:07: Diese Wegwerfmentalität folgt im Prinzip aus den Augen und aus den Sinn – so geht Europa mit den Problemen um!

00:40:14: Man schickt die Kleidung nach Afrika und sobald sie weg ist fühlt sich niemand mehr

00:40:18: verantwortlich.".

00:40:20: The Revival kauft unverkäufliche Kleidungen vom Kantamanto-Markt auf und verarbeitet sie weiter.

00:40:27: Gleichzeitig setzt die NGO auf Bildungsarbeit und bezieht die Menschen vor Ort aktiv mit ein.

00:40:33: Ziel ist es nicht nur Textilien zu retten, sondern auch neue Einkommensmöglichkeiten für Händler und Näherinnen zu schaffen – und die lokale Gemeinschaft zu stärken!

00:40:45: Einige der aufgewerteten Produkte gehen sogar zurück nach Europa.

00:40:49: Seit twenty-twoundzwanzig fertigt The Revival Werbeprodukte wie Beutel und Jacken für das Victoria Albert Museum in London an.

00:40:59: Andere Klamotten entstehen für Menschen in Ghana selbst, so entwickelte the revival beispielsweise robuste Arbeitskleidung für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

00:41:11: Viele Kleinbääuerinnen können sich keine Schutzkleidungen leisten.

00:41:15: Deshalb kaufen sie billige, minderwertige Kleidung auf dem Markt und tragen mehrere Schichten übereinander.

00:41:23: Jede

00:41:23: Woche werden so rund dreißig Kleidungsstücke pro Person verbraucht weil sie nach der Arbeit verschwitzt sind und einfach weggeworfen werden.

00:41:33: Und bei der

00:41:38: Kreation ließ er sich von DEM Arbeitsoutfit schlecht hin inspirieren.

00:41:46: Wir haben Overrolls aus Denim entwickelt.

00:41:48: Die

00:41:48: Menschen mögen sie, sie schützen die Haut und werden immer wieder getragen.

00:41:52: Sie sind funktionale und schützen aber sind gleichzeitig auch schön und stylisch.

00:42:04: Doch

00:42:05: Agbo Pham macht in unserem Gespräch deutlich so wichtig solche Initiativen wie The Revival.

00:42:12: Sie können das Problem allein nicht lösen.

00:42:15: Dafür braucht es andere politische Rahmenbedingungen und mehr Verantwortung der Unternehmen, die Kleidung produzieren und

00:42:22: verkaufen.".

00:42:24: Außerdem sagt Agbo Fahm müssten Lösungen gemeinsam mit den Ländern entwickelt werden, die die Folgen der Textilindustrie besonders stark tragen.

00:42:34: Zu oft würden Konzepte für Kreislaufwirtschaft oder Nachhaltigkeit im globalen Norden entstehen ohne die Perspektiven des globalen Südens einzubeziehen.

00:42:47: Der globale Süden muss in diese Entscheidungen einbezogen werden, wir sind schließlich Teil dieser Lieferkette.

00:42:53: Trotzdem werden wir kaum beteiligt wenn über Kreislaufwirtschaft oder Nachhaltigkeit entschieden wird.

00:42:58: Viele Lösungen funktionieren in Ghana gar nicht weil sie entwickelt wurden ohne unsere Realität mitzudenken obwohl wir diejenigen sind die die Folgen tragen.

00:43:15: Gleichzeitig sieht er auch Verbraucherin in der Verantwortung.

00:43:25: Jede und jede einzelne spielt eine wichtige Rolle, als Verbraucherinnen bestimmen wir die Nachfrage.

00:43:30: Die Industrie produziert letzten Endes das was Wir nachfragen.

00:43:34: Darin liegt unsere Macht.

00:43:42: Die Unterstützung von NGOs führte an.

00:43:44: Oder Gemeinwohl und ressourcenschonende Entscheidungen zu treffen.

00:43:54: Als Weltbürgerinnen tragen wir alle Verantwortung für unseren Planeten.

00:43:58: Jede Entscheidung sollte die Natur mitdenken, wenn unser Konsum der Umwelt schadet sollten wir unser Verhalten hinterfragen.

00:44:20: Bewusster Konsum und die Unterstützung von Initiativen, die sich für faire und nachhaltige Lieferketten einsetzen können also laut Agbo Fahre einen Unterschied machen.

00:44:31: Und der Gründer verbindet seine Vision noch mit einem weiteren Wunsch – Afrika und in seinem Fall speziell Gane, nicht länger als Endstationen für den Müll der Welt zu sehen.

00:44:45: Sondern als Ort an dem innovative Lösung für eine Kreislaufwirtschaft entstehen.

00:44:55: Wir haben große Ziele!

00:44:57: Wir möchten das Bild von Afrika verändern.

00:44:59: Weg von der Vorstellung einer Müllhalde der Welt hin zu einem Ort, an dem Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit praktisch gelebt werden.

00:45:07: Die Welt sollte von uns lernen, anstatt Afrika nur als Endpunkt zu sehen.

00:45:11: Sie sollte Afrika als Ausgangsplan

00:45:13: begreifen.".

00:45:20: Auch Femnet – die Organisation für die meine heutige Interviewpartnerin Mona Meier arbeitet setzt genau an dieser Lieferkette an.

00:45:32: Allerdings am anderen Ende!

00:45:39: häufig unter prekären Arbeitsbedingungen und mit zuniedrigen Löhnen.

00:45:43: Blicken wir auf die Veränderung, die dort nötig sind?

00:45:46: Und welche Fortschritte es bereits

00:45:49: gibt?".

00:46:13: Wenn sie noch zu brauchen ist, das wird ja im Zweifel.

00:46:15: Da kann man jetzt mal weiterspinnen.

00:46:17: sagen wenn es wirklich ernsthaft durchgesetzt wird und wir nicht dieselbe Abschwächung ablehnen über andere Gesetzen dazu führen dass weniger produziert wird damit man weniger müller weil die Firmen sonst mit diesen ganzen Resten da stehen.

00:46:26: Es geht an dem Gesetz darum dass Unternehmen für den gesamten Lebenszyklus ihrer Ware verantwortlich sind.

00:46:31: also das bedeutet Wenn, das hatte ich ja vorhin kurz beschrieben.

00:46:34: Wenn irgendwo Ware ist die zurückgekommenes Retouren und

00:46:37: Co.,

00:46:37: wäre der normale Weg, wir schmeißen das jetzt weg weil es sind einfach too much.

00:46:40: Und da gibt's sagt das neu in die neue Verordnung?

00:46:42: Nein Ihr könnt das nicht einfach wegschmeißen.

00:46:44: ihr müsstet hättet vorher schon überlegen müssen dass ihr viel zu viele Produkte habt oder dass ihr Fehler gemacht haben.

00:46:48: Die Seite verantwortlich ist so grob des Gesetz.

00:46:50: Ja, das ist grob das Gesetz.

00:46:51: Also einerseits nicht nur Okay, die Dinge könnten zurück kommen also muss ich irgendwie muss Ich mich um die Entsorgung kümmern und mit Mich um die entsorgen kümmere bedeutet auch checken, dass dieses Produkt auch recyclingfähig ist.

00:47:02: Also denke ich am Anfang schon darüber nach aus welchen Fasern soll dieses Produkt bestehen?

00:47:08: Also das halt wirklich als Zyklus gedacht wird und nicht nur Eier-Eichtreffende Entscheidung.

00:47:11: und am Anfang ist quasi die einzige Maxime nach der ich handele ein möglichst günstiges Kleidungsstück herzustellen deswegen benutze ich irgendwie Plastikfasern und Baumholfaseren usw.

00:47:22: Und dass man dann aber nicht darüber nachdenkt was bedeutet es eigentlich für die Entsorgung?

00:47:28: schon am Anfang darüber nachgedacht wird, okay ich muss einen Kleidungsdruck herstellen das vielleicht auch günstig ist aber dass sich auch gut entsorgen lässt oder gut wieder verwerten lässt.

00:47:37: Deswegen wähle ich nicht irgendwie eine Fassamischung die einfach sehr schlecht zu recyceln ist sondern ich wähle eine die gut zu recyceln ist weil das am Ende dann Kosten auch einsparen würde.

00:47:47: Eigentlich würde man ja meinen, auf den Gedanken hätte man ja vorher schon mal kommen können.

00:47:52: Ja vor allem also dieses Problem von der Überproduktion und das die halt irgendwie einfach im Textilmüll versinken ist nicht neu.

00:47:58: Das gibt es schon seit sehr vielen Jahren Und ich glaube jetzt durch irgendwie so Ski-Innen und Themen wo sie sehr groß geworden sind.

00:48:03: Es ist nochmal ein bisschen konkreter geworden und vielleicht auch greifbarer.

00:48:07: Man hat irgendwie noch einmal so Unternehmen Die man nochmal stärker in Pranger stellen möchte.

00:48:12: Dadurch passiert da jetzt gerade auch viel was voll gut ist.

00:48:15: Also die Zivilgesellschaft spricht da schon so lange darüber.

00:48:18: Was ich daraus jetzt mitnehme ist, offensichtlich ist doch der größte Hebel für Veränderungen in der Textilbranche das Gesetz also in diesem Fall die EU.

00:48:27: Würdest du dem zustimmen oder was würdest du sagen sind die größten Hebel for Veränderung um dieses System, was du wirklich toll beschrieben hast zu verändern?

00:48:35: Also ich glaube, Gesetze greifen auf verschiedene Ebenen.

00:48:38: Eineseits führen sie auch dazu, dass es vielleicht so eine Bewusstsein auch bei den Konsumentinnen oder der Bevölkerung entsteht aber andererseits bringen sie einfach Unternehmen dazu aktiv zu werden Dinge zu verändern und vor allem bringen also nehmen Sie Unternehmen die Verantwortung und das finde ich so wichtig Dass Unternehmen checken, dass sie so eine große Verantwortung tragen Und vor allem finde ich das wichtig in einem globalen System.

00:49:01: Ich glaube schon, dass dadurch einfach eine sehr große Veränderungen bewirkt werden kann.

00:49:04: also das EU-Gesetz, auf das du anspielst die Gesetze zu erweitert in Hersteller Verantwortung.

00:49:10: Die genau sagen ja einfach vor allem dass Unternehmen nicht nur irgendwie darüber entscheiden wie Kleidung hergestellt wird sondern dass sie auch dafür verantwortlich sind was mit der Kleidungen nach dem Kauf passiert und dass Sie das eigentlich schon mitdenken müssen beide Herstellungen.

00:49:27: Ich bin so froh dass es diese Gesetzer gibt aber ich finde Also manchmal bin ich auch so, ich finde es ja so offensichtlich dass man wenn man eine Sache herstellt das man sich dann eigentlich damit schon auseinandersetzen sollte was passiert damit wenn die sache nicht mehr gebraucht wird?

00:49:41: oder wie gehen wir damit um wenn die auch irgendwie wieder aus der welt geschaffen werden sollte?

00:49:46: aber immerhin besser später als nie.

00:49:49: Ich glaube was ihr doch bei diesen EU-Richtlinien die es jetzt gerade gibt was halt auch wichtig ist dann direkt auch schon wieder als globales System denkt.

00:49:58: Und jetzt das nicht nur darum geht, so Abfallmanagement in Europa zu betreiben und zu überlegen wie recyceln wir in Europa?

00:50:05: Was machen wir damit?

00:50:05: Sondern direkt auch das klubale System irgendwie im Blick zu haben und zu wissen dass wie das System aktuell funktioniert ist nämlich dass halt eben die Sergententware in globalen Süden im europäischen Ausland landet und dass man das auch schon mit denkt.

00:50:19: also Wie können wir auch irgendwie ein System schaffen Entsorgung direkt schon solidarisch und global mitdenkt.

00:50:27: Und ich weiß nicht genau an welcher Stelle sich das gerade befindet, die Gesetze aber dass das halt auch direkt mitgedacht wird finde ich so.

00:50:34: ja es wäre voll wichtig.

00:50:36: Ja natürlich würde das doch auch bedeuten weil du hast ja angesprochen das hatten wir vorhin auch schon bei dem Thema des Monitorings oder des Reinblickens in diese Fabriksituationen.

00:50:47: Es braucht ja immer offensichtlich eine gewisse Freiwilligkeit.

00:50:49: also welche Rolle würdest du sagen?

00:50:51: Unternehmenein in diesem System, weil ich vermute mal man siehe das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz.

00:50:59: Das am Ende ja häufig der Monetäre des monetären Interesse ist Kosten zu senken indem man bestimmte Dinge umgeht so also rein aus dem wirtschaftlichen Impuls heraus welche Verantwortung würdest du den Unternehmen dazu schreiben?

00:51:14: Also Unternehmen haben ja natürlich ein Interesse an Profite.

00:51:17: Und leider priorisieren sie immer Profite und eben nicht Menschenrechte, das ist glaube ich so die größte Veränderung, die vielleicht Unternehmen irgendwie durchlaufen müssen dass einfach Menschenrechten und Arbeitsrechte eine größere Priorität einnehmen in deren Entscheidung und es eben nicht nur um die Wirtschaftlichkeit und dem Profit geht.

00:51:34: keine Ahnung ob das vielleicht dann dem System oder dem der Funktionsweise von einem Unternehmen auch widerspricht.

00:51:41: Einfach Menschenrechte zu achten, Arbeitsrechte ist mit das Wichtigste was Unternehmen tun können und wo ich die auf jeden Fall der Verantwortung sehe.

00:51:49: Noch mal zu diesem EU-Gesetz zur erweiterten Herstellerverantwortung, was da ja auch irgendwie so ein bisschen Risiko ist dass wenn Unternehmen plötzlich auch irgendwie die Kosten übernehmen sollen für die Entsorgung oder die Mitdenken Das Gesetz muss schon irgendwie sehr durchdacht sein weil am Ende wirkt es eben das Risiko dass plötzlich Unternehmen mehr zahlen müssen Und weil sie quasi auch für diese Entsorgung verantwortlich gemacht werden, könnte das dazu führen, dass Sie halt weiterhin die Löhne und sowas drücken.

00:52:13: Also, dass sie die Stückpreise weiterhin drücken und die Löne... Das ist natürlich voll die große Gefahr von dem Gesetz, eine Sache, die voll gut gemeint ist und voll wichtig ist.

00:52:23: Am Ende aber halt dann irgendwie negative Konsequenzen für die Arbeiter in im globalen Süden hat.

00:52:27: Und genau das wäre auf jeden Fall nochmal an dieser Stelle der Appell, dass das halt alles direkt mitgedacht wird auch da vielleicht noch mal zu Hebel der Veränderung eigentlich liegt.

00:52:37: er hebelt bei den Unternehmen Aber die Gesetze bauen eben Druck auf die Unternehmen aus.

00:52:43: Damit es quasi zu starken Gesetzen kommt, braucht das eine sehr starke Zivilgesellschaft.

00:52:47: Weil die Lobby der Unternehmen ist so groß... ...die quasi ja für Profite und möglichst rentable Wirtschaftssysteme einsteht.

00:52:54: Und die Lobbie, die für Menschenrechtes sich stark macht, ist so klein!

00:52:59: Ich glaube vielleicht ist der tatsächlich größte Hebel, der dann auch hinter starkem Gesetz entsteht einfach ne starke zivilgesellschaft.

00:53:07: Ja, ich meine wenn wir uns aktuell anschauen was mit der Zivilgesellschaft passiert wie halt auch für alle rechte Kräften der zivilgeselftes Leben schwer machen ja läuft es gerade irgendwie nicht so gut mit.

00:53:17: Wir bauen eine starke Zivil-Gesellschaft auf und das glaube ich besorgniserregend auch dass so zivil gesellschaftliche Akteuren immer weiter abgeschwächt werden.

00:53:25: Wir hatten ja schon zweimal gestriffen das Lieferkettengesetz.

00:53:29: so hat es auch davon gesprochen dass es verwässert worden ist.

00:53:33: Wir haben das Gesetz auch schon ein paar mal im Podcast natürlich weil Eigentlich auch seit langer Zeit das erste Mal war, dass man eben nicht reaktiv auf eine Praxis von Unternehmen nur reagiert.

00:53:43: Sondern dass man einen System in den Blick nimmt und aktiv vorschreibt.

00:53:47: so soll es im Zukunft sein.

00:53:48: Also ich glaube ist ja schon nochmal ne andere Qualität.

00:53:53: Seit vierundzwanzig ist es beschlossen Und die Potenziale haben wir ausreichend besprochen also wie wichtig es wäre, dass Man Transparenz schafft und dass man Einblick hat darin wie die eigenen Produktionsmechanismen sind.

00:54:06: Wo würdest du aber sagen, sind in der Praxis die größten Lücken?

00:54:11: Also jetzt gar nicht so sehr auf das Lieferkettengesetz beschränkt.

00:54:14: Aber ich glaube eine große Lücke ist einfach... Vielleicht ist Lücke auch das falsche Wort!

00:54:19: ...aber ich glaube halt wie dieses System fast fashion funktioniert, dass es eben schnelllebig ist, darum geht immer irgendwie die Preise zu drück aus Unternehmensperspektive ist halt einfach... Das ist einfach so.

00:54:31: der springende Punkt weil Was auch damit einhergehen und was vielleicht das Lieferketten versucht halt so, ein bisschen mehr Unternehmen die Verantwortung zu bringen war einfach dass die Unternehmen eine engere Beziehung auch zu ihren Lieferanten aufbauen.

00:54:48: Und aber dieses System Fast Fashion, das eben schnelllebig ist und wo quasi Unternehmen von Lieferant zu Lieferants prängen je nachdem wo gerade irgendwie das günstigste Produkt zu haben ist.

00:54:58: Ja.

00:54:59: Das finden natürlich auch dazu, dass dann halt auch irgendwie Lieferanden wenig investieren in gute Arbeitsbedingungen.

00:55:05: Und so, es geht nur darum halt irgendwie die Aufträge anzunehmen und auch quasi Aufträge, die halt verlangen, dass man möglichst günstig produziert.

00:55:14: Es geht gar nicht darum, im Gute-Arbeitsbedingung zu schaffen auf der Fabrikebene was alle wollen!

00:55:20: So auf dem Papier ist hier einfach gute Arbeitsbedingungen.

00:55:23: Und aber, dass halt eben gute Arbeits- bedingungen gibt scheitert einfach daran wie dieses System funktioniert und es scheitern vor allem auch daran das die Beziehung zwischen Unternehmen und lieferanten Fabrikenarbeiter in Dass da die Beziehen so schlecht ist und dass da nicht gemeinsam darüber nachgedacht wird Wie können wir irgendwie gute Arbeitsbedingungen schaffen?

00:55:42: Fabrike vielleicht auch von Unternehmen den nötigen Support bekommen um gute Arbeitsbedingungen zu schaffen.

00:55:48: Das ist, glaube ich so mit eines der größten Probleme?

00:55:51: Ja!

00:55:51: Du leidest ja selbst bei Femnet ein Projekt zu gendergerechtem Arbeitsschutz.

00:55:55: Vielleicht kannst du einmal erzählen worum es da geht und werst du vielleicht oder was ihr da schon erreicht habt mit dem Projekt.

00:56:04: Das Projekt zielt darauf ab, Gesundheitsschutz in Fabriken geschlechtergerecht zu denken und auch geschlechtergerecht zugestalten.

00:56:11: Also diese Sicherheit ist irgendwie ein Thema das in der Textilindustrie seit Rana Plaza angegangen wurde.

00:56:17: aber es wurde eben nur als sehr technische Sicherheit gedacht.

00:56:19: also es gibt irgendwie Einweisungen in Maschinen Es gibt irgendwie keine Ahnung Handschuhe plötzlich oder Arbeitskleidung die Dinge so vermeintlich sicherer machen.

00:56:29: Aber alles, was so übersicherheit hinausgeht wird dann halt nicht bedacht.

00:56:33: Und da also diese ganzen Gesundheitsdinge und da haben wir uns im Projekt vor allem mit reproduktiver Gesundheit beschäftigt, mit mentaler Gesundheit, mit Ernährung und Mangelernährung, mit Muskeln- und Gelenkbeschwerden, auch Zugang zu Gesundheit und Gesundheitsversorgung.

00:56:51: Im Projekt gibt es eben die Idee ist das man sich... dem Thema Gesundheit noch ein annimmt.

00:56:56: Und das eben aus einer geschlechtergerechten Perspektive, weil ... das ist generell für die Textilindustrie aber für alle Industrien und auch nicht nur den Produktionssendern sondern überall dass wenn Gesetze gemacht werden und wenn irgendwie Richtlinien aufgesetzt werden dann wird es eigentlich in der Regel von Männern gemacht wodurch es halt eben also die Perspektiven, die es auf praktisch alle Bereiche gibt sind einfach sehr männlich dominiert.

00:57:19: uns wird Arbeit zum Beispiel nicht gesehen keine Pausen machen können während ihrer Arbeitszeit, wenn sie nicht auf Toilette gehen können.

00:57:28: Aber in der Zeit zum Beispiel ihre Menstruation haben, dass das halt einfach mit reproduktiven Gesundheitsrisiken einhergeht oder auch wenn die zu wenig trinken hat es auch Auswirkungen.

00:57:41: Also den Druck auszuhalten am Arbeitsplatz, dass man die ganze Zeit Produktionsziele erreichen muss für zu mentalen Belastungen.

00:57:48: Die dann auch quasi sich akumulieren mit den Belastung, die sie eh schon haben als quasi die Person, die für die Kehrarbeit zu Hause verantwortlich ist.

00:57:57: Dann gibt es irgendwie noch geschlechtbasierte Gewalt, die auch noch die Frauen treffen und das alles führt einfach zu einer sehr ungesunden Arbeiterinnenschaft.

00:58:05: Mit dem Projekt hatten wir etwas... Also ist das Ziel eigentlich darauf aufmerksam zu machen und dafür mehr Bewusstsein zu schaffen.

00:58:11: Anfangs gab es quasi eine Interviewstudie mit den Arbeiterinnen, wo die einfach nochmal voll viele Einblicke über ihre Gesundheitssituationen mit uns geteilt haben also vor allem mit unseren Partnern in Indien und Indonesien Und daraus entstanden dann Guidelines.

00:58:27: Die Guidelines sind so sehr konkrete Vorschläge was man machen kann um die Gesundheitssituations zu verbessern Und wir, die deutschen Organisationen also Femnet und Südwind haben gleichzeitig so auf der europäischen oder auch internationalen Ebene für das Projekt Werbung gemacht.

00:58:42: Und eben nochmal diese Nied-für mehr geschlechtergerechten Gesundheitsschutz großgemacht.

00:58:47: Darüber sind wir dann an Unternehmen gekommen, die ein sehr großes Interesse an dem Thema haben.

00:58:53: Und genau, dann haben wir das alles zusammengeführt.

00:58:55: Die Unternehmen mit Interessen und die Guidelines und dann haben die Unternehmen uns einige ihrer Fabriken genannt und dort haben wir dann Piloten jetzt durchgeführt oder fühlen wir immer noch durch.

00:59:04: Zum Beispiel in Indonesien war das Oberthema für die Implementierung mentale Gesundheit und da wurden dann halt auf Fabriquebene so ein Mental Counseling eingerichtet wo Arbeiter hingehen können um... quasi über ihr Mental Low zu sprechen und sich aber auch direkt irgendwie Beratung zu holen, wie sie damit besser umgehen können.

00:59:22: Also so sehr konkrete und teilweise auch fast schon so strukturelle Veränderungen wollen wir eigentlich mit dem Projekt bewirken.

00:59:28: Ja total super spannend und offensichtlich ja auch wirklich total wirkungsvoll also echt interessant.

00:59:35: Vielen Dankeschön mal für die ganzen Einblicke für die Anblick in das Projekt.

00:59:40: Ich würde zum Abschluss kommen wir zu die Anstifter, dass ist unsere Abschlusskategorie und ich glaube wir haben so ein bisschen hinreichend dargelegt ein weiteres Mal warum dieses Problem ein strukturelles ist und man das nicht auf das Individuum abwälzen kann.

00:59:52: aber Dirk Steffens hat in unserer Folge zur Biodiversität gesagt es ist ein bisschen zu einfach alles von sich fernzuhalten uns zu sagen ich habe damit nichts zu tun.

01:00:01: das ist ein strukturelles problem.

01:00:02: deswegen vorsichtig reingefragt in diese Lücke zwischen.

01:00:06: Alles liegt bei den Individuen und irgendwo muss man sich vielleicht mitverantwortlich fühlen.

01:00:19: Was würdest du sagen, kann man tun als jeder und jede Einzelne in einem System was nicht darauf ausgelegt ist dass das individuum das von heute auf morgen ändern kann?

01:00:30: Aber wie kann man etwas tun um einen Beitrag zu leisten dass die Textilwirtschaft sich verändert?

01:00:38: Ich glaube man kann da voll gut anfangen.

01:00:42: Also einfach sich selbst beobachten und so noch mal da, also so verstehen zu wollen.

01:00:47: Warum kaufe ich die Dinge?

01:00:49: Warum kauffe ich so viel?

01:00:50: Was bringt das mir?

01:00:51: Und wenn ich dann irgendwie darauf komme, dass ich irgendwie voll häufig Dinge kaufe, wenn ich sie auf Instagram oder auf TikTok sehe ... Dann kann ich ja irgendwie versuchen damit umzugehen und mir vielleicht keine Ahnung, manche Personen auf Instagram entfolgen, wo ich das Gefühl habe, führen dazu, dass ich mehr kaufe als ich eigentlich möchte.

01:01:15: Ich finde es auch voll gut einfach, sich nochmal so bewusster zu werden wie viel kaufe ich überhaupt und einfach mal vielleicht so ein Jahr lang eine Liste zu führen mit den Dingen die man halt wirklich kauft oder auch die man so worüber man nachdenkt was man gerne kaufen würde das glaube ich ist so viel.

01:01:32: noch einmal einfach mit sich selbst auch nochmal ausmachen und gucken was denn irgendwie so Mechanismen die in meinem Kaufverhalten irgendwie zugrunde liegen.

01:01:42: Das, glaube ich ist so das erste was jede Person tun kann und dann im zweiten Schritt auch einfach weniger kaufen Und dann vielleicht einem dritten Schritt.

01:01:51: das finde ich irgendwie auch noch mal voll wichtig dass man halt irgendwie so Individuen nicht immer nur als Konsumentin sondern auch einfach als so politische Akteurinnen In dem politischen System indem wir uns bewegen und es halt irgendwie vielleicht dann irgendwie eine staatliche Ebene, aber auch eine europäische.

01:02:07: Und dass halt irgendwie jede Person auch einfach sich politisch einbringen kann und sei es halt über irgendwie Wahlen und eine Entscheidung vielleicht für ne Partei die halt eher sich für Menschenrechte statt für Profite einsetzt, die irgendwie nen Lieferkettengesetz nicht weiter abschwächen möchte.

01:02:25: Aber auch als Petitionen unterzeichnen, die Zwillgesellschaft stärken – das finde ich ist alles voll wichtig!

01:02:30: Ja...und vielleicht das vierte?

01:02:33: Du hattest es nämlich vorhin selbst angesprochen.

01:02:35: Wenn ich jetzt mal eine Kleidung kaufen möchte, worauf kann ich achten?

01:02:38: Also Stichwort Etiketten.

01:02:40: Gibt's da was, worov ich besonders achten sollte wenn ich mir jetzt eine Hose kaufe?

01:02:44: Genau, ich habe vorhin schon die Zertifizierung erwähnt also einerseits die Fairway Foundation, die eben Kleidungen zertifiziert und damit quasi Transparenzschaft in Bezug auf Arbeitsbedingungen, dass die Kleidungsstücke sozial verträglicher hergestellt wurden.

01:03:00: dann gibt es aber auch natürlich... Noch die Gottz-Zertifikate, die dann zum Beispiel sagen, dass die Kleidung möglichst ökologisch hergestellt wurde.

01:03:10: Liebe Monast meine große Freude!

01:03:11: Ganz herzlichen Dank für deine Einblicke und fürs Gespräch.

01:03:14: vielen, vielen Dank.

01:03:15: Danke Jonas, danke euch.

01:03:23: Das war die vierte Folge der zweiten Staffel von Die Anstifte Eine Welt viele Wege Ein Podcast der Servicestelle für Stiftung und viel Entropie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

01:03:37: Kurz BMZ.

01:03:39: Produziert wird der Podcast vom Studio ZX, einem Unternehmen des Zeitverlags.

01:03:44: Mein Name ist Jonas Ross.

01:03:45: Vielen Dank fürs zuhören – bis zum nächsten

01:03:47: Mal!

01:04:01: Weitere Infos finden Sie auch in den Shownotes jeder Podcast-Folge.

01:04:04: Dort verlinken wir Ihnen auch die wichtigsten Quellen zu dieser Folge!

01:04:08: Wenn Ihnen der Podcast gefällt, bewerten Sie ihn gerne und abonnieren sie ihn um keine weitere Folge zu verpassen.

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