Teil 6: Engagement (mit Patrick Knodel, ChanceMaker Foundation)

Shownotes

Wie geht man globale Herausforderungen am besten an? Welche Formen des Engagements helfen wirklich nachhaltig – und welche nicht? Welche Möglichkeiten gibt es für Individuen, Vereine oder Stiftungen, sich zu engagieren und wie finde ich „meinen Weg“, etwas zu tun?

Diese und weitere Fragen rund um globales Engagement beantwortet in dieser Folge Patrick Knodel. Knodel ist Gründer einer Impact-Investment-Firma und einer gemeinnützigen Stiftung, der „ChanceMaker Foundation“. Das Ziel der Stiftung ist es, „inspirierende Möglichmacher zu finden und zu fördern, die benachteiligte Menschen weltweit dabei unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Außerdem berichtet Laura Steinacher vom Engagement des PREDA Freundeskreises. Der Verein versteht sich als Sprachrohr und setzt sich von Deutschland aus für die Belange der PREDA Foundation, für die Rechte von philippinischen Kindern und Jugendlichen, ein.

Sie möchten auch was tun und sich einsetzen, wissen aber nicht wie? Dann melden Sie sich bei uns, kostenfrei und so ziemlich rund um die Uhr:

Kontakt: Engagement Global | Telefon: 0800-1800-7188 | Mail: info@engagement-global.de

Diese Folge ist die sechste aus der Podcastreihe „Die AnStifter – Eine Welt. Viele Wege.“ Ein Podcast der Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Produziert wird der Podcast vom Studio ZX, einem Unternehmen des ZEIT Verlags.

Weiterführende Informationen:

  • Das ist der PREDA Freundeskreis e.V.
  • Hier finden Sie Informationen zur philippinischen PREDA Foundation.
  • Alles zur Organisation von Knodel und seinem Team, der ChanceMaker Foundation, gibt es hier.
  • Unterstützen können Sie die ChanceMaker Foundation hier.
  • hier finden Sie Zahlen, Daten und Fakten zum Engagement in Deutschland.
  • Infos zu Stiftungen in Deutschland gibt es hier: Bundesverband Deutscher Stiftungen.
  • eine dieser Stiftungen ist „Urgewald“, das Team klärt über unnachhaltige Finanzströme und Investments von Konzernen, Banken oder Investoren auf.
  • Die Gates Foundation soll bis 2045 aufgelöst werden – bis dahin will Bill Gates große Summen des Vermögens investieren. In welche Bereiche? Das können Sie hier nachlesen.

Möglichkeiten, sich global zu engagieren, bieten zum Beispiel diese Programme von Engagement Global:

  • Weltwärts (für 18 - 28-Jährige)
  • Ensa (für Schüler*innen)
  • ASA-Programm (für Studierende, junge Berufstätige und Azubis)
  • Senior Expert Servise (SES) (für Fach- und Führungskräfte in Ruhestand oder beruflicher Auszeit ab 30 Jahren)
  • Digitaler Austausch für Schulklassen und Lerngruppen gelingt dank des BtE chat (ehemals CHAT der WELTEN)
  • SKEW (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt | Engagement für Kommunen)

Transkript anzeigen

00:00:04:

00:00:21: Man kann jetzt mit dem Engagement auch was Sinnhaftes tun und ist nicht so gelähmt angesichts der vielen Krisen, die wir ja aktuell erleben, sondern bestimmte Systeme müssen sich ändern oder die Politik ist in der Verantwortung.

00:00:35: Aber dass es schon auch die Möglichkeit gibt, selbst Verantwortung zu übernehmen und... ein Stück weit einzutreten für vor allem die eigenen Werte und Einstellungen.

00:00:48: Das findet Laura Steinacher.

00:00:52: Steinacher ist Teil des Präda Freundeskreises.

00:00:56: Der Präda Freundeskreis ist ein Verein aus Deutschland, der den Philippinischen Verein Präda unterstützt.

00:01:03: Und Präda verfolgt das Ziel, Kinder und Jugendliche auf den Philippinen aus Gefängnissen, Zwangsprostitution und Armut zu befreien.

00:01:13: Und sie auf dem Weg in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben

00:01:17: zu

00:01:17: begleiten.

00:01:20: Präda schützt die Rechte von Frauen und Kindern, besonders derjenigen, die Opfer von Menschenrechtsverletzung, von Menschenhandel und von Missbrauch geworden sind.

00:01:30: In einem YouTube-Video von Weltwärts erklärt Präda-Gründer Shay Cullen, welche Rolle Präda dann übernimmt.

00:01:38: Wir geben ihnen Schutz, medizinische Hilfe, Bildung und Therapie.

00:01:43: Es geht darum, die Kinder in jeder Hinsicht zu unterstützen und zu behüten.

00:01:50: Eine besondere Position im Leben dieser Kinder nehmen dann beispielsweise freiwillige HelferInnen ein.

00:01:56: Im gerade gehörten Video erzählt Kallen von der Ankunft von zwei neuen Helferinnen.

00:02:02: Es ist für sie eine große Herausforderung, alle Kinder in den Predaheim kennenzulernen.

00:02:11: Aber das machen sie toll.

00:02:12: Sie haben unglaublich viel Gefühl, Herz und Freundlichkeit.

00:02:15: Und das zu beobachten, ist wahnsinnig schön.

00:02:18: Sie machen die Kinder glücklich.

00:02:20: Einfach, weil sie da sind.

00:02:25: Neben den Freiwilligen gibt es bei Präder dann noch Menschen wie Ian Rosalita.

00:02:31: Er ist Krankenpfleger und Betreuer bei Präder.

00:02:35: Er arbeitet mit jungen Männern zusammen.

00:02:37: Viele von ihnen hätten laut weltwärts auf der Straße gelebt und seien wegen Bagatelldelikten und Diebstahl willkürlich verhaftet worden.

00:02:45: Sie hätten unter unmenschlichen Bedingungen im Gefängnis gesessen.

00:02:48: bevor sie dann zu Predakam.

00:02:51: Rosalita erklärt.

00:02:56: Viele der älteren Jungs haben ein Strafverfahren laufen.

00:02:58: Wir helfen nie mehr diesen Strafverfahren.

00:03:00: Und wir unterstützen sie vor Gericht, unsere Sozialarbeiter versuchen, mildere Strafen für sie zu erwerben.

00:03:10: Weltwärts ist übrigens ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

00:03:17: Junge Menschen zwischen achtzehn und achtundzwanzig haben mit weltwärts die Möglichkeit, sich für mindestens sechs Monate in einem Projekt in einem anderen Land zu engagieren.

00:03:27: Eines dieser Projekte ist Preda.

00:03:30: Laura Steinacher hat ihren Freiwilligendienst bei Preda selbst organisiert.

00:03:35: Sie ist nach ihrem Abi für einige Monate auf den Philippinen gewesen.

00:03:39: Und als ihr Freiwilligendienst dann vorbei war, wollte sie die Organisation weiter unterstützen.

00:03:46: Zusammen mit anderen Freiwilligen hat sie sich vor mittlerweile vierzehn Jahren zum Freundeskreis zusammengeschlossen.

00:03:52: Die Engagierten sammeln seitdem Spenden und wollen gleichzeitig in Deutschland über die Themen des Philippinischen Vereins aufklären.

00:04:00: Zum Beispiel mit Hilfe von Theaterstücken, in denen Philippinische Jugendliche ihre Lebensgeschichte erzählen.

00:04:07: Tatsächlich ist ein Teil davon natürlich die Spendengenerierung und das Aufmerksam machen auf die Organisationen.

00:04:14: Aber wir wollen damit vor allem auch Bildungsarbeit machen und eben so ein Stück weit sensibilisieren für die Situation auf den Philippinen und bestimmte Lebensrealitäten eben im globalen Süden auch so ein bisschen nahbarer machen.

00:04:27: Also vor allem auch diesen interkulturellen Austausch anzustreben.

00:04:32: Ihren Wunsch, sich fürs Gemeinwohl einzusetzen, den hat Steinacher schon früh entwickelt.

00:04:38: Also ich bin selbst auch so ein Stück weit in der Weltladen-Community groß geworden.

00:04:43: Also meine Eltern haben bei uns in unserem Heimatdorf einen Weltladen gegründet vor dreißig Jahren.

00:04:49: Und dann war ich sozusagen als Kind da schon mit dabei und bin da so ein Stück weit groß geworden.

00:04:55: Und hab mich dann schon immer irgendwie so ein bisschen für alles internationale Geschehen interessiert und hatte schon auch ein sehr ausgeprägtes, ein sehr ausgeprägtes Ungerechtigkeitsempfinden, was so ja die globale Verteilung anbelangt.

00:05:14: Was Gutes tun?

00:05:15: Und gegen Ungerechtigkeiten einstehen, das wollen neben Laura Steinacher auch viele andere Menschen.

00:05:22: Ungefähr vierzig Prozent der Deutschen sind laut Bundesinnenministerium ehrenamtlich aktiv.

00:05:28: Deutlich mehr als im Vergleich zu früher.

00:05:31: Wenn es um Spenden geht, sieht es allerdings etwas anders aus.

00:05:35: Während der Betrag einzelner Spenden zwei tausendfünfundzwanzig im Durchschnitt höher war als in den letzten Jahren zuvor, ist die Anzahl von Spenderinnen deutlich zurückgegangen.

00:05:47: Die Folge letztes Jahr kam in Deutschland weniger Geld für gemeinnützige Zwecke zusammen als im Jahr davor.

00:05:54: Das zeigt eine Erhebung des deutschen Spendenrates.

00:05:58: Dabei ist die Anzahl der weltweiten Krisen insgesamt gestiegen.

00:06:03: Über einige davon haben wir in diesem Podcast bereits gesprochen.

00:06:07: Und klar, gerade die Menge an Herausforderungen macht es manchmal schwer, irgendwo anzufangen.

00:06:14: Also fragen wir in dieser Folge, wie geht man globale Herausforderungen am besten an?

00:06:21: Welche Formen des Engagements helfen wirklich nachhaltig und welche nicht?

00:06:26: Wie kann globales Engagement auf Augenhöhe funktionieren?

00:06:30: Welche Möglichkeiten gibt es für Individuen, Vereine oder Stiftungen, sich zu engagieren?

00:06:36: Und wie finde ich meinen Weg?

00:06:39: Etwas zu tun.

00:06:44: Die Anstifter.

00:06:45: Eine Welt, viele Wege.

00:06:47: Beleuchtet weltweite Herausforderungen.

00:06:49: Erklärt globale Zusammenhänge dahinter und zeigt Lösungen auf.

00:06:54: Wir sprechen dafür in jeder Folge mit Menschen, die sich genau für diese Lösung einsetzen.

00:07:00: Experteninnen, Finanthropinnen, Stifterinnen, Engagierte oder Aktivistinnen.

00:07:05: Mit Anstiftern eben.

00:07:08: Mein Name ist Jonas Ross und das ist Folge sechs.

00:07:12: Engagement.

00:07:19: Und zu Gast im Interview in dieser Folge ist Patrick Knodl.

00:07:24: Nach einer eher klassischen Laufbahn mit Abschlüssen in BWL hat Knodl zunächst in verschiedenen Branchen von Sport über Gastronomie bis zu Immobilien und Events gearbeitet.

00:07:36: Doch es sollte alles anders kommen.

00:07:39: Als er mit dem Rucksack durch die Welt reiste, stellte er sein damaliges Weltbild infrage.

00:07:44: Patrick Knodl gründete darauf hingleich zwei Organisationen.

00:07:48: Eine Impact Investment Firma und eine gemeinnützige Stiftung.

00:07:52: The Chance Maker Foundation.

00:07:55: Was Knodl dazu bewegt hat, wie er mit seiner Stiftung Veränderung bewirken will und was er an klassischer Entwicklungszusammenarbeit schwierig findet.

00:08:04: Das erzählt er jetzt im Interview.

00:08:08: Los geht's!

00:08:12: Mein Gast in dieser Folge von Die Anstifter ist Patrick Knodl.

00:08:16: Und ich sage herzlich willkommen, schön, dass du da bist.

00:08:18: Das freut mich.

00:08:19: vielen Dank, dass ich da sein darf.

00:08:21: Ich kann dir nicht ersparen, das war die letzten Folge immer schon so, dass wir mit sehr großen Fragen dieses Gespräch beginnen.

00:08:27: Man muss sagen, seit einiger Zeit, das ist nicht erst seit diesem Jahr so, sind die Schlagzeilen rund um... Entwicklungszusammenarbeit, Förderung von Projekten von NGOs, die staatlich gefördert werden, eher in Richtung Abbausparmaßnahmen.

00:08:41: Die USA hat damit mehr oder weniger angefangen, aber auch in Deutschland kann man, glaube ich, etwas damit anfangen mit diesen Ideen, dass man in diesen Bereichen spart und Förderung kürzt.

00:08:51: Wie blickst du auf diese Entwicklung und auf die Situation aktuell?

00:08:54: Das ist in der Tat gleich eine große Frage vorneweg.

00:08:57: Das

00:08:58: ist ja dann am Ende, wenn man die Wenn man die aufmacht, die Kernfrage, ob man jetzt staatliche sogenannte Entwicklungszusammenarbeit gut findet oder nicht und sinnvoll findet.

00:09:10: Ich würde es lustig, als jemand, der aus dem gemeinnützigen Bereich kommt, würde ich sagen, ich finde es eher nicht gut.

00:09:17: Ich würde es aber nicht absolut formulieren.

00:09:20: Ich gebe mal ein kleines Beispiel.

00:09:22: Wir haben eine ganz kleine, unsere Partner nennen wir Chance Makers, deswegen Chance Maker Foundation, eine ganz kleine Organisation, mit der wir arbeiten in Sri Lanka.

00:09:33: Da sind wir eigentlich der einzige Förderer.

00:09:34: der Free Funding, gibt über mehrere Jahre auf Organisationsbasis.

00:09:38: Die anderen Einkommensquellen, die die hatten, die halbwegs belastbar waren, waren aus eigenen Dienstleistungen, die sie an andere NGOs erbringen, um sich so zu finanzieren.

00:09:48: Diese anderen NGOs, die ihre Kunden waren, die waren alle sieben im Wesentlichen von USAID finanziert.

00:09:55: Das heißt, sie sind den alle weggebrochen.

00:09:58: Das heißt, im Grunde genommen meine Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit ist ja, dass sie am Ende das Geld in der Regel nicht bei den Menschen ankommt, die wirklich Veränderungen sorgen und dass das ganze Spiel der Entwicklungszusammenarbeit auch ein zutiefst unehrliches ist.

00:10:13: Aber und deswegen erzähle ich das Beispiel, es hatten natürlich trotzdem auch Spillover Effekte, wo es dann eben doch auch teilweise bei den Richtigen wieder ankommt.

00:10:22: Deswegen tue ich mich da immer schwer zu sagen, ich bin da dagegen oder dafür.

00:10:26: Grundsätzlich glaube ich, dass zivilgesellschaftliches Engagement und auch staatliches Engagement dem Gemeinwohl dienen sollte.

00:10:33: Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sehe ich das aber über die letzten sechzig Jahre nicht, wenn man es ehrlich analysiert, ob man dann jetzt dann Bisa, Moyo, Elise oder andere.

00:10:44: Es gibt so eine schöne Statistik.

00:10:45: Ich meine, es ist immer schwierig mit den Zahlen, aber das rund dreizehn Euro oder Dollar an sozusagen Rohstoffen und Mineralien umsonst aus Afrika in den globalen Norden fließen, für jeden Dollar Entwicklungshilfe, der in den Süden fließt.

00:11:04: Und das ist halt das, was im Grunde genommen die letzten sechzig Jahre gemacht wurde.

00:11:08: auf staatlicher Ebene, hat man sich die Den globalen Süden bin ich eingekauft.

00:11:15: Früher war es mal Kolonialismus, später ging das so nicht mehr, also hat man neue Systeme gefunden über große Institutionen, um das weiterhin zu machen.

00:11:24: Und das ist leider was, wo ganz, ganz wenige Leute ehrlich drüber reden, dass das so ist.

00:11:28: Und deswegen, wenn das ganze System mal kollabiert, dann bin ich der Erste, der Juhu schreit.

00:11:34: Das Problem ist, dass natürlich eben nicht alles an diesem System schlecht ist, weil auch Teile davon eben wiederum in richtige Kanäle gehen.

00:11:40: Und das Thema wäre eigentlich, wie kann man das auflösen?

00:11:43: Also wie kann man, wie kann man als, ich sag es mal, als Industrieland etwas ehrlicher werden und sagen, na ja, unser Reichtum basiert eben auch zu großen Teilen auf Ausbeutung der Länder des globalen Südens und zwar seit vierhundert Jahren und nicht erst seit dem Zweiten Weltkrieg.

00:12:02: Und deswegen habe ich irgendwie nicht vor Pflicht, um dort auch was besser zu machen, aber wenn ich da ehrlich wäre, dann würde ich halt andere Handelsabkommen machen und ich würde auf der Ebene mit den Leuten ehrlich umgehen und ich würde eben schauen, dass das Land seine Rohstoffe im Land behält oder wenn man sie abbaut, dass die Gewinne daraus dann auch den Menschen zugute kommen.

00:12:20: Und mir nicht eine korrupte Regierung züchten, die dann irgendwie global mit mir im Gleichschritt marschiert, aber die die die die die Erlöse und die Dollars aus den Rohstoffen landen bei mir und im Gegenzug gebe ich Entwicklungshelfe.

00:12:34: Deswegen, ich sehe es disferenziert.

00:12:36: Ich kann es dir nicht genau beantworten, aber was man auf jeden Fall sagen kann, es ist auf jeden Fall dramatisch, wenn man sich anschaut, wie groß die Kürzungen sind.

00:12:44: Wir sind keiner staatlich.

00:12:45: geförderte Organisation.

00:12:48: Deswegen trifft es uns weniger, weil wir von Privatspenden leben.

00:12:51: Aber auch der Markt geht ja extrem zurück.

00:12:53: Und das heißt, die große Frage ist, wo kommt künftig das Geld für diese Themen her?

00:12:58: Das weiß ich gerade offen gesagt auch nicht.

00:13:00: Ja, weil das ist ja, also es ist ja insofern eine interessante Perspektive, weil es ein, wie du sagst, eine Differenzierung, aber es setzt ja so ein bisschen voraus, dass selbst wenn man daran arbeiten würde, das System umzubauen, dass die Entwicklungszusammenarbeit anders gestaltet wird, bräuchte es ja den Staat als aktiven Player zumindest im Moment, weil wenn du von null auf hundert die Förderung runterziehst, dann ist dieses Gebiet ja, dieses Themengebiet ja gar nicht mehr bearbeitet oder zu wenig bearbeitet oder es liegt komplett in Händen von durch Privatspenden finanzierte Organisationen.

00:13:33: Also es braucht ja eigentlich irgendwie eine, diese Summen, die da fließen.

00:13:39: können, wenn die einfach wegfallen, wie du sagst, dann ist es ja auch problematisch.

00:13:41: Also das ist ja wie so ein Paradox.

00:13:42: Auf der einen Seite will man, dass die Entwicklungszusammenarbeit anders gestaltet wird, aber auf der anderen Seite braucht es eigentlich dieses Geld.

00:13:48: Das heißt, es müsste ja irgendwie durch den Akteur, der sich zurückzieht, den Staat, müsste es ja eine Art von Anspruch geben, das System umzubauen.

00:13:57: Genau.

00:13:58: Am Ende bist du hier bei der alten Frage, die auch immer im Kapitalismus diskutiert wird, welche Rolle hat denn der Staat und was kann er und was kann er nicht?

00:14:06: Und wenn er sagt, wenn wir sagen, er kann irgendwas nicht, wir können was denn so organisieren, dass es besser geht.

00:14:10: Und so richtig viel schlauer sind wir damit auch nicht geworden in den letzten jetzigen Jahren.

00:14:17: Ich glaube halt, dass... Wie funktionieren Menschen auf Basis dessen, was sie in ihrem Leben an Reizen aufgenommen haben und was dadurch ihre Persönlichkeit gebildet hat und ganz, ganz wenig davon ist, wie wir alle wissen, rationale Entscheidungen.

00:14:33: Ganz vieles stark verankert.

00:14:35: das Weltbild und das überhaupt zu reflektieren, das fällt den meisten Leuten schon schwer.

00:14:39: Und dann hast du noch Incentives oben drauf, die dich in eine gewisse Richtung pushen.

00:14:42: Und jetzt ist die Frage, wenn ich in einem Ministeriumsitze beispielsweise das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit heißt.

00:14:51: Ich glaube, der Herr Niebel war das vor vielen Jahren mal der Minister, der hat das mal in einem ehrlichen Moment gesagt, der sagte mal Leute, das heißt wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

00:15:00: Also wirtschaftliche Zusammenarbeit ist der Hauptpunkt.

00:15:03: Entwicklung ist der Nebensatz.

00:15:06: Und dann ist halt die Frage, was ist denn meine Mission überhaupt, die ich machen will?

00:15:11: Sind da jetzt nur gut Menschen, die alle Mitleid mit Menschen haben, denen es schlechter geht und wollen, dass es denen besser geht?

00:15:17: Oder verwalten die deutsche Steuermittel idealerweise so, dass es auch den Deutschen besser geht damit?

00:15:23: Und deswegen, wie kann ich einen Incentiv strukturieren?

00:15:26: Es gibt im Impact Investing-Bereich gerade dieses Thema mit den nachrichtenlosen Bankkonten, also Bankkonten, die sozusagen nicht mehr abgeholt werden, wo keiner mehr weiß, wem die gehört.

00:15:36: Die fallen aktuell in Deutschland einfach der Bank zu.

00:15:39: Die darf die als Gewinn verbuchen.

00:15:41: In anderen Ländern wie England und so weiter gibt es da eben Fallendien im Fonds zu, der damit ins Gemeinwohl investiert.

00:15:46: Und das wird ja gerade auch in Deutschland versucht, auch ihr einzuführen.

00:15:50: Und jetzt aber auch da wieder die Frage.

00:15:52: kann ich sagen, finde ich super, wenn da X-Milliarden dann gehoben werden, aber wer verwaltet die jetzt und was ist jetzt der richtige Weg, um das zu tun?

00:16:00: Und der, der das aufsetzt, welches Weltbild hat der jetzt?

00:16:03: Das ist halt, die Welt ist halt nicht gut und schlecht, sondern der hat halt ganz viele Grauschatterungen.

00:16:08: Und deswegen finde ich es unglaublich schwierig, eine allgemeingültige Empfehlung auszusprechen.

00:16:15: Was ich immer nur sagen kann ist, wenn du wirklich daran interessiert bist, dass du Menschen irgendwo anders Hilfst, dass ihre, ihre Umwelt nicht zugrunde geht und dass sie aus der Armut kommen.

00:16:26: Ja, dann gibt ihnen Menschen, die macht das zu verändern.

00:16:29: Also, dann musst du Macht und Geld an die andere abgeben.

00:16:32: Solange du selber alles entscheiden willst und die Hand drüberalten willst, wirst du niemals Helfer sein, sondern immer nur Bestimmer.

00:16:39: Und, und, und ich glaube, das ist ja was, was, und das ist so ein bisschen auch die Kritik an der staatlichen EZ.

00:16:43: Das kann ja ein Staat nicht.

00:16:46: Also ich kann ja sagen mit meiner Spende, ich geb die jemandem und ich sag dem, hey du weißt das besser als ich mach das.

00:16:52: Aber das wird ein Staat niemals tun können, eine Behörde nie im Leben.

00:16:55: Weil die Menschen ja dort auch ihren eigenen Job, ihre Existenz auch rechtfertigen müssen, dass sie das entscheiden.

00:17:02: Also das ist für mich ein strukturelles Problem.

00:17:04: Deswegen bin ich schon dafür zu sagen, macht mehrere Töpfe mit auch verletzten Themengebieten.

00:17:12: Und wir brauchen da vielleicht auch mehr Schwarmintelligenz-Lösungen, wo mehr Leute auch was draufgucken und nicht in Hinterzimmern über große Summen entschieden wird.

00:17:22: Also du hast die Überraschung darüber, dass es eine große Frage zu Beginn ist, schnell überwunden und eine gute Antwort gefunden.

00:17:27: Das kann ich glaube ich sagen.

00:17:31: Machen wir den Schritt nochmal einmal zurück und zwar zu dir.

00:17:58: Einmal diese Kategorie den Anstoß, der zeigen soll oder erklären soll, ob es einen Moment X gab, an dem bei dir das Klick gemacht hat, wo du gesagt hast, ich selbst bin die Person, die sich engagieren muss.

00:18:11: Ich sehe, dass es Engagement braucht.

00:18:14: Eins und zwei, ich muss mich selbst engagieren.

00:18:17: Gab es einen Moment für dich?

00:18:19: Es gab nicht den einen Moment.

00:18:21: Es war schon so, dass ich nach einem Studium mit dem Rucksack um die Welt angefangen habe zu reisen und dann so ein Step by Step mein Weltbild geändert habe.

00:18:29: Angefangen habe, andere Bücher zu lesen, auch mit dem Thema Krieg mich beschäftigt habe.

00:18:33: Warum gibt es eigentlich immer wieder Krieg?

00:18:35: Und warum erzählt man uns jedes Mal, dass wir die Guten sind und die anderen sind die Bösen?

00:18:38: Auch jetzt gerade wieder in mehreren Konflikten, wo angeblich wieder die Amerikaner und die Europäer die Guten sind, alle anderen sind böse?

00:18:44: Also den Mist erzählt man auch seit siebzig Jahren.

00:18:47: Und so habe ich also irgendwann angefangen, Dinge mit Themen zu befassen und mit Menschen zu unterhalten und Bücher zu lesen, die ich vorher nicht gelesen habe, weil ich da eben auch so ein kleiner arroganter BWL-Student war, der der Meinung war, er hätte die Welt verstanden, weil er irgendwie ein paar Kalkulationen machen kann.

00:19:01: Und ich glaube, was für mich so der Knackpunkt war, war zwei tausend dreizehn eine Reise mit meiner damaligen Freundin durch Malaysia, wo ich so das Erwartungsharte von diesem Paradies mit strand- und hübschen Frauen, wie das immer einem... ... in der Sport-Eins-Werbung im Fernsehen kam.

00:19:17: Und die Realität ist, du führst vier Wochen lang durch Palmölplantagen.

00:19:20: Du kannst von Singapur nach Kuala Lumpur fahren, ... ... vierhundert Kilometer und du siehst nur ... ... Palmölplantagen.

00:19:27: Und dann waren wir im Nationalpark oben, ... ... der hat noch zwei Prozent der Landesfläche, ... ... sind nach Regenwald, ... ... Ninzehnhundert waren es hundert Prozent.

00:19:35: Und dann habe ich mir damals angeschaut, was schaue ich und was habe ich eigentlich morgen zu essen.

00:19:40: Und dann hast du da als junger Kell beim Seven Eleven irgendwie Brownie und Nescafe gekauft.

00:19:45: Da war überall Palmöl drin.

00:19:47: Und dann bin ich zurückgeflogen von Singapur nach London und bin da drunter gelaufen zur Battersea Power Station.

00:19:53: Das ist ein riesiges Shoppingcenter und Luxuswohnungen, ... ... Real Estate Projekt in London.

00:20:01: Hab geschaut, wer ist denn der Investor?

00:20:03: Der Investor von diesem ... ... zweieinhalb Milliarden Pfundprojekt war ... ... der Palmölkonzern aus Malaysia.

00:20:09: Und dann habe ich gedacht, so krass, jetzt habe ich ... ... vier wirtschaftliche Hochschulen besucht ... ... mit zwei Abschlüssen unten Wirtschaftsgymnasium ... ... und bin Unternehmerkind.

00:20:18: Und niemand in meinem Leben hat mir jemals diesen ... vicious circle auf der welt erklärt und niemals hatte ich eine einzige vorlesung darüber gehört was nachhaltigkeit ist was kreislaufläufe sind was wie auch menschliche psychologie funktioniert abseits abseits eines schwachsinnigen homoökonomikus.

00:20:35: und dann habe ich gedacht so okay krass wie viele jahre ausbildung und ich habe scheinbar nicht mal die quintessenz irgendwie mitbekommen.

00:20:43: also irgendwas verheimlicht die welt doch vor mir und ab.

00:20:45: da habe ich dann gesagt okay dann muss ich mich eben mit diesen themen jetzt mal beschäftigen.

00:20:50: ja ich meine es ist natürlich das eine von der sich, also diese Themen zu wissen.

00:20:54: Und das Interessante ist ja, dass je mehr man sich damit beschäftigt, desto weniger, so glaube ich, geht es vielen, desto weniger entwickelt man daraus automatische Motivation, sich dagegen zu positionieren, etwas dagegen zu tun, sondern eher eine Art von Resignation.

00:21:10: Weil das ist ein Individuum anhand dieser Fakten und anhand dieser Dinge manchmal sehr klein erscheint.

00:21:18: Inwieweit hat das dann ... die Gründung der Stiftung beeinflusst.

00:21:20: Und inwieweit ist es dann umgeschwungen in das reine Wissen hin zu einem Engagement, zu einem Gefühl von aktiv werden?

00:21:27: Also ich glaube, das, was du gesagt hast gerade, ist mit der springende Punkt auf der Welt, warum wir nicht vorwärts kommen.

00:21:33: Abgesehen von den ganzen Incentives und wie sie strukturiert sind, aber die Menschen werden halt erschlagen von negativen Neuigkeiten.

00:21:40: In diesen blödsinnigen Smartphones, die dir so neunzig tausend Messages am Tag mit Pushpin-Nachrichtigungen schicken, die ich alle aushab.

00:21:47: Und die meisten Menschen, ich nehme das genauso wahr, die wenigsten Menschen gehen in die Aktion, sondern wenn sie was lernen, was ihr Weltbild erschüttert, dann gehen sie eigentlich eher in eine Abwehrhaltung oder in eine, ich habe es nicht gesehen, Erhaltung und ich will lieber so weitermachen wie bisher.

00:22:00: Das ist schon extrem ausgeprägt bei uns.

00:22:03: Frage ist, ob wir dafür gebaut sind, Komplexität im Rahmen einer globalen Wirtschaft mit globalen Lieferketten und globalen Problemen zu verstehen oder ob wir nicht doch alle eben eigentlich von unserem Stammhüren immer noch auf Ebene der kleinen Dorfgemeinschaft mit Hundertfünfzig Leuten sind.

00:22:18: Ich glaube, das ist ein Teil des Problems.

00:22:20: Ich gehöre zu den Leuten, die es dann immer weiterzieht, das dann den nächsten Schritt zu gehen.

00:22:25: Ich glaube, das ist aber auch nichts, wo man jetzt stolz drauf sein kann oder den anderen belechnet.

00:22:29: Ich glaube, das ist auch ein bisschen Veranlagung.

00:22:32: wie man halt einfach gestrickt ist.

00:22:34: Ich hab in den Jahren danach sehr viele Diskussionen mit Leuten geführt, auch mit meinem Vater, der wie gesagt Unternehmer ist und war man sich nicht immer einig.

00:22:43: Und so ist dann eigentlich irgendwann aus den Gesprächen und auch mal durchaus sehr offensiv geführten Gesprächen, ist dann irgendwann die Idee entstanden, naja, reden wir jetzt eigentlich nur und wissen alles besser oder machen wir was.

00:22:57: Und dann war irgendwann der Punkt, dass ich said, okay, ich könnte jetzt meinen meinen Job und wir gründen jetzt diese Stiftung.

00:23:04: Obwohl ich damals ehrlicherweise überhaupt keine Ahnung davon hatte, was jetzt wie jetzt Philanthropie funktioniert oder was eine Stiftung ist oder, ich glaube das Wort Philanthropie habe ich überhaupt noch nie gehört bis zum Jahr.

00:23:16: Also tatsächlich muss ich ehrlich zugeben.

00:23:18: Genau wie übrigens Impact Investing hatte ich bis zum Jahr.

00:23:26: Auch

00:23:27: Laura Steinacher hat ihr Besuch auf den Philippin beim Verein Präder nachhaltig beeinflusst.

00:23:34: Mich hat der Aufenthalt von zwei tausend zwölf total geprägt, weil ich bin, habe danach auch meine Studienwahl so ein bisschen darauf angepasst.

00:23:42: Also ich habe dann beispielsweise Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung studiert, habe danach auch zunächst mal in der Entwicklungszusammenarbeit gearbeitet und bin jetzt in einem Ministerium tätig, in dem ich auch mich um Gleichstellung und Gewaltschutz vor allem für Frauen und Mädchen einsetze.

00:24:03: oder zuständig bin.

00:24:04: Sie und andere Ehrenamtlerinnen haben den Prädafreundeskreis gegründet und organisieren seitdem Unterstützung für filipinische Kinder und Jugendliche von Deutschland aus.

00:24:15: Wir haben uns eben auch zum Ziel gemacht, dass wir

00:24:20: so

00:24:21: ein bisschen das Sprachrohr sein wollen und eben auf die Themen hinweisen möchten, aber gleichzeitig auch die Brücke schlagen möchten zu den... Themen, die wir auch in Deutschland haben.

00:24:30: Wenn man sich anguckt, Thema sexualisierte Gewalt, Klimawandel, Umweltzerstörung, das sind ja auch Themen, die in Deutschland auch Thema sind oder zumindest ja anschlussfähig sind.

00:24:43: Und wo wir eben auch so ein Stück weit dazu anregen möchten, auch die eigenen Privilegien ein bisschen zu hinterfragen.

00:24:53: Dass sie selbst gesehen hat, wie die Organisation arbeitet, Und wie wirkungsvoll die Projekte sein, habe sie für ihr langfristiges Engagement begeistert.

00:25:03: Und für mich persönlich ist es so, dass mir mein Engagement wirklich einfach auch sehr viel zurückgibt.

00:25:10: Also ich habe wahnsinnig spannende Menschen kennengelernt, sowohl auf den Philippinen als auch in Deutschland, die von denen viele davon mittlerweile auch echt so engen Freundinnen geworden sind.

00:25:23: Außerdem konnte Steinacher durch ihr Engagement das Land, also die Philippin, besser kennenlernen und so ihren eigenen Horizont erweitern.

00:25:32: Auch wenn der Präder Freundeskreis nur ein kleiner Verein ist, sie und die anderen Mitglieder sind überzeugt davon, dass auch kleine Taten und geringe Summen viel bewegen können.

00:25:43: Und?

00:25:45: Grundsätzlich auch so ein bisschen das Gefühl zu haben, Man kann jetzt mit dem Engagement auch was Sinnhaftes

00:25:52: tun

00:25:53: und ist nicht so gelähmt angesichts der vielen Krisen, die wir ja aktuell erleben.

00:26:00: Und wo ich auch auf jeden Fall immer sagen würde, bestimmte Systeme müssen sich ändern oder die Politik ist in der Verantwortung.

00:26:06: Aber dass es schon auch die Möglichkeit gibt, Selbstverantwortung zu übernehmen und ein Stück weit einzutreten für vor allem die eigenen Werte.

00:26:19: Einstellungen.

00:26:21: Kommen wir zurück zu Patrick Knodl, denn der tut das auch, also für die eigenen Werte eintreten.

00:26:28: Sprechen wir darüber, welche Ziele er mit seiner Stiftung verfolgt und wie er sie erreichen will.

00:26:39: Wenn du das jetzt runterbrechen müsstest, was genau das Ziel der Foundation ist, also wie würdest du das Ziel definieren?

00:26:49: Was möchtest du, was möchte das Team erreichen?

00:26:52: Also ich lese dir mal den Satz vor, der auf unserer Website steht, weil das ist der Satz, in dem wir versucht haben, in einem Satz die Mission zusammenzufassen.

00:27:01: Mit unserer Arbeit treiben wir eine gerechte und lebenswerte Zukunft voran, in der alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben innerhalb der Planetarien Grenzen führen können.

00:27:09: Das ist natürlich relativ weit gefasst und ein hieres Ziel, das ist mir schon klar.

00:27:14: Und ich werde auch oft dafür kritisiert oder man fragt mich, warum ich denn nicht was Spezifiziertes mache.

00:27:20: Also wir haben fünf Förderbereiche unterhalb dieses Oberziels und da gebe ich eine Art, wie wir arbeiten.

00:27:24: Aber aus Fundraising Aspekten ist es ja quatsch, das zu machen, weil aus Fundraising Aspekten musst du ja im Vertrieb immer ein möglichst einfachen Message.

00:27:35: Machen die mal sauberlopp formuliert jeder depth sofort versteht und sich auch merken kann.

00:27:41: So macht man ja idealerweise vertrieb und dann soll das idealerweise ein einfaches produkt haben.

00:27:45: deswegen ist ja apple so erfolgreich weil gibt's nur fünf dinger die man klicken kann.

00:27:49: Und ich finde aber halt genau dass ich das problem also wir leben halt in der welt in der.

00:27:55: wir Komplexität komplett aus der Welt genommen haben.

00:27:58: Also sie ist da, aber wir tun so, als wäre sie nicht da.

00:28:01: Wir haben eine Wirtschaft, die mit einer einzigen KPI, also mit einem Wirkungsmaßstab unterwegs ist.

00:28:08: Das ist der Return on Invest.

00:28:09: Und als ob es alles andere ist, bei Werke und gibt es nicht.

00:28:12: Und das ist schon auch was, was so ein bisschen in die Gemeinwohlszene und die Philanthropie auch reingekommen ist.

00:28:18: Gibt ja diese zwei großen Stoßrichtungen, die einen sagen hier Trust-Based Finance und die anderen sagen Wirkungsmessung.

00:28:24: bis zur neunzehnten Nachkommaststelle, um es mal extrem zu formulieren.

00:28:28: Das zweite ist ja auch, was eine Methodik mit Wirkungsmessungen, die quantifizierbar macht, die ja auch aus der Wirtschaft eigentlich kommt und aus der Beratung.

00:28:36: Ich sage nicht irgendwas davon ist falsch.

00:28:38: Ich sage, beides hat seine Berechtigung.

00:28:39: Die Frage ist, in welchem Austauschformat, in welcher Gewichtung macht man das?

00:28:45: Und was mich halt oft stört, ist, dass ... in der Philanthropie ... ... im Gemeinwohl dann auch ... ... ein einziges Thema rausgegriffen wird.

00:28:53: Der eine, der macht Klima, ... ... also haben wir das Heisenmark, ... ... also alle machen Klima, ... ... wenn du den zuhörst, ... ... man denkt sich immer, ... ... das müsst ihr alles gelöst sein, ... ... so viele Leute wie angeblich Klima machen.

00:29:03: Und der andere macht Armut, ... ... und der Dritte macht jetzt ... ... Equality ... ... und meint damit dann feministische Außenpolitik.

00:29:10: Ich glaube halt, wir leben halt auf einem Planeten.

00:29:11: Der eine Planeten hat Ressourcen, ... ... und der ist wunderbar, ... ... und den gibt's halt zumindest, ... ... was wir bisher wissen, ... ... nicht so oft in dem Ausmaß.

00:29:18: Da kam schon evolutionsseitig im Universum ziemlich viel zusammen, dass das heute so aussieht und so lebenswert ist, wie es ist.

00:29:26: Und wenn wir das erhalten wollen für uns als Spezies, dann sollten wir halt irgendwie auch ganzheitliche Lösungen finden.

00:29:31: Und deswegen sage ich auch als Stiftung, ich kann ja am Ende Geld verschenken und will es nicht zurück.

00:29:37: Und wenn ich damit nicht wirklich transformative und innovative Sachen mache, wer dann?

00:29:42: Und das ist das, was ich auch nicht verstehe bei vielen Stiftungen.

00:29:44: Viele Stiftungen machen einfach... Sorry, ich muss das auch in dem Podcast mal so sagen.

00:29:48: Den selben Mist, der seit fünfzig Jahren nicht funktioniert, zum einundfünfzigsten Mal wieder.

00:29:54: Und haben aber total Angst, was Innovatives mal zu machen, wo man sagen könnte, naja es kann ja schiefgehen, dann ist das Geld weg.

00:30:00: Hey Leute, ich sag euch was, das Geld ist sowieso weg.

00:30:04: Weil ihr verschenkt's ja, es kommt eh nicht zurück.

00:30:07: Also gebe ich's doch wenigstens dahin, wo ich mir erhoffe, dass im Erfolgsfall was möglichst großes draus wird.

00:30:13: Und wir versuchen eben mit lokalen Leuten zu arbeiten, die eigene Probleme aus eigener Erfahrung erlebt haben und denen Geld zu geben, weil die Leute auch wissen, was die Lösungen vor Ort sind.

00:30:24: Das weiß ich halt nicht besser als der Sozialunternehmer in Mali oder in Uganda oder in Südinien.

00:30:33: Und deswegen eben auch dieses Big Picture, weil ganz viele unserer sogenannten Chance Maker eben in ihren Ansätzen, wir haben zwar diese fünf Förderbereiche, aber ganz viele treffen eigentlich Dreiförderbereiche drauf zu, weil sie eine sehr, sehr ganzheitlichen Ansatz haben, der immer sehr lokal und regional verankert ist.

00:30:50: Und das halte ich halt für den einzigen Weg, wie du Welt änderst, indem du ganzheitliche Dinge machst und indem du Komplexität zulässt, obwohl das dann hinterher natürlich viel schwieriger ist, einem Spender zu erklären, viel schwieriger ist, in irgendwelchen einfachen KPIs, in ein Wirkungsbericht reinzuschreiben.

00:31:06: Aber es ist halt das Richtige.

00:31:08: Also meiner Meinung

00:31:09: nach.

00:31:10: Sucht ihr denn dann die Projekte aus?

00:31:13: Also auch von eurer Website kommt ja, wir finden und fördern inspirierende Möglichmacher, die benachteiligte Menschen weltweit dabei unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

00:31:22: Also wichtiger Faktor, glaube ich, selbstbestimmtes Leben, das knüpft ja auch an das an, was du gerade gesagt hast und ist auch was, worauf wir gleich nochmal eingehen wollen, aber vielleicht mal mit Blick auf diese Projekte, wonach sucht ihr die aus?

00:31:33: und kannst du vielleicht auch ein, zwei beispielhaft nennen von diesen Möglichmachern.

00:31:39: Also... mehrere antworten.

00:31:41: die erste ist zum einen fördern wir kaum projekte das ist also nicht keine.

00:31:46: wir haben auch ein paar projektförderungen aber es wird die ausnahme.

00:31:49: wir fördern fast nur Organisationen mit free funding auf organisationsebene weil das eigentlich der game changer ist.

00:31:58: wir haben auch schon wir haben auch organisationen die mittlerweile ein bisschen größer sind und wo unsere unsere zuwendung eigentlich nicht mehr.

00:32:05: man meinen könnte das macht auf den kohl nicht mehr fett.

00:32:08: du hast ein budget von Neunhunderttausend Euro im Jahr und kriegst von uns dreißig, also das können wir auch lassen so.

00:32:16: Und dann sagen die aber, nee, weil du bist nämlich der Einzige, der mir das als unrestricted Funding gibt.

00:32:22: Das heißt, egal was bei mir dieses Jahr schiefgeht und wo es brennt und es brennt ja immer irgendwo.

00:32:27: Ich kann dein Geld dafür einsetzen, um mein Problem zu lösen.

00:32:30: Und alle anderen nicht.

00:32:31: Bei allen anderen muss ich fragen und muss Anträge ändern und muss noch die dreizehnte Nachkommenerstelle mit dem achten Beleg irgendwie rechtfertigen, warum ich das jetzt anders machen will.

00:32:41: Weil die eben Donut Driven Decision ist immer haben wollen, das wollen wir nicht.

00:32:46: So.

00:32:48: Das also zum Thema Projekt versus Organisationsförderung.

00:32:51: Kleine Organisationen brauchen freies Funding über mehrere Jahre auf Ebene der Organisation.

00:32:58: Zweitens, wie kommen wir an die?

00:33:01: Wie gesagt, als ich angefangen habe, zwei Sechzehn hatte ich überhaupt keine Ahnung von den ganzen Zeugs und habe mich eben durchgefragt, unter anderem bei Engagement Global, liebe Grüße an Martin Block und bei vielen anderen.

00:33:13: und die haben wir dann den nächsten Termin gemacht und den nächsten.

00:33:16: und so hast du dich durchgefragt und wir haben angefangen mit eine Projektförderung mit Brot für die Welt zu machen und ein Projekt mit irgendeinem kleinen EV aus Sonstwo.

00:33:27: Und so ging es quasi in iterativen Schritten immer weiter.

00:33:29: Und ich habe mir halt angeschaut, was funktioniert und was funktioniert nicht und vor allem wo es einen Bedarf denen keiner abdeckt.

00:33:34: Und so bin ich bei diesem Gelandet, was ich gerade beschrieben habe.

00:33:38: Wie man die dann findet, ist eine gute Frage.

00:33:41: Irgendwann ist es dann halt Netzwerk.

00:33:43: Also am Anfang hast du Geld gehabt und keine Ahnung, wohin damit?

00:33:48: Dann hast du immer mehr gefördert, dann hast du immer mehr Leute kennengelernt und irgendwann ist das umgekehrt geworden.

00:33:53: Jetzt hast du x Anfragen und hast das Geld nicht um die zu fördern.

00:33:56: Also eigentlich kommt das mittlerweile von selbst.

00:33:58: Ich habe ja auch noch, ich mache das ja nicht alleine, glücklicherweise.

00:34:00: Ich habe ja noch meine Kollegin Christine in Stuttgart und meinen Kollegen Christoph, der in Bangalore wohnt und der seit zehn oder zwölf Jahren schon in Asien lebt und dort auch studiert hat und promoviert hat und ein super Netzwerk beispielsweise auch dort hat zu Organisationen, die alternative Bildungsmodelle machen, die auch ganz stark noch aus der lokalen Kultur.

00:34:22: Das ganze Thema Buddhismus, Achtsamkeitsleeren und so, da gibt es halt viele Themen, die wir uns leider ausgestorben sind, die sich dort besser erhalten haben.

00:34:31: So, da über ihn kommt viel.

00:34:33: Am Ende ist es World of Mouth, wir kriegen natürlich ständig E-Mails auf unsere Website und sagen hier, ich wollte nicht mal und du kriegst da ja alles, du kriegst von dem Einzelschicksal, ob das jetzt echt ist oder nicht, weißt du auch nie.

00:34:47: Bis zu einer großen NGO X, die sagt, wir machen die neun dreißigte Schule, die keiner braucht auf dem Land, wo ich dann sage, du bist doch jetzt Fundraiser, hast du dir... ... vierzehn Sekunden meine Website angeschaut, dann weißt du garantiert, dass ich keine Schule von der NGO finanzieren werde.

00:35:04: Aber die schreiben trotzdem, also ich mich auch frag so, teilweise auch echt krass.

00:35:08: Aber am Ende des Tages haben wir so einen kleinen Kriterienkatalog versucht zu machen, weil du wusstest, da musst du auch aufpassen, dass du jetzt nicht alles, was du machst, irgendwie mit deinem persönlichen Bias da nur machst.

00:35:19: Also wir haben eigentlich uns so, glaube ich, sieben oder acht allgemeine Kriterien mal runtergeschrieben.

00:35:25: Und dann haben wir uns für die fünf Förderbereiche jeweils vier individuelle Kriterien runtergeschrieben.

00:35:30: Und wenn wir also eine Anfrage kriegen oder jemanden anschauen, dann macht es der Christoph immer zuerst.

00:35:35: Da fliegen meistens neun von zehn raus so direkt.

00:35:39: Und er vergibt dann da auch Punkte an Antizekriterien.

00:35:41: und wenn er dann eine gewisse Schwelle erreicht hat, dann sagt er, hey, die sind wirklich gut, schau dir die mal an und dann blende ich seine Sachen aus und vergebe meine Punkte auch.

00:35:51: Und nur wenn wir beide über einen gewissen Schwellenwärts sind, dann sagen wir, okay, irgendwie und erstaunlicherweise liegen wir recht oft relativ nah beieinander.

00:35:59: Und dann schauen wir es uns näher an so und dann sagen wir, jetzt schickt mal irgendwie... ... eine Übersicht.

00:36:04: und aber auch das mache ich halt erst, ... ... wenn ich weiß, ich habe wieder Free Funding ... ... und kann mit denen arbeiten.

00:36:09: Ich will nicht Leuten Arbeit machen ... ... und dann in drei Jahren mal Geld auszahlen, ... ... sondern ich mache das nur dann, ... ... wenn ich auch freie Mittel habe.

00:36:16: Also viele Stiftungen haben ja diese Antragsformulare, ... ... wo du immer direkt das machen kannst ... ... und dann kriegst du irgendwie zwei Jahre später mal eine Antwort, ... ... das bringt doch keinem was.

00:36:24: Ja.

00:36:26: Es ist aber auch ein wirklich aufwendiger ... Weg, bist du also sehr ein recht komplexes und recht hohe Latte, bis in diesem innerhalb dieses Auswahlverfahrens, um eine gewisse Sicherheit zu bekommen, was man am Ende dann fördert und was man nicht fördert.

00:36:42: Kannst du beispielhafte möglichen Machern

00:36:45: nennen?

00:36:46: Ja, ich kann ja mal zwei Beispiele einfach nehmen.

00:36:50: Das eine ist, den nehme ich immer gerne, weil die Geschichte auch einfach so crazy ist.

00:36:55: Der Yannick ist mit, glaube ich, in Kamerun seinen Abschluss gemacht und stand dann wie die meisten Afrikaner mit Schulabschluss trotzdem ohne Job da und wurde dann also auf die Flüchtlingsroute geschickt nach Europa, hat es geschafft nach Deutschland, hat dann irgendwie hier schwarz Geld verdienen müssen, weil wir erhindern ja auch die Leute, die herkommen dann daran, dass sie Teil der Gesellschaft werden und schwören uns dann hinterher drüber, dass sie nichts machen.

00:37:22: Und dann hat er also Schulabschluss gemacht, die Sachen sich anerkannt, er hat dann studiert, ... ... hat promoviert in Paderborn, ... ... wurde dann Professor Anderson Bonn in Paris.

00:37:34: Hat da ... ... ein Schweinegeld verdient und hat es eigentlich geschafft ... ... und konnte dann quasi eigentlich dann Geld heimsticken ... ... in seiner Familie und alles war gut.

00:37:41: Und er hat halt gesagt, na ja, aber so wie mir ... ... geht es eigentlich jedes Jahr ... ... dreißig bis fünfund dreißig Millionen ... ... jungen Afrikanern, die auf den Arbeitsmarkt kommen, ... ... der nicht existent ist und die mit ihrem ... Schul-Diplomen sich den Povo abwischen können auf gut Deutsch.

00:37:55: Das kann doch so nicht weitergehen.

00:37:56: Also ist er zurück nach Mali, hat dort seine Frau Michelle kennengelernt, hat mit ihr zusammen Cabacour Academies gegründet.

00:38:03: Was die machen, die nennen das High-Diginous Learning.

00:38:06: Also eine Kombination aus High-Tech, also er macht quasi ein Hybrid-Modell, wo er Western Experts zuschaltet, die eben technologisches Know-How geben.

00:38:15: Aber eben auch lokales und auch offline Themen, wo eben Indigenous Wisdom mit reinbringt, was eben bei den meisten in der Welt vollkommen verloren geht.

00:38:24: So.

00:38:25: Klassisches Beispiel ist da an der Stelle immer das Thema Bauen.

00:38:28: Alle bauen in der Sahelzone irgendwie mit Beton und Glas.

00:38:31: Natürlich totaler Schwachsinn, weil da ist es heiß und du brauchst Energie ohne Ende.

00:38:34: Du könntest ja auch lokale Baumaterialien verwenden.

00:38:37: Du könntest nur so viel Technik reinmachen, wie es eben braucht.

00:38:40: Und daraus entstehen aus Kibacour Academies, entstehen dann eben weitere Social Businesses, NGOs und so weiter, die mit den Skills, die sie da erlernen, die eben einfach immer auf Self-Learning Principles basieren.

00:38:52: Also alles, was wir im Bereich Bildung machen, hat immer was mit Erfahrungsbasiertem und Self-Learning zu tun, weil das ist die einzige Art, wie Menschen lernen.

00:39:01: Also, ich weiß nicht, ob du Geschwister hast, aber du hast wahrscheinlich Eltern und die Eltern, denen hast du zugeschaut und deswegen bist du irgendwann gelaufen.

00:39:09: Du bist nicht gelaufen, weil deine Mutter dir gesagt hat, du läufst jetzt.

00:39:12: Also jeder Mensch weiß eigentlich, wie Säugetiere, und zwar nicht nur, wenn alle Säugetiere Lernen durchzugucken und nachmachen und ausprobieren und again, and again, and again.

00:39:22: Und genau das macht Schule überhaupt gar nicht.

00:39:25: Und das ist sowas von total crazy, dass das System ist so dermaßen hinüber.

00:39:31: Und deswegen gehen wir halt andere Wege.

00:39:32: Janik ist ein Beispiel.

00:39:34: Zweites Beispiel.

00:39:35: Sri Lanka, hatte ich vorhin erzählt, dann machen wir doch das Beispiel von Arawind.

00:39:38: Arawind ist im Ostens Sri Lankas aufgewachsen, sozusagen im Bürgerkrieg, und zwar in dem Teil des Landes, der den Bürgerkrieg auch, also die Ethne, die den Bürgerkrieg verloren hat, ist dann abgehauen aus dem Krieg mit seiner Familie in der Gefahr wirklich als Kindersoldatscher rekultiert zu werden.

00:39:56: Er ist nach Indien gekommen, saß in Indien im Refugee Camp, sein Vater ist dann weiter nach Dubai zum irgendwie arbeiten.

00:40:03: Seine Mutter ist irgendwann auch voranders hin.

00:40:05: Ich weiß nicht mehr so genau, wo und wann.

00:40:06: Jedenfalls saß er dann als Jugendlicher alleine im Indien in einem Refugee-Camp.

00:40:11: Da hat man ihn auch beschuldigt, dass er Terrorist ist und den Premierminister umbringen will.

00:40:15: Auch ein gängiges Thema, die Edne, die war es immer.

00:40:19: Die Minderheit, auf die kann man immer jeden missschieben.

00:40:21: Also jedenfalls ging's ihm am Ende so schlecht dort, dass er sagte, mir geht's im Krieg besser als hier.

00:40:26: Dann ist er aus Indien abgehauen, zurück nach Sri Lanka, wo immer noch Krieg war.

00:40:32: Der Krieg hat dann Gott sei Dank aufgehört und er ist einfach.

00:40:35: auf Basis seiner Lebensgeschichte, hat er einfach sich beigebracht, einfach Learning by Doing.

00:40:39: Also mir hilft keiner, ich muss mir alles, was ich irgendwie kann, muss ich mir einfach selber beibringen.

00:40:46: Und daraus hat er ein Konzept gemacht.

00:40:48: Und daraus hat er mit einem Co-Founder sich gesucht und hat daraus dann Stream Space Academy gegründet.

00:40:54: In Sri Lanka erlebt mittlerweile in Berlin, aber seinen Co-Founder lebt dort und macht's mit dem Team.

00:41:00: Genau, wo eben auch kleine Social Businesses ausgegründet werden, wo sie auch in Schulen reingehen und eben an Schulen diese anderen Lernmethoden bringen im Rahmen von externen Projekttagen und so weiter.

00:41:15: Genau, und das ist halt das Thema, wenn du fragst, wo ist dein Geld als Spende sicher gut aufgehoben, wenn jemand die Lebensgeschichte hat und die Entscheidungen trifft, wie sie in Janik getroffen hat oder in Aravind, die könnten jetzt ja auch hier im Westen leben und hätten ein gutes Leben.

00:41:28: Aber sie geben ihre Kohle weiterhin dahin.

00:41:31: Also wem besser soll ich denn mein Geld an Vertrauen als solchen Leuten.

00:41:35: Und die zu finden und denen zu helfen und denen auch Co-Fund dazu bringen und idealerweise sie mit anderen Organisationen zu vernetzen.

00:41:43: Das ist dann am Ende der Job der Stiftung, also der Chance Maker Foundation.

00:41:46: Ja,

00:41:47: schlussendlich ist das ja auch was, was ich, also das Wort Mut habe ich tatsächlich auch ein paar Mal gelesen, also diese mutigen Lösungsansätze zu finden.

00:41:55: Das ist ja insofern interessant, weil hinter diesen Geschichten steigt ja nicht nur ein Mut eine Lösung zu finden, die anders ist, sondern auch diese Lebensgeschichten erfordern ja Mut.

00:42:05: Also von wem kann man nach so einer Lebensgeschichte noch erwarten, dass er bestimmte Dinge tut sozusagen.

00:42:13: Das finde ich verrückt.

00:42:14: Also das ist wirklich aus einer Betrachtung, einer bequemen westlichen Betrachtung ja wirklich unfassbar, dass man dann sagt, wenn diese Personen es hinkriegen, dieses Engagement aufzubauen.

00:42:27: Wo ist dann die Hürde für jemanden, der nicht diese biografische Hürde in seinen Wegen hat?

00:42:34: Oder andersrum genau deshalb.

00:42:38: Wenn es dir halt gut geht jeden Tag und also warum regnet sich alle über den ukrainekriegsverfurchtbar auf das haben wir doch mal ehrlich weil da weiße menschen in europa sterben beim ein und zwanzig kriege auf der welt die keinen menschen interessiert haben bis mal irgendwann auch jemand über gaseh begonnen hat zu reden.

00:42:52: alle anderen sind nach wie vor kein weil es bequem ist und ukraine hat das hier hergebracht.

00:42:56: und dann sagt die leute aber vielleicht haben wir jetzt krieg bei uns vor der haus zu und mein kind stürzt So, und das ist halt das Thema, so sind wir halt dann leider gestrickt.

00:43:04: Ähm, und wenn ich, äh, wenn's mir halt gut geht und ich denke, naja, für mich und mein, meine Peer Group wird sich's schon ausgehen, dann kann ich halt auch bequem leben.

00:43:14: Und wenn du das selber schon mal erlebt hast, dann hast du, glaub ich, halt auch ein anderes Brennen in dir drin.

00:43:21: Das stimmt.

00:43:21: Ah, man, dem muss jeder sich fragen, wo er seine Motivation herzieht.

00:43:24: Also ich zieh sie halt daher, weil ich halt, glaub ich, ein von Natur aus ein relativ empathischer Mensch bin.

00:43:29: Ich kann nicht, also... Ich war in so vielen Urlauben, wo Leute mir erzählt haben, wie toll das Land ist und ich kam wieder und war schockiert und dachte mir so, was habt ihr denn, also wenn Leute mir mehr erzählen, was für ein tolles Urlaub das Land Südafrika ist.

00:43:42: Ja klar, das ist schön und da gibt es auch schöne Tiere im Nationalpark, aber Leute habt ihr euch mal Südafrika angeschaut.

00:43:48: Also ich mein, das ist den größten Teil, die Hölle auf Erden, das ist noch ... Fünfundzwanzig Jahre später, immer noch im wesentlichen Apartheid.

00:43:56: Nur unter neuen Flakken.

00:43:57: Was kann man denn daran schön finden, wenn hier eine Yacht steht und du fährst ein Meter weiter und da ist ein Township und du fährst wieder ein Meter weiter und da ist wieder eine Yacht?

00:44:05: Das ist doch völlige Scheiße.

00:44:06: Und ich glaube halt, dass viele Leute, die schauen sich halt die Yacht an und den schönen Strand und das andere, dann sagen die, oh, das tut mir leid, schauen dann aber auch schnell weg, weil sie es ja am Ende nicht betrifft und weil sie sagen, naja, kann ich jetzt eh nichts, ist zwar blöd.

00:44:20: Aber kann ja nichts machen.

00:44:21: Mich lässt es halt nicht los.

00:44:23: Mich lässt es einfach nicht los.

00:44:24: Es ist natürlich schon so, und ich meine, das ist ein bisschen der Rückbezug zu der Anfangsfrage auch zu diesem Systemwandel und wer finanziert auch die Wege hin zu einem anderen System.

00:44:36: Du sagst, Südafrikas Beispiel, ein ganz großer Teil der Deutschen hat Südafrika nur in einem Katalog gesehen und wird auch niemals nach Südafrika reisen.

00:44:46: betrifft ja schon überhaupt die Welt zu sehen und die wirklichen Probleme zu sehen, betrifft ja schon nur einen ganz geringen Prozentanteil der Menschen und die Möglichkeit aktiv zu werden.

00:44:56: Also ich meine, wenn man sich anguckt, wie soziales Engagement und auch finanzielles Engagement für den Bereich der Spenden ist, ist es in Deutschland ja selbst abhängig vom Einkommen.

00:45:06: Also auch für geringe Einkommen ist die Spendenquote und die Quote des sozialen Engagements ja extrem hoch.

00:45:11: Also es scheint ja eine Bereitschaft zu geben sich.

00:45:13: Absolut.

00:45:14: in

00:45:15: seiner Nachbarschaft für die Tafel, für das, was man vor seiner Nase sieht, zu engagieren.

00:45:20: Und das ist natürlich ein Riesenproblem, wenn deine Bereitschaft ist und Wille ist, aber irgendwie nicht die Problematik, die Globalproblematik, dieses ganzheitliche, was du zu Beginn gesagt hast, zu den Menschen durchdringt und man dann von einer ja auch Bevölkerung oder von einer gesellschaft, einer westlichen Gesellschaft jetzt eigentlich erwarten könnte.

00:45:40: Euch geht's gut, kümmert euch, aber gleichzeitig ... Stimmt auch die Analyse, dass es einem ganz großen Teil dieser westlichen Gesellschaft im Vergleich zu anderen Menschen in dieser Gesellschaft gar nicht so gut geht.

00:45:49: Das ist so.

00:45:50: Das

00:45:50: ist wie so ein Blame Game, wo man immer sagt, da sind Menschen auf der Welt, denen geht es wahnsinnig schlecht, und denen geht es schlecht.

00:45:57: unsere Wege, aber ja nicht mir persönlich wegen, und mir geht es nicht so gut wie dem, und der kann ja auch nichts machen.

00:46:02: Genau.

00:46:03: Und was glaubst du, wie oft ich das höre?

00:46:05: Wenn es um Thema Spenden für Afrika geht, um es mal ganz plump zu sagen, dann kommt also den Satz, aber in Deutschland gibt es ja auch arme Menschen.

00:46:13: Permanent.

00:46:13: Ja, stimmt.

00:46:15: Aber die Leute, die das sagen, sind meistens nicht die, die sich darum kümmern, dass es den armen Leuten in Deutschland besser geht und die irgendwie im geflüchteten Heim sitzen oder die am Sonntag Kaffee ausschenken im Altenheim oder sonst wo, oder die bei der Caritas arbeiten.

00:46:32: Also das ist immer auch ein sehr schöner, das ist halt immer sehr bequem.

00:46:35: Am Ende glaube ich, dieses Thema Dannbahnambass, wie viel kann der Mensch vertragen?

00:46:40: Hundertfünfzig bis maximal vierhundertfünfzig Menschen im Umfeld, zu denen man irgendeine Form von Beziehung haben kann.

00:46:47: Alles, was darüber hinausgeht, ist halt schwierig.

00:46:49: Und demzufolge ist, auf Schwerbisch sagt man mir schon, mein Kittel immer näher wie der andere.

00:46:58: Ich hoffe, man hat es verstanden.

00:46:59: Aber da ist was dran.

00:47:01: Und das ist extrem, das ist ein psychologisches Thema.

00:47:03: So sind wir angelegt, weil das ist natürlich auch der selbste Erhaltungstrieb unserer Gruppe.

00:47:07: Wenn ich nach meiner Gruppe schaue, dann schauen die nach mir.

00:47:09: Und wenn es mir schlecht geht, dann bin ich eben auch versorgt.

00:47:11: Das ist halt in uns angelegt, evolutionär.

00:47:13: Und deswegen ist es unglaublich schwer, Spenden oder Unterstützung für was zu finden.

00:47:19: was weit weg ist.

00:47:21: und noch schwerer, wenn es nicht nur um Spenden geht, wo jemand sagen kann, na ja, ich hab ja eh zu viel und ich geb was ab, aber stört mich eigentlich nicht.

00:47:28: Sondern wenn der schwierigstmögliche Pitch ist, dein Lebensstil und warum's dir gut geht, hat was damit zu tun, damit's dem schlecht geht.

00:47:36: Und deswegen bist du sogar teilweise schuld und musst was an dir ändern.

00:47:40: Der Pitch ist halt bei neun von zehn Menschen nicht machbar.

00:47:43: Also meiner Erfahrung nach.

00:47:44: Ja, interessant.

00:47:46: Wo das automatisch für mich dann auch hinführt, ist zumindest eine Art von Grundlage zu schaffen.

00:47:50: Was bedeutet denn eigentlich Engagement, Hilfe, Zusammenarbeit?

00:47:54: Weil all diese Dinge, glaube ich, wirst du mir gleich, all diese drei Worte wirst du mir gleich um die Ohren feuern.

00:48:00: So wie ich das verstehe, in Interviews, die du gegeben hast oder wenn ich Dinge lese, die du veröffentlicht hast.

00:48:06: Auch ein Blick darauf zu haben, was bedeutet es eigentlich?

00:48:10: Geld und Zeit und Bemühungen zu investieren, damit es anderen Menschen besser geht.

00:48:15: Da sind wir als Gesellschaft irgendwie von Entwicklungshilfe, gesprungen zu Entwicklungszusammenarbeit.

00:48:22: In einem globalen Kontext würdest du diese Begriffe ablehnen.

00:48:26: Erklär mir gerne, warum, weil ich glaube, damit mit Sprache fängt fangen Dinge oft an, Dinge zu verstehen.

00:48:34: Welchen Begriff würdest du benutzen und warum?

00:48:36: Also ich finde Engagement ist eigentlich schon... Engagement würde ich sagen, ist ein schöner Begriff eigentlich.

00:48:42: Weil es ja auch was mit eigener Anstrengung zu tun hat.

00:48:45: Und eigene Anstrengung ist meistens da, wo nicht alles nur in seit deiner eigenen Komfortzone ist.

00:48:49: Weil da passiert meist die ganz große Magie nicht.

00:48:54: Deswegen Engagement finde ich eigentlich ganz schön.

00:48:56: Diese Begriffe in Entwicklungszusammenarbeit und in Entwicklungshilfe sind halt... aus meiner Sicht stark, wie die meisten Begriffe stark gefrainet und politisiert.

00:49:04: Man hat halt gesagt, naja, Entwicklungshilfe ist irgendwie Oldschool, so White Saviour und so weiter machen wir nicht mehr.

00:49:09: Deswegen machen wir jetzt halt Zusammenarbeit, klingt irgendwie nach Augenhöhe.

00:49:12: Ist es aber nicht, also versuch mal bei der GIZ eine Förderung zu kriegen und frag mal nach Augenhöhe.

00:49:19: Viel Spaß.

00:49:24: Ich frage mich auch manchmal, wie Leute das dann vertreten können.

00:49:28: Du brauchst ja nur mal mit ein paar Leuten irgendwo im globalen Süden einfach sprechen, die auch mal mit solchen Organisationen zu tun hatten.

00:49:36: Nur um das mal klarzustellen, das ist ja auch nicht Patrick hat jetzt hier einen Rand und Schimpf, sondern Patrick hat sich die Geschichten ja tausendmal angehört.

00:49:42: Also ich gebe das ja nur weiter.

00:49:45: Reden mal mit ehemaligen Mitarbeitern der GIZ, die da früher waren.

00:49:49: Die erzählen ja alle dieselbe Geschichte.

00:49:51: Die, die da jetzt sind, erzählen den ja andere.

00:49:54: Und das sind halt produzierte Begriffe, um eine gewisse Machtdynamik, die da ist, die ganz viel Geld und ganz viele Arbeitsplätze auch hier produziert, eben am Laufen zu halten.

00:50:07: Mit Sprache was ändern?

00:50:08: Ja, also Engagement finde ich schön, weil Engagement einfach wie gesagt einen gewissen Effort oder eine gewisse Leistungsbereitschaft von einem selbst voraussetzt.

00:50:18: Und ich glaube, Engagement führt auch dazu, wenn du es wirklich hast.

00:50:22: dass du dich für andere Menschen wirklich interessierst und auch die Frage stellst.

00:50:26: Also auch jetzt mal am Beispiel der Stiftung.

00:50:28: Ich kann jetzt ja auch drei Jahre lang den Janik gefördert haben.

00:50:32: Und in Jahr vier stelle ich fest, naja so gut ist es aber doch nicht.

00:50:36: Jetzt kann ich ja sagen, naja, aber jetzt habe ich die Geschichte in fünf Podcasts erzählt.

00:50:39: Es ist jetzt doof für meine Stiftung, wenn ich jetzt... Also, Janik, das stimmt nicht, ja, ich mache es nur als Beispiel.

00:50:47: Jetzt kann ich das ja auch irgendwie... Jetzt schaue ich da lieber nicht so genau hin, weil jetzt habe ich schon Spenden bekommen, deswegen, weil die Story mit Janik so toll war.

00:50:54: Aber mein Engagement wird es auch nicht zulassen.

00:50:56: Also, wenn ich rausfinden würde, es passt nicht, oder es ist halt nicht so gut, wie wir es wollen, dann wird man halt auch sagen, okay, dann muss man es halt auch irgendwann wieder beenden.

00:51:02: und dieser Drang dahin zu gehen, wo unbequeme Wahrheiten sind.

00:51:07: Das ist meine tiefe Überzeugung, das ist das, was die Welt verändert.

00:51:12: Und die Fähigkeit zu haben, auch sich selber einzugestehen, dass man falsch lag.

00:51:18: Ich würde heute sagen, die ersten dreißig Jahre meines Lebens habe ich kompletten Bock mit erzählt und hatte keine Ahnung von der Welt.

00:51:24: Also einfach kompletten Schwachsinn.

00:51:27: Und das lag halt nur daran, weil ich die Erfahrungen nicht gemacht hatte, die ich dann gemacht habe und nicht da hingegangen bin, wo es wehtut.

00:51:33: Und das tun halt viele Menschen nie.

00:51:35: Und deswegen würde ich sagen, Engagement ist gut, weil Engagement führt zu Ehrlichkeit und führt auch, wenn man es dann durchzieht, zu Augenhöhe.

00:51:43: Ob es dann am Ende zu Resignation führt.

00:51:46: Weil man sich und das ist so ein bisschen ja auch mein Problem, du schaust dann das nächste Problem an und das nächste und das nächste.

00:51:52: Und denkst du so naja ich adresiere ja nur so einen Mikrometer davon und was ist mit den ganzen anderen was jetzt mit AI und was mit Krieg und was mit so.

00:52:03: Kann ich auch alles machen, aber kann ich nicht.

00:52:06: und dann kannst du natürlich sehr schnell in die Resignation kommen und dann bist du doch wieder da wo die anderen waren.

00:52:10: Und daran denke ich oft, wenn ich heute zurückdenke an die Gründungszeit der Stiftung, wo man dann auch mit so ein bisschen älteren Leuten gesprochen hat, die so die alt-, alt-, achten-, sechziger Generationen waren, so die alt-, linken, die sich damals schon mal verkämpft hatten.

00:52:22: Und die dann zu mir gesagt haben, so ja, so wie du war ich auch mal, du war ich dreißig, ne?

00:52:27: So wie du war ich auch mal.

00:52:29: Und ich hab mit damals hab ich mir gedacht so, ah, was bist denn du von Lauch?

00:52:34: Wo ist denn deine, wo ist denn deine Energie hin?

00:52:35: So, mach mal.

00:52:37: So, jetzt mach ich das zehn Jahre.

00:52:39: mittlerweile verstehe ich die schon ganz gut, wenn ich ehrlich sein darf.

00:52:42: Und das ist, glaube ich, halt die Kunst, dann immer wieder auch den Antrieb zu finden, zu sagen, nein, ich mache das aber doch weiter und mache jetzt nicht irgendwas, wo es halt die nächsten zwanzig Jahre für mich und meine Familie passt, sondern der Rest ist mir halt wurscht.

00:52:55: Es ist halt... Ein super komplexes, psychologisch auch schon super komplexe Vorgang, wenn am Beginn einer solchen Arbeit, am Beginn einer solchen Bemühungen, ich habe mal irgendwann den Begriff schweres Wissen gelesen, bei einem Journalisten, der gesagt hat, die Grundlage von Veränderung ist schweres Wissen.

00:53:10: Schweres Wissen bedeutet, es ist nicht leicht für mich, es ist auch auf mein persönlichen Leben, hat das einen Einfluss, wenn ich das verstehe, aber wenn ich das verstehe, dann habe ich einen anderen Blick auf Dinge, dann verstehe ich Dinge wirklich.

00:53:20: Das ist schweres Wissen.

00:53:20: und wenn man das hinter sich gebracht hat.

00:53:22: hinterfragt man erst mal wahnsinnig viele Dinge und im Zweifel steht man vor der ersten Resignation.

00:53:27: Und dann weiter zu machen und zu sagen, okay, da gehe ich gegen an und dann tut man was und dann kommt die nächste Chance der Resignation.

00:53:34: Das ist ja auch psychologisch gar nicht so leicht.

00:53:37: Insofern, ja, ich kenne diese Situation natürlich von älteren Leuten, die sagen, ja, das kenne ich alles, die Gedanken und das wird alles nichts.

00:53:45: Und ich finde es immer spannend, weil ich habe mich immer gefragt nach solchen Diskussionen, wann werde ich so alt sein?

00:53:51: dass ich auch diesen Blick habe, weil in meinem Kopf wirkt es so, als ob das automatisch irgendwann passiert.

00:53:56: Dass man automatisch irgendwann dahin kommt und sagt, man wird auch so sein und man wird dann jeweiligen Leuten sagen, du wärst dummer älter.

00:54:04: Verstehe du die Welt mal erst mal.

00:54:06: Ich

00:54:06: glaube, das ist ein Stück weit so, glaub ich.

00:54:08: Aber das ist gut, das Schöne.

00:54:09: Und ich mag es ja auch bei mir selber.

00:54:10: Ich ertappe mich selber manchmal dafür.

00:54:12: Meine Frau sagt dann auch mal ganz zu mir, jetzt steht dann auch der Herr wie der weiße Alte, der schon mal alles, so lange ich mir so, oh, Scheiße, das wollte ich aber auch nie.

00:54:20: Und ich bin ja erst vierzig.

00:54:22: Aber ich kenne Gott sei Dank auch ganz, ganz viele ältere Leute, die das überhaupt nicht haben und die sich das völlig bewahrt haben.

00:54:28: So dieses klassische Bild vom Fünfundachtzigjährigen, der aber ein Baum pflanzt, obwohl er niemals in seinem Schatten setzen wird.

00:54:33: Und ich glaube, wenn du dieses Mindset wirklich verinnerlicht hast, dann geht es dir halt auch gut.

00:54:37: Ich glaube auch, wir müssen alle gehen.

00:54:39: Das wird philosophisch.

00:54:41: Ich habe auch Angst vor dem Toten, die wahrscheinlich die meisten Menschen.

00:54:43: Aber ich glaube, wenn du dieses Mindset hast, dass das immer weitergeht und dass wir Teil von was größerem sind und wenn du das gelebt hast, dann glaube ich, wird es auch hinten raus leichter.

00:54:53: Ich glaube, solche Menschen haben es am Ende auch schöner, sowohl im Rückblick als auch im Loslassen.

00:54:58: Und ich kenne da mittlerweile viele und ich finde das immer super inspirierend, solche Menschen zu treffen.

00:55:02: Und den Begriff schweres Wissen kann ich übrigens nicht, den werde ich mir von dir hiermit klauen, weil den finde ich hervorragend, den werde ich mir aneignen.

00:55:09: Absolut, es stört mich aus, es ist von einem Journalisten, ich muss rausfinden, wer es war, weil ich den immer wieder benutze und ich bin in einem beiläufigen Artikel drauf gestoßen und der das erklärt mich ganz großartig.

00:55:18: Vielleicht, wenn ich es raus finde, schicke ich dir.

00:55:21: Sehr gerne.

00:55:24: Super spannend, also versuchen wir nochmal zum Richtung Ende.

00:55:28: Wir haben jetzt eine Bestandsaufnahme gemacht, nicht nur von eurer Arbeit, von der Chance Maker, von Lesion, sondern auch von der Problematik.

00:55:38: Wenn man sich das jetzt so anguckt auf dieser persönlichen Ebene, auf einer globalen Ebene und auf einer teilweise eben auch staatlichen Ebene, wie würdest du denn jetzt sagen, grob?

00:55:48: Und nimm dir die Zeit, die du brauchst.

00:55:49: Wie sieht wirklich nachhaltig wirksames Engagement auf, wenn man in der Lage ist, das ganzheitlich zu denken?

00:55:57: Global zu denken, die Problematik einzugern.

00:55:59: Also wie sieht wirksames globales Engagement aus, wenn du es dir aussuchen, wenn du es dir zeichnen könntest?

00:56:05: Jetzt nur auf den Bereich Spenden bezogen oder egal, was man tut.

00:56:08: Weil die Frage ist ja dann... Entlang der Kette.

00:56:11: Weil die Frage ist ja, ne?

00:56:12: Also ich sag jetzt mal ganz plump, wenn du jetzt jemand bist, der so viel Einfluss hat in der Welt und so viel Geld und so viel Firepower, dass er an der Außenpolitik mitsprechen kann und sagt, wir machen mal die zweihundert Milliarden Verrüstung rückgängig und machen die für was Sinnvolles.

00:56:30: Na ja, dann würde ich sagen, mach mal nur das, weil den Hebel werde ich in meinem Leben nicht erreichen, egal was ich mache.

00:56:34: Also das hat das Schlimme, was die mal in einem Satz mal kurz kaputt machen, das kriege ich in meinem Leben nicht wieder hingekriegt.

00:56:39: Also ist die Frage, was ist dein Hebel, den du bedienen kannst?

00:56:45: Kannst du die Welt dafür verhelfen, dass wir keinen Krieg mehr haben?

00:56:47: Dann mach nur das.

00:56:49: Der Rest ist total egal.

00:56:51: Aber

00:56:51: das ist ja wirklich schon die Frage nach einem individuellen Engagement.

00:56:54: Also wirklich, die Frage werde ich dir auch noch stellen, aber es geht wirklich um die Frage... Wir haben ja am Anfang darüber gesprochen, dass das System ein anderes sein müsste.

00:57:03: Also die Geldflüsse müssten anders sein.

00:57:05: Wie kriegen wir es sozusagen hin?

00:57:06: durch Engagement?

00:57:07: Jetzt haben wir den Begriff geklärt, den globalen Süden beispielsweise zu ermächtigen und die Möglichkeit zu kriegen durch bestimmte Organisationen, durch staatliches Handeln, teilweise auch individuelles Handeln, vor allem durch gemeinsames Handeln dieses Problem nachhaltig anzugehen.

00:57:22: Okay, die Frage ist konkreter.

00:57:25: Naja, ich mach jetzt mal ein konkretes Beispiel.

00:57:30: Ich glaube, du kannst mit philanthropischem Geld ... ... Dinge anschieben.

00:57:38: Wenn ich aber natürlich ein systemischem Wandel will, stand heute Leben wie in einem ... ... kapitalistischen System auf der Welt.

00:57:44: Ob wir das gut oder schlecht finden, aber das ist doch schon halt so.

00:57:46: Und die alte Diskussion ist ja immer ... ... müssen wir das jetzt zusammenbrechen lassen und dann gibt's was Neues.

00:57:52: Oder müssen wir das zusammenbrechen lassen und dann gibt's die große Dystopie.

00:57:56: Oder können wir das gar nicht zusammenbrechen lassen, weil die Ausbrückungen so fatal werden, sondern wir müssen es mit den Incentives, die wir haben, langsam aber sicher in die richtige Richtung drehen.

00:58:06: Und allein an der Fragestellung, ob man glaubt, dass dieser Fall drei möglich ist, entscheidet sich ja schon die Vorgehensweise.

00:58:15: Ich glaube, wenn du mich ganz ehrlich fragst, nicht, dass es möglich ist.

00:58:18: Meine klare Haltung ist diese Gesellschaft, diese Welt wird kollabieren.

00:58:24: und zwar in einem historischen Ausmaß mit Milliarden von Toten.

00:58:28: Ist ein scheiß Bitch, weil ich mir meine Stiftung auch verkaufe.

00:58:30: Aber ich glaub daran nicht.

00:58:33: Ich arbeite aber trotzdem daran, dass es nicht so passiert.

00:58:36: Also arbeite ich an Szenario drei.

00:58:39: Und Szenario drei ist für mich, wir brauchen Menschen, die Macht und Geld haben, müssen sich zusammentun und müssen dezentral über verschiedene Art und Weisen Geld zur Verfügung stellen.

00:58:53: Und das kann am Anfang die philandropische Anschubfinanzierung sein.

00:58:55: Ich mache es mal an einem Beispiel von uns.

00:58:58: Wir arbeiten jetzt mit diesen verschiedenen Chance makers wie Yannick und und so weiter aus deren Organisationen dann viele neue kleine Organisationen hervorgehen.

00:59:07: Lokale Social Businesses und so weiter.

00:59:08: Die brauchen ja aber auch wieder eine Anschubfinanzierung, wenn die irgendwann lokal funktionieren sollen.

00:59:13: Die haben ja auch wieder keine Bank zu der sie gehen können oder nur den Lone Shark für achtzig Prozent.

00:59:18: Also wer gibt jetzt den die daraus kommen, weder Geld, weder keiner, weil denen eins drüber gibt es schon keine Geld.

00:59:26: Also haben wir gesagt, naja, wir gehen jetzt auch mal eins weiter in der Kette und sagen, wir machen, wir nennen das Jumps Maker Ecosystem Fund, soll ich glaube ich nicht im Podcast erzählen, weil es ist nur ein Versuch, uns kann völlig schiefgehen.

00:59:38: Wir geben jetzt unseren Partnern Geld und die geben das sozusagen an die kleinen Organisationen, die bei ihnen ausgegründet würden als Stadtfinanzierung weiter.

00:59:46: Das ist dann philanthropisch, ich will es nicht zurück, aber als Stadtkapital.

00:59:50: Wenn das funktioniert, bräuchten die ja auch wieder eine kleine Finanzierung.

00:59:53: So, und jetzt ist die Frage, dann bist du ja auf so einer kleinen Ebene, du bist eben nicht bei dem American VC, we scale the shit, logics, sondern du bist bei lokalen, dezentralen, resilienten Lösungen.

01:00:06: Da kannst du keine einzelne due diligence machen und du kannst nicht keine Return-Erwartungen von X haben und so weiter, sondern das ist für mich eigentlich ein Hebel, solche Konstrukte zu haben.

01:00:16: Vorne gibt es eine philandropische Tranche und da hinten gibt es eine sehr niedrig verzinnste Fremdkapital-Tranche.

01:00:23: Und da tun sich verschiedene Menschen zusammen und sagen, ich brauche das Geld nicht zwingendermaßen zurück oder wenn Grad so zurück reicht mir auch.

01:00:31: Und ich bau dafür effiziente Vehikel und ich nehme vielleicht in der Entscheidungsstruktur, wer das am Ende bekommt.

01:00:37: A. Schwarmintelligenz und vor allem B. Lokale Schwarmintelligenz.

01:00:41: Also nicht wieder irgendeiner baut in Berlin ein Team aus ganz cleveren Menschen, die jetzt wissen, in welche Firmen man investiert.

01:00:48: Und ich glaube, das sozusagen groß zu machen, ohne es dann zu groß werden zu lassen, weil das meine tiefste Überzeugung.

01:00:57: Alles was zu groß wird, ist schlecht.

01:00:58: Egal, jede Firma, jeder Staat.

01:01:01: Alles, was zu groß wird, hat zu viel Macht.

01:01:02: Und was zu viel Macht hat, wird irgendwann schlecht fürs Gemeinwohnen.

01:01:06: Ich wüsste kein Beispiel in der Geschichte der Menschheit, wo es anders gewesen wäre.

01:01:10: Und deswegen dezentral mit einer gewissen Schlagkräftigkeit, dass nicht immer nur der eine, der das Risiko nimmt, allein in der Tinte sitzt, sondern da sagt Mitstreiter hat.

01:01:20: Aber auch nicht zu groß und lokale Entscheidungswillige.

01:01:23: Ich glaube, das wäre wirklich ein Game-Changer und dann die Leute machen lassen.

01:01:29: Also ... Ich könnte jetzt so viele Beispiele sagen von Organisationen, die ich die letzten Jahre kennengelernt habe, die so klein sind.

01:01:38: Da lebt halt eine im Flussdelta in Nigeria, wo halt der Ölkonzern das ganze Ölhinsbild, das halt keine aufräumt, weil der Westen halt das Öl kauft und die wollen nicht, dass jemand darüber redet.

01:01:48: Und dann kämpfen da die Indigenous dagegen und machen da Kampagnen, um da Aufmerksamkeit zu kriegen.

01:01:53: Und so hast du ja Tausende und hunderttausende von Organisationen rund um die Welt.

01:01:58: Und die Frage ist, wie kriegen die jetzt Geld?

01:02:01: Die findet ja keiner, der jetzt auf Google geht und sagt, spende mal.

01:02:05: Und ich glaube, da dezentrale Strukturen zu schaffen, wo sich Leute zusammenschließen, kooperativ sind und auch das Mindset haben, dass nicht jeder das am besten weiß, sondern dass am Ende vielleicht die Masse und die lokale Entscheidung besser weiß, was sie mit unserem Geld machen müssen als wir.

01:02:21: Dieses Vertrauen, diese Kontrolle abgeben.

01:02:24: Wenn wir das machen, das ist ein großer Hebel.

01:02:26: Ja, interessant.

01:02:27: Ich lasse das mal so stehen, weil es ein Szenario tatsächlich aufmacht und die Frage genau beantwortet, wie kriegt man es hin?

01:02:35: Und kommen dann auf den Punkt, den du versucht hast, vorher zu beantworten, und zwar zu der Rubrik Die Anstüchter.

01:02:52: Dann, auch das haben wir heute besprochen, ist immer wieder diese Frage, was ist das Individuum in diesem System?

01:02:59: Was ist dein Ansatz für das Individuum?

01:03:02: Was kann das Individuum machen, um diese Resignation zu begegnen?

01:03:08: Für viele Menschen ist es wahrscheinlich am einfachsten, mal lokal anzufangen.

01:03:11: Sollte ich jetzt nicht sagen, als jemand, der eine Stiftung hat, der Spenden für einen globalen Süden will.

01:03:17: Aber sich mit Themen zu beschäftigen, sich mal wirklich wieder für was zu engagieren, sich vielleicht nicht nur darüber aufzuregen, dass in der eigenen Stadt der Bus nur zweimal am Samstag fährt im eigenen Dorf und dass der Fahrradweg nicht gebaut wird, sondern sich mal mit jemandem zu unterhalten und zu fragen, wie kann ich denn dafür sorgen, dass der Bus viermal fährt und ins Fahrradweg dahin kommt.

01:03:40: Und ich glaube, diese Selbstwirksamkeitserfahrung, die geht uns komplett ab als Gesellschaft.

01:03:45: Und wenn du das mal angefangen hast und mal irgendwo einen kleinen Erfolg hast und du sagst, okay, jetzt habe ich irgendwie zu was beigetragen und ich sehe dann Resultat, das ist hinterher besser.

01:03:53: Das ist ein geiles Gefühl.

01:03:55: Und wenn du das einmal hattest, dann glaube ich, brauchst du keine cleveren Ratschläge mehr vom Patrick, weil dann wirst du automatisch weitermachen und wirst das Gefühl auch wieder haben wollen.

01:04:03: Das ist dann sozusagen Dopamin in gut.

01:04:06: Nicht Instagram, sondern in gut.

01:04:10: Ich danke dir sehr für deine Zeit.

01:04:11: Es war ein fantastisches Gespräch.

01:04:12: Es hat trotz vieler problematischer Beobachtungen, die wir feststellen müssen, große Freude gemacht.

01:04:20: Und ich hoffe auf bald.

01:04:21: Ganz vielen Dank.

01:04:22: Das hoffe ich auch.

01:04:23: Schönen Mittag noch.

01:04:24: Ciao.

01:04:24: Ciao.

01:04:30: Ich habe Patrick Knodl nach den Möglichkeiten gefragt, sich zu engagieren und einer angesichts großer Herausforderung entstehenden Resignationen zu begegnen.

01:04:40: Neben der Möglichkeit, sich in seinem lokalen Umfeld einzusetzen.

01:04:43: Das hat Knodl ja geraten.

01:04:45: Gibt es auch einige Programme und Stellen, die globales Engagement unterstützen.

01:04:50: Wir wollen ein paar davon kurz vorstellen.

01:04:53: Ein Programm für junge Menschen zwischen achtzehn und achtundzwanzig haben wir zu Beginn dieser Folge ja schon erwähnt.

01:04:59: Weltwärts, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

01:05:04: Das Programm ENSA ist für Schülerinnen gedacht.

01:05:07: Es finanziert und begleitet Schulpartenschaften.

01:05:11: Eine Möglichkeit für Studierende und Azubis bietet zum Beispiel das ASA-Stipendium, das drei- und sechs-monatige Projektphasen im In- und Ausland ermöglicht.

01:05:22: Für Menschen ab dreißig Jahren gibt es den sogenannten Senior Expert Service, kurz SES, eine Ehrenamtsorganisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand oder in einer beruflichen Auszeit.

01:05:35: Das sind nur einige Ideen.

01:05:36: für all diejenigen, die sich für entwicklungspolitisches Engagement interessieren.

01:05:40: Aber vielleicht noch nicht wissen, wo sie auf der Suche nach Möglichkeiten anfangen sollen.

01:05:44: Links zu diesen Programmen und weiteren Stellen finden Sie in den Show

01:05:48: notes.

01:05:59: Die Anstifte.

01:06:00: Eine Welt,

01:06:01: viele Wege.

01:06:02: Ist ein Podcast der Servicestelle für Stiftung und Philanthropie.

01:06:05: Von Engagement global.

01:06:07: Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

01:06:11: Kurz BMZ.

01:06:13: Produziert vom Studio ZX einem Unternehmen des Zeitverlags.

01:06:17: Mein Name ist Jonas Ross und ich sage vielen Dank fürs Zuhören.

01:06:38: Die Anstiftung.

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