Teil 8: Biodiversität (mit Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens)

Shownotes

Die Sundarbans sind die größten Mangrovenwälder der Welt. Sie erstrecken sich über Indien und Bangladesch und gelten als Hotspot der Biodiversität: Ihre verzweigten Wurzelsysteme bieten Lebensraum für zahlreiche Fischarten, Krebse und Garnelen. In den Wäldern leben außerdem viele Vogel- und Säugetierarten. Mangroven fungieren zudem als natürlicher Küstenschutz und speichern große Mengen CO₂. Doch vielerorts wurden die Wälder abgeholzt – unter anderem wegen der steigenden Nachfrage nach Garnelen, die in Aquakulturen innerhalb der Mangrovengebiete gezüchtet werden. Der Global Nature Fund setzt sich dafür ein, die Wälder wieder aufzuforsten und Mangrovenbäume und Garnelen-Aquakulturen nachhaltig zu integrieren, also Poly-, statt Monokulturen zu schaffen. Gleichzeitig soll die wirtschaftliche Sicherheit der Menschen vor Ort, die von Fischerei und Aquakultur leben, gesichert werden. Projektleiter Thies Geertz und Projektpartner Maksudur Rahman berichten.

Der Rückgang der Mangrovenbestände ist nur ein Beispiel für die globale Biodiversitätskrise. Denn in den meisten Regionen der Welt nimmt die Artenvielfalt ab – mit weitreichenden Folgen für Mensch und Umwelt. Wie sich diese Krise eindämmen lässt und was jede und jeder Einzelne zum Schutz der Biodiversität beitragen kann, darüber spricht Host Jonas Ross in dieser Folge mit dem Wissenschaftsjournalisten, Dokumentarfilmer und Stifter Dirk Steffens.


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Diese Folge ist die zweite Folge der zweiten Staffel der Podcastreihe „Die AnStifter – Eine Welt. Viele Wege.“ Ein Podcast der Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Produziert wird der Podcast vom Studio ZX, einem Unternehmen des ZEIT Verlags.

Weiterführende Informationen:

Transkript anzeigen

00:00:04: Die Anstifter.

00:00:06: Eine Welt, viele Wege Ein Podcast von Engagement Global und Studio ZX.

00:00:22: Mangroven binden im Vergleich zu den Pflanzen an Land sehr viel Kohlenstift.

00:00:39: Hinzu kommt, dass das mangroven Ökosystem die lokale Bevölkerung vor verschiebenen Naturkatastrophen schützt.

00:00:45: Sie bilden so etwas wie einen natürlichen Schutzball für die Menschen vorn.

00:00:49: Raman berichtet hier aus dem sogenannten Sundarbans – Das größte Zusammenhänge Mangrovenwaldgebiet, das sich über zehntausend Quadratkilometer von Bangladesh bis Indien erstreckt.

00:01:06: Das ist etwa halb so groß

00:01:08: wie Hessen.

00:01:09: Rahman arbeitet am Erhalt dieses

00:01:11: Gewichts,

00:01:12: zusammen mit einer deutschen Umweltschutzorganisation

00:01:15: –

00:01:15: dem Global Nature Fund!

00:01:17: Denn Mangroven sind nicht nur CO-Zwei-Speicher sondern auch so etwas wie ein natürlicher Küstenschutz.

00:01:29: In Bangladesch fungieren die Mangrovan fast wie Deiche indem sie die Bevölkerung vor Überschwemmungen durch Zyklone schützen.

00:01:35: Dort wo die Mangroven noch stehen, ist das Gebiet also geschützt.

00:01:39: Aber dort wo die mangroven verschwunden sind wird das gebiet durch die pure Kraft des Wassers und des Windes häufig zerstört.

00:01:55: Und?

00:01:56: Mangrobenwälder sind Heimat für viele bedrohte Pflanzen und Tiere – solche, die an Land leben und andere aus dem Wasser!

00:02:04: Genau, ganz verschiedene Arten.

00:02:07: Also es kommen in den Mangroven-Wäldern etwa dreitausend Fischarten weltweit vor.

00:02:12: Das ist sehr viel.

00:02:13: Damit haben die Mangrovan natürlich eine enorme Bedeutung auch für die Küstenahlfischerei von der sich Millionen von Kleinfischern ernähren.

00:02:29: Und Raman, Gerz und viele andere die setzen sich ein.

00:02:33: Weil die Mangrovenwälder in Bangladesch und Indien massiv gefährdet sind.

00:02:38: Übrigens nicht nur dort sondern in vielen Gebieten der Welt.

00:02:43: Das Problem ist das in diesen Gebieten... wo normalerweise mangroven Bäume vorkommen, diese durch das Anlegen dieser Aquakulturteiche großflächig zerstört worden ist und insbesondere eben auch in dem Projektgebiet in den Sunderbahns in Indien und Bangladesh.

00:02:59: Aber auch Vietnam ist dort zu nennen, Indonesien ist es zu nenn, also sind wirklich sehr große Flächen die ursprünglich mangrove Waldwaren abgeholzt wurden um dort eintönige Aquakulturellandschaften zu schaffen.

00:03:16: Besonders solche Aquakulturen sind es, die für die Zucht von Garnelen genutzt werden.

00:03:21: Auf grundsteigender Nachfrage?

00:03:23: Besonders aus Europa wurden diese Aquakulturen immer größer und dafür immer mehr Mangroven abgeholzt.

00:03:30: Die Garnelen-Aquakultur ist einer der wesentlichen Faktoren dazu beigetragen haben, dass die Mangroben weltweit dezimiert worden sind.

00:03:39: Und das hat eben negative Folgen für das gesamte Ökosystem – Biodiversität.

00:03:47: Und die Biodiverität, die nimmt nicht nur in Bangladesch oder in Indien ab sondern fast überall

00:03:52: auf der Welt.

00:03:53: Wir schauen uns das Problem in dieser Folge genauer an und wir fragen Welche Folgen hat der weltweite Rückgang an Biodiversity?

00:04:03: Wie kann man ihn eingrenzen?

00:04:05: Welche gesetzlichen und internationalen Abkommen helfen Die Vielfalt des Planeten zu schützen?

00:04:10: Was können Zivilgesellschaft

00:04:12: Stiftungen

00:04:13: und Unternehmen tun oder gar jede und jeder Einzelne unter uns.

00:04:17: Und was hat all das mit Raumschiff Enterprise zu tun?

00:04:21: Darüber möchten wir sprechen.

00:04:23: in Die Anstifter, eine Welt

00:04:25: viele Wege!

00:04:29: In diesem Podcast beleuchten wir weltweite Herausforderung, erklären globale Zusammenhänge dahinter und zeigen Lösungen auf.

00:04:36: Wir sprechen dafür in jeder Folge mit Menschen die sich für genau diese Lösung einsetzen – Expertinnen, Philanthropinen Stifterinnen, Engagierte und Aktivistinnen.

00:04:48: Mit

00:04:49: Anstiftern

00:04:49: eben!

00:04:50: Mein Name ist Jonas Ross und das ist Folge zwei der zweiten Staffel Biodiversität.

00:05:04: Ich spreche jetzt

00:05:05: mit Dirk Steffens.

00:05:07: Er ist Wissenschaftsjournalist, Moderator und vor allem bekannt für seine Naturdokumentationen die ihn in Länder auf der ganzen Welt geführt haben.

00:05:17: Steffenz hat außerdem eine Stiftung gegründet Die Biodiversity Foundation und wurde für seinen Engagement rund um Natur- und Umweltschutz schon mit dem Bundesverdienstkreuz geirrt.

00:05:29: Ich will von ihm wissen, was ihn antreibt wie es um die Biodiversität weltweit steht und was getan werden kann, um die Artenvielfalt auf der Erde zu schützen.

00:05:39: Los geht's!

00:05:49: Mein Gast in dieser Folge von Die Anstifter ist der Chefin.

00:05:51: so nicht.

00:05:51: freue mich sehr das du da bist.

00:05:53: herzlich willkommen

00:05:54: Hallo.

00:05:54: ich freu mich auch

00:05:56: Zu Beginn vielleicht mal.

00:05:57: wir versuchen ein bisschen den Fahrt dieses Themas entlang zu laufen, indem wir vielleicht allgemeine und allgemein Definitionsthemen einmal klären zu beginnen bevor wir ein bisschen tiefer reingehen.

00:06:08: Aber zu Beginn mal die Frage

00:06:10: du hast

00:06:11: letztes Jahr dein Buch veröffentlicht hoffnungslos optimistisch habe ich richtig wiedergegeben?

00:06:16: Ja das klingt für mich nach so einer Selbstverdammung zum Optimismus.

00:06:23: Zu wie viel Optimismus bist du denn noch bereit oder zu viel Optimismus musst du dich noch zwingen beim Thema Biodiversität.

00:06:30: Das klingt zwar nicht so freundlich, wie Du das gesagt hast aber es ist richtig.

00:06:35: Also Optimismus ist tatsächlich eine... Hier geht's jetzt nicht darum gute Laune zu haben und das Leben leichtzunehmen sondern Es ist eine verdammte Selbstverpflichtung einer optimistische Grundhaltung zu entwickeln Und ich versuche ja zu argumentieren warum wir das tun müssen.

00:06:52: Und es beginnt mit einer ganz, ganz banalen Erkenntnis.

00:06:56: Die aber trotzdem fast nie berücksichtigt wird und die lautet man kann kein einziges Problem lösen wenn man aufgibt.

00:07:03: Es ist super banal Aber man muss zumindest versuchen das problem zu lösen und dass ist bereits eine stufe von optimismus.

00:07:12: Und gerade wenn die Probleme so vielfältig sind und so schwer sind, so schwerwiegend.

00:07:17: Gerade wenn sie – das ist ja im Moment eine Wahrheit, eine naturwissenschaftliche Wahrheit – das Potenzial haben unsere Zivilisation zu beschädigen oder im Extremfall sogar auszulöschen.

00:07:27: Gerade dann ist Optimismus eine verdammte Pflicht!

00:07:32: Denn ohne Optimismus gehen wir wirklich den Bach runter.

00:07:36: Das hat mich daran erinnert schon im Titel eigentlich an eines meiner Lieblingsbücher.

00:07:40: Im Grunde gut... Das ist ja auch eine sehr menschliche Eigenschaft, Optimismus überhaupt entwickeln zu können.

00:07:47: Es

00:07:47: ist ein Wirkmechanismus des Lebens an und für sich.

00:07:51: Ein Löwe der nicht glauben würde die Antilope jagen zu können würde nicht loslaufen und verhungern.

00:07:56: Eine Antiloppe die nicht wenigstens versuchen würde dem Löwen zu entkommen wäre sofort tot und ihre Art würde aussterben.

00:08:03: also Die Grundidee des Lebens ist die optimistische Annahme dass es schon irgendwie gut gehen wird.

00:08:11: Ohne diese Annahme ist Leben nicht möglich.

00:08:13: Ja, jetzt ist es so beim Thema Biodiversität.

00:08:17: mein Eindruck wie bei sehr vielen Themen die Natur betreffen und unser Leben auf diesen Planeten betreffend, dass sie ins Hintertreffen geraten.

00:08:26: in der öffentlichen Wahrnehmung teilst du das?

00:08:28: Ist auch dein Eindruck, dass wir über die Themen die Voraussetzungen für unser Leben eigentlich bilden weniger Sensibilität haben in der Öffentlichkeit?

00:08:37: Sing My Song, kann ich nur sagen.

00:08:39: Also die ... Ich renne seit einem Vierteljahrhundert durch alle Talkshows und Radiosendungen, schreibe Bücher darüber... Und kommen wir manchmal schon vor wie ein unfreiwilliger Prediger ja?

00:08:50: Das hier ist tatsächlich das größte Problem von allen!

00:08:55: Das hört sich irre an aber das kann man natürlich naturwissenschaftlich relativ klar belegen.

00:09:00: denn also was wir zum Leben brauchen ist Atemluft etwas zu trinken und etwas zu essen Und die Grundvoraussetzung für diese drei Lebensgrundlagen ist Artenvielfalt.

00:09:09: Ohne die kann es keinen einzigen Menschen auf dem Planeten Erde geben, das unterscheidet diese Krise übrigens von der Klimakrise.

00:09:17: Selbst auf einer fünf Grad wärmeren Erde ohne einen einzigen Eiswürfel noch irgendwo in freier Natur könnte es noch Rest der menschlicher Zivilisation geben.

00:09:27: also unsere Art zumindest würde nicht aussterben.

00:09:30: Aber ohne photosynthesetreibende Pflanzen und Plankton in ausreichender Menge, ohne die Vielfalt des Lebens, die bödenfruchtbar macht.

00:09:41: Und Wasser trinkbar macht kann wirklich kein einziger Mensch auf diesem Planeten leben.

00:09:46: Das beschreibt die schwerwiegende Bedeutung dieser Krise.

00:09:52: also Artenvielfalt ist die Voraussetzung für alles andere.

00:09:55: das ist unser Thema Nummer eins.

00:09:58: Ist es denn tatsächlich so, weil ich glaube das ist ja ein bisschen gesetzt.

00:10:02: Das Artenvielfalt und Biodiversität mehr oder weniger dasselbe sind?

00:10:09: Ja umgangssprachlich machen wir das so aber das ist natürlich wissenschaftlich nicht richtig.

00:10:13: Biodiverse hat eigentlich drei Säulen.

00:10:16: Es ist einmal die Arten-Vielfald diese relativ simpel zu verstehen.

00:10:20: Du zählst die Arte der verschiedenen Tiere und Pflanzen Und dann gibt es die genetische Vielfalt.

00:10:27: Die ist auch sehr wichtig, damit die einzelnen Arten gesund weiter existieren können.

00:10:31: und dann gibt jetzt aber eben auch noch die Vielfald der Habitate, der Lebensräume, der Biotope.

00:10:38: Das sind die drei Säulen der Biodiversität.

00:10:40: nur wenn du alle drei halbwegs enttagt hast kann Biodiverität insgesamt funktionieren.

00:10:46: Aber das ist schon so ein bisschen akademisch.

00:10:48: ich glaube für die politische und gesellschaftliche Diskussion reicht es aus Wenn man hier Ja, wissenschaftlich nicht ganz korrekt.

00:10:55: Aber drauf gepfiffen wenn man hier den Begriff Atemvielfalt verwendet.

00:11:00: Ich meine es ist fast wie du sagst das selbe Lied was du wahrscheinlich immer singst.

00:11:04: aber kannst du erklären was konkret?

00:11:08: Was ist die Biodiversität?

00:11:09: Wofür ist sie wichtig?

00:11:11: weil diesen Zwiespalt zwischen also dieses Paradox des menschliches Leben ohne möglich ist.

00:11:19: Das ist für viele glaube ich schwer zu verstehen.

00:11:22: Aber inwieweit sie die Art und Weise, wie dieser Planet funktioniert bedingt?

00:11:26: Ich will mal gar nicht sagen, wie Sie unser Leben bedingt.

00:11:27: Das ist um Menschenbezogen, sondern wie sie diesen

00:11:29: Planeten

00:11:31: eigentlich ja am Leben hält.

00:11:32: Wie funktioniert das?

00:11:34: was genau ist da?

00:11:34: warum ist diese Diversität da wichtig?

00:11:37: Man muss sich die Erde ja oder man darf sich die Erde wie ein Raumschiff vorstellen.

00:11:40: es ist ja tatsächlich.

00:11:41: Da fliegt eine klein ein kleines blaues kugelrundes Raumschiffe durchs unendliche All Wie auf dem Raumschiff Enterprise braucht es ein Lebenserhaltungssystem, damit die Besatzung auf diesem Raumschifff überleben kann.

00:11:55: Auf der Raumschrift Enterprise ist das eine komplizierte Maschine mit was weiß ich wie vielen Bauteilen und auf der Erde ist das ganz genau so.

00:12:01: Denn die Dinge, die wir brauchen – wir haben sie eben schon erwähnt – Atemluft-, Trinkwasser-Nahrung müssen ja irgendwie produziert werden.

00:12:08: Und wenn du naturwissenschaftlich hinterfragst, wie werden die eigentlich von diesen Planeten bereitgestellt?

00:12:13: Dann landest du immer bei der Atemvielfalt also bei der atem.

00:12:16: Luft Wissen das wahrscheinlich noch alle.

00:12:18: Fotosynthesitreibende Lebewesen wie Bäume oder Phytoplankton im Meer, die setzen Sauerstoff frei und binden Treibhausgase und Sorgen für den lebensnotwendigen Sauerstoffsanteil in unserer Atmosphäre.

00:12:31: Also ohne... gab ja auch früher nicht genug Sauerstof für Leben.

00:12:34: also es mussten erst mal die Pflanzen für uns Säugetiere und so klar machen.

00:12:37: Also muss man sich immer wieder vor Augen halten.

00:12:41: Ohne die Pflanzen, die die Photosynthese treiben würden könnten wir nicht atmen.

00:12:44: Das ist schon einmal ein Punkt!

00:12:46: Das Zweite ist die Nahrung.

00:12:48: Warum wird aus Stein, aus Gestein, daraus besteht ja die Erde ursprünglich plötzlich fruchtbarer Humus?

00:12:55: Das ist ein total interessanter biochemischer Prozess.

00:12:58: das ist das eigentliche Wunder des Lebens dass durch einen Zusammenwirken von chemischen und biologischen Faktoren Gesteins zu immer kleineren Krümeln zersetzt wird durch Beimengung organischer Stoffe, das machen kleine Tiere Bakterien und so bisschen Chemie.

00:13:15: Und das Regenwasser und viele andere Prozesse.

00:13:17: gleichzeitig wird aus Gesteinskrümeln fruchtbare Erde in der etwas wachsen kann dass wir dann essen können oder in der Etwas wächst was etwas ernährt was wir dann Essen können je nachdem ob du Vegetarier bist oder Fleischstresser.

00:13:30: also Das ist die Zweitoverraussetzung.

00:13:32: und wenn Du die Artenvielfalt im Boden nicht hast In einer einzigen Hand Mutter Erde Humus sind mehr Lebewesen zu finden als Menschen auf dem gesamten Planeten Erde.

00:13:43: Wenn diese Artenvielfalt in diesem Boden nicht wäre, dann kann es zusammen ausbringen bis der Arzt kommt, da wächst gar nichts.

00:13:50: Das heißt Landwirtschaft und Ernährung wären gar nicht möglich ohne die Arten-Vielfald im Boden.

00:13:55: Dann wäre die Erde so tot wie der Mars.

00:13:57: Also wenn du jetzt eine Marsmission hast und du bringst Marsstaub mit, füllst dir den Blumentopf, kippst immer Wasser drauf und stellst, dass ihr die Sonne wächst darin trotzdem niemals etwas!

00:14:07: Weil dieser Maßstaub eben nur Staub ist.

00:14:09: Das sind nur Gesteinskrömelchen, das ist keine Erde!

00:14:12: Da fehlt der organische Anteil.

00:14:14: Das ist das Zweite.

00:14:15: also ohne Artenvielfalt kein Essen.

00:14:17: und dann hast du natürlich beim Trinkwasser auch noch das gleiche die Reinigung von Süßwasser, dass ständig ausreichend Süßwasser zur Verfügung steht.

00:14:24: Das hängt eben auch damit zusammen, dass kleinste Lebewesen die Reinigungsprozesse vom Wasser immer wieder vorantreiben vernünftig gemanagt, der Vorrat oder der Nachschub oder der nach Fluss an Trinkwasser niemals ausgeht.

00:14:39: Das sind die drei Grundlagen des Lebens und ohne die Artenvielfalt würde es keine dieser drei Grundlage geben also auch uns nicht.

00:14:48: Fantastisch zusammengefasst?

00:14:50: Ich glaube jetzt spätestens jetzt ist es

00:14:53: Thema Nummer eins ich sag's ja immer!

00:14:59: Der Anstoß

00:15:06: Jetzt ist so das Eine wissenschaftliche Erkenntnis, dass sehen wir regelmäßig schmerzhaft noch nicht dazu führt das Dinge sich verändern.

00:15:15: Auf dich ganz persönlich mal geblickt.

00:15:17: du hast viele Dokumentareisen unternommen, du bist viel in der Welt unterwegs.

00:15:22: Kannst du dich erinnern ob es einen Moment gab indem dir diese Biodiversitätskrise also die Tatsache des genau das was Du gerade beschrieben hast unter Beschuss steht ein Gefahr ist Indem das vor Augen geführt wurde?

00:15:34: Wir beschäftigen uns immer mit dem Anstoß der so ein bisschen dazu bewegt hat sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

00:15:39: Das war leider, muss ich rückblickend sagen ob meiner begrenzten kognitiven Fähigkeiten jetzt nicht so ein heuriker Moment sondern das hat schon zehn Jahre gedauert.

00:15:49: Ich habe mit Anfang zwanzig angefangen diese Filmexpeditionen rund um die Welt zu machen und ich hab überall.

00:15:54: also das war ja ganz toll.

00:15:55: ich wollte eigentlich nur mit meinen Kumpels um die welt fahren schöne tierfilme drehen und abenteuer erleben.

00:15:59: also Die idee war dass ist besser als arbeiten.

00:16:03: So fing das mal an.

00:16:05: Aber irgendwie traf ich ständig Wissenschaftler, Wissenschaftlerin und Forschende auf der ganzen Welt die sagten ja hier wir haben mit den Schnecken in diesem Tümpeln Problemen Wir haben mit dem Korallenriff ein Problem, wir haben bei den Wahlenproblemen, wir hatten mit den Löwen ein Problem.

00:16:19: Wohin nicht auch kam hörte ich dieses Problem?

00:16:22: Und dann habe ich mich irgendwann gefragt sag mal wenn jetzt tatsächlich so viele Arten aussterben wie die Forschenden befürchten.

00:16:30: was bedeutet das eigentlich Tatsächlich?

00:16:33: damals war dieses Thema Biodiversitätsforschung, das kannte noch niemand.

00:16:37: Ob ich mit ein paar Experten gesprochen und hab wirklich... Das war einer schütternder Moment als mir klar wurde wir haben ein wirklich großes Existenz bedrohendes Problem und keiner redet drüber.

00:16:50: also es waren die ersten zehn Jahre meiner inzwischen ja dreißigjährigen Berufslaufbahn und da hatte ich plötzlich das Gefühl wow jetzt müssen wir aber reden und dachte dann auch naiv wie man so ist wenn man ein problem für sich selbst zum ersten mal erschließt.

00:17:02: Das muss ich jetzt in Talkshows und den Radiosendern nur ganz laut sagen.

00:17:06: Und dann wird es auch viel Aufmerksamkeit erfahren, aber das war nicht so.

00:17:10: Interessant eigentlich dass sich daran ein bisschen spiegelt, du hast die Selbsterfahrung sehr extrem gehabt und die meisten Menschen gerade im globalen Norden erleben diese oder haben diese Selbserfahrungen ja nicht?

00:17:22: Oder haben sie nur sehr theoretisch.

00:17:24: also ihnen wird so wie du es erzählst seit dreißig Jahren wie du sagst da ist ein Problem.

00:17:29: Jetzt ist ja die Frage kommt es dazu, dass dieser Erkennungsmoment – das muss ja auch kein Heuriker-Moment sein aber dieses Verständnis dafür bei Menschen ankommt weil erst dann verändert sich ja was.

00:17:41: Also hast du das Gefühl, dass wir, manchmal habe ich das Gefühl auf diese Eisscholle der Ignoranz leben können wo wir von ganz vielen Dingen abgeschottet sind, sagen wir jetzt mal im globalen Norden?

00:17:53: Auch schon Auswirkungen vor diesem Problem haben die uns vielleicht gar nicht so bewusst sind.

00:17:58: Es hängt natürlich in der Ökologie alles miteinander zusammen.

00:18:00: Also was wir ja deutlich spüren, sind die Auswirkungen der Klimakrise und diese ist ganz eng verzahnt mit der Biodiversitätskrise.

00:18:07: also es ist natürlich so, also denk einfach an den Amazonas Regenwald dann wird der Zusammenhang sofort Augenfällig.

00:18:13: Wenn du den Regenwald kaputt machst, die Biodiversität im Regenwald verloren geht.

00:18:17: Dann fällt eine der größten Klimaanlagen der Erde aus und dann haben wir die Klimakrise und sowas wie die Ahrtalflut.

00:18:23: unsere Lebensmittel im Supermarkt werden teurer.

00:18:25: Wir müssen mehr Subvention an die Landwirtschaft raushauen weil sie ständig Missernten und Dürren haben.

00:18:30: Wir haben immer mehr Waldbrände und ich könnte jetzt ewig weiter aufziehen.

00:18:33: diese Dinge sind natürlich miteinander verknüpft.

00:18:35: Artenvielfacht hat auch bei Wald brennt ne große Rolle Denn zum Beispiel brennen ja vor allen Dingen die Monokulturen, die Fichtenwälder oder im Mittelmeerraum die Eukalyptus-Wälde.

00:18:45: Die für die Forstwirtschaft kurzfristig sehr profitabel sind.

00:18:49: aber Mischwälden mit höheren Atemvielfalt wären viel resilienter gegen die Auswirkungen des Klimawandels und auch gegen den Ausbruch von Waldbrenten.

00:18:57: also die Artenvielfahrt spielt im Grunde in jedem einzelnen Bereich der ökologischen Probleme eine große Rolle Und das reinzubringen in die Köpfe ist ganz schwierig, weil du... Dafür gibt es zwei Gründe.

00:19:12: Das eine ist wenn du morgens aufstehst und aus dem Fenster guckst siehst du immer noch die Blumenblühen da sinkt noch die Amsel, da fliegt ne Meise, da stehen noch Bäume also sieht nicht aus wie Weltuntergang.

00:19:24: und der Grund dafür einer dafür sind die sogenannten Shifting Baselines.

00:19:28: Du hast die Maßstäbe, in denen wir die Welt beurteilen als Menschen und die Maßstäbe an denen die Wissenschaft auf die Welt gucken kann sind sehr unterschiedlich.

00:19:36: Wenn du morgens aus dem Fenster guckst vergleichst du die Welt, die du heute siehst mit der Welt die du gestern gesehen hast oder vielleicht vor zehn oder zwanzig Jahren.

00:19:45: aber du kannst nicht weil du einfach nicht so lange lebst diese Welt vergleichen mit der welt vor hundert zweihundert oder fünfhundert jahren sodass dir der tatsächliche Verlust am Vielfalt und Leben da draußen vor deinem Fenster ist für dich nicht sichtbar.

00:20:00: Das sind also diese verschobenen Vergleichsmaßstäbe, diese schifftigen Baselines und dann kannst du natürlich eine Zeit lang Verluste gut ausgleichen.

00:20:08: wir haben vorhin über die Fruchtbarkeit von Böden geredet.

00:20:11: Natürlich war das war die Entdeckung des Haber-Bosch Verfahrens Also die Erfindung des Kunstdüngers erstmal super weil du den Hunger auf der Welt effizienter bekämpfen konntest.

00:20:19: Die Bölden haben plötzlich mehr ertrag gebracht.

00:20:23: Aber wenn du ständig Dünger, Kunstdünger chemische Substanzen auf diese Artenvielfalt im Boden kippst, dann nimmt dieser Arten vielfalt in den Lauf Jahren oder Jahrzehnten ab.

00:20:34: Und dieses Abnehmen von Produktivität musst du ausgleichen durch Nochmür-Dünger.

00:20:38: Das funktioniert eine Zeit lang aber irgendwann ist der Boden erschöpft und die Erntenbrechen vollständig zusammen.

00:20:45: Wir verlieren im Moment ungefähr zwölf Millionen Hektar fruchtbare Böden auf der Erde jedes Jahr.

00:20:51: Und da wir nur ein paar Milliarden haben, die Erde ist ja gar nicht so groß wie die meisten denken, ist das ein echtes Problem bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung und so kann man das fortsetzen und fortsetzen.

00:21:01: Das ist leider abstrakter und komplexer bei der Biodiversität als beim Klimawandel.

00:21:06: Da kannst du sagen es gibt einen fiesen Stoff und er macht die Erde wärmer und wenn wir den Stoff in Griff kriegen wird's wieder besser.

00:21:14: Leider bei der Biodiversität komplexer, weil es multi-kausal ist und du an hundert Schrauben gleichzeitig drehen musst.

00:21:22: Und dann gibt's ja noch... also du hast jetzt vorhin das Beispiel des Regenwalds genannt, dieses klassische Prinzip, das erlebt man ja gerade wenn man in einer größeren Stadt wohnt, wenn es mal Bäumen pflanzen oder wenn es irgendwie eine Aufgrünung gibt und grade im Sommer sieht man das alles blüht.

00:21:36: Ich persönlich hatte vor kurzem erst wieder den Moment dass ich in Hamburg an diesen schönen Pinken Die Kirschblüte im Frühling und man merkt bei vielen davon, da ist gar nichts los.

00:21:50: Da bewegt sich gar nix drumherum.

00:21:51: also da sind keine Insekten drum herum, da im Boden drum herum passiert nichts während in dem Gebüsch was nebenan ist wo doch irgendwie so ein Rest von alle möglichen Verschiedenes da ist bisschen mehrlos.

00:22:03: das heißt es scheint ja auch sozusagen dass wir Dinge tun optisch oder pflanzen die mit der Diversität oder zur Erhalt von der Natur erst mal gar nicht so wahnsinnig viel beitragen.

00:22:15: Also ist zumindest mein Eindruck, stimmt das?

00:22:19: Ja und nein?

00:22:19: also natürlich klar wenn du eine Blühpflanze bei uns in deinen Garten stellst für die es hier gar keine Insekten gibt sie sich für diese Blühplanze interessieren oder die Blühflanze gar nicht auf diese Insekte ausgelegt ist muss ja nach Schlüssel-Schlossprinzip auch immer zusammen passen dann bringt das natürlich wenig.

00:22:36: Aber ich glaube, das ist nicht das Kernproblem.

00:22:38: Das wird schon größer wenn du über das sprichst was wir gerade gesagt haben, wenn du durch den Mittelmeerraum fährst und dich über die Waldbrände wohnest und feststellst da es überwiegend Eukalyptus angebaut worden weil das eine schnell wachsende Baumart ist.

00:22:50: sie braucht aber viel Wasser und leider ist der Eukaliptus eine feuerliebende Art also Pflanzt sich, also einige Unterartensmittel pflanzen sich fort.

00:23:00: Wenn es brennt erst dann platzen die Samen auf erst dann kann sich Eukalyptus wirklich breit machen.

00:23:04: Also Eukaliptus will brennen und anders als europäische Baumarten, die das nicht wollen.

00:23:11: Deshalb sind ja die artenreichen Mischwälder, Feuerresilienter als diese Eukalyptus-Wäldern.

00:23:17: Und wenn du so was machst dann hast du im großen Marschab ein Problem weil diese riesigen flächigen Waldbrände, die sind ja manchmal so groß wie in Bundesland, denk mal an Kalifornien war es da alles weggeblendet pro Jahr Dann bist du genau da worüber du redest.

00:23:29: das ist sozusagen der Fehleingriff des Menschen in die Naturräume Wenn du glaubst ah der Baum wächst schneller super.

00:23:36: und da gibt es eben auch Da gibt es eben auch Aufforstungsprojekte, die tun so als seien sie grün.

00:23:41: Du denkst toll ich kauf mal hier was.

00:23:43: und die pflanzen für jede Tüte die ich kaufe irgendwie ein Baum.

00:23:47: ja wenn das ein Eukalyptusbaum ist dann hilft das natürlich nicht viel.

00:23:50: also Naturschutz muss eben auch immer richtig gemacht sein sonst hilft es nichts.

00:23:58: Im Intro

00:23:59: hatten wir von

00:24:00: Marc Chouduraman und Thies Gertz vom Global Nature Fund

00:24:03: erfahren

00:24:04: dass der Mangrovenbald in Bangladesch und Indien die sogenannten Sundarbans

00:24:09: bedroht sind.

00:24:10: Der Grund, die Zunahme von Aquakulturen in denen Garnelen gezüchtet werden.

00:24:16: Für sie wurden nämlich viele Mangroven abgeholzt.

00:24:19: Der Global Nature Fund hat mithilfe seiner Projektpartner schon einiges erreicht

00:24:23: diese Wälder

00:24:24: wieder aufzuforsten.

00:24:26: Also mit unserem Projekt versuchen wir eigentlich einen zentralen Konflikt zu lösen und das ist die Konkurrenz zwischen der Nutzung der Flächen durch die Kleinbäuerinnen und Bauern vor Ort Die müssen dort ja irgendwie wirtschaften und ein Einkommen auch erwirtschaften.

00:24:43: Und unserem Interesse daran, das Ökosystem Mangrovenwald zu schützen oder zu regenerieren, weil es ebenso eine enorme Bedeutung für das Klima hat aber eben auch für die biologische

00:24:53: Vielfalt.".

00:24:54: Dabei verfolgen

00:24:55: die Projektpartner und der Global Nature Fund einen besonderen Ansatz Sie wollen ein Misch-Ökossystem schaffen.

00:25:02: Die Aquakulturen bleiben bestehen, die man groben –

00:25:05: aber auch

00:25:07: Und wir versuchen eben, die menschliche Nutzung und die Garnelenzucht in Einklang mit dem Naturschutz zu bringen.

00:25:12: Mit dem Erhalt des Ökosystems und Pflanzen ganz speziell mangroven Bäume wieder in die Aquakulturteiche und Versuchungen alternative Einkommensmöglichkeiten aufzubauen um auch diese einseitige Abhängigkeit von der Garnelenzucht zu

00:25:29: verringern.".

00:25:31: Das Projekt nimmt also nicht nur Pflanzen und Tiere in den Blick sondern auch die lokale Bevölkerung die schließlich von der Garnelen Wirtschaft lebt.

00:25:41: Poli statt

00:25:42: Monokulturen heißt die Lösung.

00:25:44: Dafür etablieren die Projektpartner

00:25:45: zusätzliche

00:25:46: Einkommenszweige, wie etwa die Honigproduktion.

00:25:50: Max Suduraman, der Projektpartener des Global Nature Fund berichtet vom Erfolg dieses Projekts.

00:26:00: Was den wirtschaftlichen Wert angeht profitieren die Menschen hier vor den verschiedenen Ressourcen, Honig, Dini Papalme, Fisch oder Krabben zum Beispiel.

00:26:11: Es ist also ein System in dem der Mensch und das Mangroven-Ökosystem eine Einheit bilden.

00:26:16: Es kann also eine Koexistenz zwischen Mensch und Natur

00:26:19: entstehen.".

00:26:23: Der Global Nature Fund führt Schulungen und Trainings

00:26:26: für die lokale Bevölkerung

00:26:28: zu diesem Thema durch.

00:26:29: Neben dem Erlernen von neuen Skills bauen wir sehr stark auch auf lokal schon vorhandenes Wissen und Fähigkeiten auf.

00:26:36: Diese Honig-Sammler gibt es schon, die heißen MOVAL.

00:26:41: Das ist eine richtige Berufsbezeichnung für diese mangroven Honigsammler, die tief in die Wälder hineingehen und den Wildhonig sammeln.

00:26:51: Und da unterstützen wir ganz gezielte Kooperative, unterstützen die dabei den Honig hygienisch zu verarbeiten und zu verpacken.

00:26:59: Damit die Haltbarkeit und Qualität besser wird und damit der Preis am Markt letztendlich dann auch höher

00:27:05: ist.".

00:27:05: Denn – und das gilt sicher für jegliches

00:27:08: Engagement?

00:27:09: Also es ist absolut entscheidend für uns mit lokalen Gruppen zusammenzuarbeiten und diese gezielt zu unterstützen Weil der Schutz des Ökosystems letztendlich nur gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung verwirklicht werden kann.

00:27:23: Und das Stichwort Gemeinsam, das nehme ich jetzt noch einmal mit zu.

00:27:27: Dirk Steffens Wir schauen auf das was jede und jeder tun kann um Biodiversität zu schützen um unsere Altenvierfalt zu stärken.

00:27:45: Ich finde daran interessant.

00:27:46: den Gedanken würde ich gleich gerne ein bisschen genauer darauf eingehen dass man bestimmte Dinge tut entweder für das Gefühl oder den Umstand, dass der Mensch bestimmte Dinge braucht.

00:27:56: Also zu einem gewissen Maß muss die Natur ja geschützt werden oder eigentlich über das bisherige Maß hinaus ohnehin zum Selbstzweck also um die Natur will nicht, um das abgreifen zu können.

00:28:08: Du hast jetzt dieses Beispiel zwischen den Wäldern beschrieben, wir haben endlose Massen an Bäumen auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin.

00:28:16: Und die wenigsten davon sind wahrscheinlich wirkliche Mischwälder, sondern Monokulturen.

00:28:20: Das heißt wir pflanzen ja auch mit dem Ziel dann wieder in die Natur, die man vermeintlich aufgebaut hat eingreifen zu können.

00:28:28: Da frage ich mich so ein bisschen erst mal vielleicht zum Verständnis um da zu beginnen was unterscheidet denn diese Art von Anbau dieser Art von Wäldern Urwald von beispielsweise dem Regenwald am Amazonas.

00:28:43: Also, dass die Lebewesen da drin andere sind ist ja klar.

00:28:45: aber warum reicht es sozusagen nicht einfach Bäume zu pflanzen?

00:28:49: Ja das ist tatsächlich eine sehr interessante gute Frage.

00:28:54: Deutschland zum Beispiel ist ein sehr Waldreiches Land und für einen Drittel unseres Landes ist von Wäldern bedeckt.

00:28:59: Aber Es gibt alle paar Jahre diesen.

00:29:01: ich glaube der heißt Der Waldzustandsbericht also ein sehr verwaltungstechnischer Begriff aber sehr interessanter wissenschaftliche Studie die dem zugrunde liegt.

00:29:09: Der deutsche Wald bei dem letzten Bericht war keine Kohlenstoffsenke mehr, also er hat keine Treibhausgase aus der Atmosphäre rausgezogen.

00:29:17: Sondern im Gegenteil, er hat Kohlenstoff abgegeben!

00:29:21: Das muss man sich mal vorstellen... Man darf nämlich nie vergessen nur ein gesunder wachsender Wald bindet mehr Treibhausgase als er wieder abgibt.

00:29:32: Also ein Baum bindet ja während des Wachstums Treibhausgase in den Pflanzenkörper.

00:29:39: Simpel zu sagen, aber wenn dieser Stamm irgendwann abgesägt wird oder auch nur umfällt und normal stirbt im Zersetzungsprozess werden natürlich diese wird dieser Stoff wieder freigesetzt.

00:29:49: Das heißt es ist wirklich nur ein Speicher und kein Verschwinden!

00:29:53: Und wenn ein Wald krank ist das heißt seine Biomasse insgesamt nicht zunimmt sondern der nur so vor sich vor sich hinkräpelt so halbkrank in Deutschland ist ja jeder vierte Baum krank dann wird ein Wald zu so einer Art Fabrik, die tatsächlich eher dem Klima schadet als dem Klimanutzt.

00:30:11: Und das kannst du nur verhindern, indem du nach meinem Wissenstand, nach jetzigem Wissen standen, in dem du die Naturwälder machen lässt... Also wenn sie alleine heranwachsen sind Sie halt resilienter!

00:30:25: Das ist natürlich auch der neue heiße Scheiß in der Forstwirtschaft, wenn du dir anguckst Die Borkengeferplagen im Bayerischen Wald oder auch im Harz.

00:30:32: Da gibt es durchaus Gebiete wo man heute sagt wir greifen gar nicht mehr ein Wir nehmen die Bäume, die Schädlingsbefall haben da gar nicht mehr raus.

00:30:39: Sondern wir lassen den Wald jetzt einmal zusammenbrechen und dann wächst dort nach was nachwächst.

00:30:45: denn das ist ja ein Grundprinzip der Evolution es überlebt nur was unter den gegebenen Umständen überleben kann.

00:30:52: Und wenn du aber immer wieder denselben blöden Fichtenbaum dahin setzt Der gar nicht resilient genug ist um dazu zu überleben Dann hast Du jedes Jahr wieder ein Borkengefer Problem.

00:31:03: Wenn die Natur aber einen anderen Wald, der da weniger anfällig ist von alleine wachsen lässt dann ist er eben resilienter.

00:31:09: und das ist der Unterschied.

00:31:10: Wir verstehen Naturprozesse oft nicht bis zu Ende.

00:31:14: Trotz der ganzen Wissenschaft wissen wir nicht immer was ganz am Ende dieser komplexen sich gegenseitig überlagern den verstärkenden aufhebenden Prozesse passiert.

00:31:23: Das heißt, wir drehen vorne an irgendwelchen Schrauben und gucken dann hoch.

00:31:26: Und wundern uns was mit der Welt passiert?

00:31:28: Also im Grunde sowieso ein Affe, der ist intelligent genug um im Kernkraftwerk die Tür aufzumachen und Knöpfe zu drücken auf dem Kontrollpult aber er weiß nicht was es auslöst.

00:31:37: wenn du Glück hast geht nur im Klo das Licht raus aber wenn du Pech hast boom!

00:31:43: Aber das führt mich genau so ein bisschen zu einer Sache die mich extrem beschäftigt und zwar der Frage nach der Rolle des Menschen in all dem.

00:31:53: Ich hatte dir gesagt, es gibt im Intro haben wir gehört den Global Nature Fund und ein Partner Projekt das ich damit beschäftigt die Mangroven zu schützen in Bangladesch.

00:32:00: Er führt nicht nur aus wie wahnsinnig wichtig die mangroven sind für dieses Gebiet und für die Natur und für eine halte Artenvielfalt sondern eigentlich sein allererster Impuls auf die Frage welche Rolle die Mangrove spielen ist zu sagen sie schützen den Menschen Sie spielen für das Leben der Menschen so eine entscheidende Rolle.

00:32:20: Und dem gegenüber Stell ich in meinem Kopf, auch wenn du das beschreibst wie viele Hektar Land verloren gehen jedes Jahr.

00:32:27: Immer diesen Moment.

00:32:30: Ich stell mir vor... Wenn ich die Augen schließe, wie bugger durch den Urwald rollen und wie die Natur zerrissen wird von Menschen.

00:32:36: Und wie wir Raubbau betreiben.

00:32:37: Und dass jeden Tag passiert in jeder Minute während wir sprechen.

00:32:41: Das sind ja zwei ganz unterschiedliche Herangehensweisen.

00:32:44: Also das eine ist zu sagen da gibt es lokale Bevölkerung, die immer schon ist und die wird geschützt von der Natur.

00:32:49: Deswegen ist sie schützenswert.

00:32:50: Demgegenüber steht die Rolle des Menschen als der Zerstörer dieser Natur.

00:32:55: Ich stehe so ein bisschen vor dieser Frage... Wie geht man eigentlich um mit der Rolle des Menschen?

00:33:00: Also welche Rolle nimmt der Mensch innerhalb dieser Biodiversität ein, ist ja Teil davon.

00:33:05: Kann er überhaupt ein Teil davon sein und kann erst sein in einer Welt die so groß ist?

00:33:09: also ich frage mich immer so ein bisschen nach der Rolle das des Menschen in diesem unglaublich komplexen System.

00:33:14: du hast jetzt gerade beschrieben wie wir versuchen bestimmte Dinge zu tun und wissen vielleicht gar nicht worauf es hinaus wird.

00:33:19: dann haben wir diese Dimensionen nicht im Kopf.

00:33:22: also wie sehr groß gefragt.

00:33:24: aber wie siehst Du die die Rolle des menschen?

00:33:26: wo sollten wir da vielleicht auch hinkommen?

00:33:28: Wir können nicht, nicht Teil des Ökosystems sein.

00:33:31: Also das ist nicht möglich und wir waren das ja auch seit die Evolution uns oder unsere Vorfahren hervorgebracht hat.

00:33:38: Daran es erst mal nichts Schlechtes.

00:33:41: Auch eine gewisse Veränderung der Welt und der Landschaft isst nicht schlechtes.

00:33:46: Interessante Fun Fact vielleicht am Rande?

00:33:48: Wann war die Artenvielfalt im heutigen Deutschland am allergrößten?

00:33:53: Das war sie nicht vor... zweitausend oder dreitausende Jahren, sondern vor wenigen hundert Jahren.

00:33:58: Nämlich genau in dem Moment, in dem die menschliche Zivilisation im Gebiet des heutigen Deutschland zum ersten Mal mehr- oder weniger flächendeckend Landwirtschaft betrieben hat.

00:34:09: Das hat die Biodiversität erhöht!

00:34:12: Wieso das?

00:34:13: Na ja vorher war Deutschland ganz überwiegend von Buchenwäldern bedeckt.

00:34:17: also sie sind zwar ein natürlicher Ein natürliches Phänomen der Natur, aber nicht besonders artenreich.

00:34:24: Aber der Wechsel von Feldern und Wäldern, das entstehen von Waldrandgebieten hat vielen Arten mal beim Feldhasen angefangen, den wir heute ja so als Symbol der gesunden Natur auch oft sehen.

00:34:36: Also viele Arten hatten es vor der Landwirtschaft gar nicht gegeben großflächig hier.

00:34:41: Das heißt dass eingreifendes Menschen ist nicht per se etwas Schädliches Aber du kannst natürlich immer das Gute übertreiben.

00:34:49: Das ist wie zu viel Medizin nehmen, hast du Kopfschmerzen?

00:34:52: Würfst ihr zwei Aspirinen rein alles klar?

00:34:54: Nimmst du die ganze Packung nicht alles klar?

00:34:57: und das ist eher das Phänomen.

00:34:58: Und das ermutigende ist aber Die Wissenschaft hat lange gesucht nach einer einfachen Zahl so wie beim Klimawandel.

00:35:06: da hast Du gesagt zweigrat.

00:35:08: Wenn wir schaffen, da drunter zu bleiben, kommen wir irgendwie klar.

00:35:13: Das ist sehr wichtig für den gesellschaftlichen Diskurs und die politische Diskussion.

00:35:18: Denn du musst ja bestimmte Dinge beschließen – Gesetze, Vorgaben, Grenzwerte all sowas.

00:35:23: Und die zu berechnen dafür brauchst du eine verlässliche Größe, die die Grundlage dieser Berechnung ist.

00:35:28: Bei der Artenvielfalt war das immer so schwierig oder ist es immer noch?

00:35:33: Wir wissen nicht mal wie viel Arten es gibt!

00:35:35: Also, der Weltbiodiversitätsrat hat glaube ich acht Millionen benannt in seinem Report.

00:35:42: Aber die Wissenschaft geht eigentlich davon aus dass es locker hundert oder zweieinhalb Millionen Arten gibt?

00:35:46: Keiner weiß es!

00:35:48: Und wenn du noch nicht mal sozusagen die Rechengrundlage kennst, die Gesamtgrundmenge nicht kennst dann ist natürlich schwierig Grenzwerte festzulegen.

00:35:58: Also wie viel verschiedener Arten muss es denn jetzt auf einem Hektar Deutschland geben, damit wir sagen können ist läuft weiter?

00:36:04: Das ist nicht möglich das zu sagen aber die Welt hat einen Ausweg gefunden und die hat ihn sogar schon beschlossen.

00:36:10: Das ist nur leider nicht mit ausreichend Champagner in allen Nachrichten Redaktionen gefeiert worden.

00:36:14: vor drei Jahren war es inzwischen glaube ich Die Welt das Dreißig dreißig Ziel beschlossen also bis zum Jahr zwei Tausend Dreißige sollen dreißzig Prozent des Planeten Erde Land- und Wasserflächen unter Naturschutz stehen.

00:36:27: Und es ist ein sensationeller Move, denn die Idee dahinter ist.

00:36:31: Wenn wir ungefähr ein Drittel dieses Planeten einfach sich selbst überlassen – also die Natur auf einem Drittel machen lassen was die Natur halt so macht dann können wir auf den anderen zwei Dritteln halbwegs so weiterleben wie wir es gewohnt sind und das ist ein sensationales Konzept.

00:36:47: da hinter steht um nur mal eins von ungefähr einer Million Beispielen zu erwähnen der sogenannte Spillover Effekt.

00:36:53: wenn du einen überfischte Küste hast Und du gründest und du etablierst dort ein Meeresschutzgebiet, in dem niemand mehr Fischen darf.

00:37:01: Dann vermehren sich die Fische im Idealfall in diesem Meeresschutzgebiet das nur einen kleinen Bruchteil deiner gesamten Meeresfläche ausmacht so stark dass die Fische nicht nur an diesen Meeressschutzgebieten leben sondern auch da rausschwemmen.

00:37:12: Das heißt dadurch dass du in einem bestimmten Gebiet die Fischerei verbiet ist kann die Ficherei insgesamt mehr Fische fangen.

00:37:19: Das ist anti-intuitiv, das klingt paradox.

00:37:22: Aber das ist die naturwissenschaftliche Wahrheit und das ist der Grundidee hinter diesem Drei-Sich-Dreißig-Konzept.

00:37:28: Eindrittel des Planeten machen lassen, Sauerstoff produzieren lassen, Artenvielfalt erhalten, Wasser reinigen lassen – was wir noch so gerne von Natur als Systemdienstleistung in Anspruch nehmen.

00:37:41: und auf dem anderen Teil der Erde unsere Zivilisation etablieren.

00:37:44: Das ist eine sensationelle Idee, Deutschland war einer der Vorreiterstaaten und hat dieses Abkommen ja auch beschlossen aber es ist halt nur beschlossen und noch nicht umgesetzt und da wird's blöd.

00:37:53: Ja, das ist natürlich häufig so mit diesen Dingen.

00:37:57: Es passt ganz gut weil dieses Thema Nationalparks, Naturparks kürzlich habe ich den Beitrag gesehen ist ja gerade erst erschienen von Erlebnis Erde, den du gemacht hast.

00:38:04: zum Kruger-Nationalpark, ich glaube hundert Jahre ist er geworden.

00:38:08: Ich war letztes Jahr selbst im Schweizer Nationalpark auch ein sozusagen von Menschen unberührter, ausgewiesener Teil der Schweiz.

00:38:16: Der nicht mehr wo kein Mensch mehr interveniert.

00:38:20: Diese Nationalparks kommen mir als Laie dann aber manchmal so vor und jetzt hast du gerade mal ganz anderes Bild darauf beschrieben dass man so versucht die Natur zu erhalten das was man an anderer Stelle kaputt macht so eingezäunt sozusagen am Leben zu lassen.

00:38:34: es hat sowas Ich gönnehaft das falsche Wort, aber dieses wir machen zwar kaputt.

00:38:39: Aber jetzt bauen wir sozusagen in einem abgeschlossenen Bereich.

00:38:42: erhalten wir diese Diversität an diesem Ort.

00:38:45: ich würde mir als Leihart mal vorstellen dass Biodiversität und die diversität von oder die Vielfalt von Arten sich bestenfalls doch global erstrecken muss, dass man an jedem ort diese Vielfaltung braucht.

00:38:57: dem ist dann nicht so

00:38:59: nicht an jedem Ort.

00:39:00: Deshalb gibt es ja diese Dreißig-Dreißig Idee und es gibt auch die sogenannten Biodiversität Hotspots, also es gibt Orte in der Welt, die sind besonders artenreichs.

00:39:09: das ist der Regenwald den Indonesien zum Beispiel oder der Amazonas oder die Korallenriffe.

00:39:14: solche Orte wenn du dir schützt hast du mit geringerem Flächenaufwand prozentual gleich einen größeren Effekt im Artenschutz.

00:39:21: Also man muss nicht die ganze Welt unter Naturschutz stellen.

00:39:25: aber was Du gerade beschrieben hast ist natürlich dass alte ursprüngliche Konzept des Naturschutzgebietes.

00:39:31: Also Menschen raus, Tiere rein, Zaundrummer rum und fertig!

00:39:36: Da hat man ja in den vergangenen Jahrzehnten in der Wissenschaft gelernt das funktioniert nicht.

00:39:41: Das beginnt bei die Migrationsbewegung der Tiere, wenn du sie unterbrichtst das ganze Ökosysteme zum Zusammenbrechen bringen.

00:39:47: also das funktioniert alles nicht.

00:39:48: Du musst die Grenzen offenhalten.

00:39:50: und das Krogerpark Beispiel, dass du gerade erwähnt hast bei Erlebnis Erde.

00:39:53: Da haben wir ja auch erzählt, dass sie dann nach ein paar Jahrzehnten begriffen haben so geht es nicht und haben die Zäune wieder eingerissen.

00:40:01: Weil es ja erstmal seltsam wirkt!

00:40:02: Du willst einen Schutzgebiet haben?

00:40:03: Und du kannst es nur kontrollieren wenn Zaun drumherum ist und dann reißt du die Zöne wieder ab und dann hast du wilderer und viele andere Probleme.

00:40:09: aber tatsächlich kann Naturschutz wie ein Freiluftmuseum funktionieren, weil die Biologie und die Ökologie grenzenlos ist und zu komplex.

00:40:20: Also du kannst das nicht betreiben wie ein Museum.

00:40:22: Das ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass funktioniert nicht aber die modernen Nationalparkmanagement machen das auch nicht mehr so.

00:40:29: also da lernt die Menschheit ständig dazu.

00:40:32: die Wissenschaft kreiert ja ständig neue Erkenntnisse.

00:40:35: Aber diese Naturschutzgebiete Erstens wichtig, wenn sie an Biodiversitäts-Hotspots sind.

00:40:40: Da kannst du also mit kleiner Fläche viele Arten schützen.

00:40:43: Zweitens der sogenannte Spillover Effekt, also dieser Überflusseffekt.

00:40:48: Wenn sich die Fische im Schutzgebiet sehr vermehren kann, dann kann der Fischer neben dem Schutzgebieten aktiv ist eben auch wieder ein paar mehr Fische fangen.

00:40:54: Da hast Du dann tatsächlich einen ökonomischen Nutzen.

00:40:57: und dann gibt es noch etwas Naturschutzgebiete... geben Natur einen Wert, den sie vorher nicht hatte.

00:41:04: Und wir haben das auf dramatische Art und Weise gesehen in der Corona-Krise als es plötzlich keinen touristischen Flugfernverkehr mehr gab.

00:41:12: Millionen Touristen sind eben nicht nach Afrika geflogen was dazu führte dass die Wilderei und die illegale Abholzung explodiert sind.

00:41:20: also Tourismus wenn er verantwortungsvoll gemanagt ist, gibt Natur einen Wert und vor allen Dingen den indigenen Gemeinschaften vor Ort.

00:41:30: Eine Einkommensquelle.

00:41:31: ganz simpel gesprochen du kannst als armer Mensch als arme Mutter oder armer Vater der sagt ich muss meine Kinder irgendwie ernähren den Elefanten in der Nachbarschaft abschießen das Fleisch mit deiner Familie aufessen und das Elfenbein verkaufen dann hast du für eine kurze Zeit Einkommen.

00:41:49: aber wenn dir jemand die Möglichkeit gibt es du Einmal die Woche Touristen zu diesem Elefanten fährst, dann kannst du über viele Jahre das Schulgeld deiner Kinder und das Essen für deine Familie bezahlen.

00:42:01: Und das ist das was wir schaffen müssen.

00:42:03: Natur muss für die Menschen vor Ort einen Wert bekommen und darf nicht abhängen von gönnerhaften Spendern oder nicht ausschließlich abhängig von Spändern aus den reichen Ländern.

00:42:13: weil Spendenbereitschaft ist wieder Es ist wie eine Baumkrone im Wind.

00:42:19: Also das ist mal hier, mal da und je nachdem wie es uns selber geht spenden wir mehr oder weniger.

00:42:24: Es ist viel zu gefährlich die Lebensgrundlagen davon abhängig zu machen.

00:42:27: Struktureller Naturschutz bedeutet Leute können davon leben, können in der Natur mit der Natur von der Natur leben.

00:42:34: Das ist echt ein Naturschutz.

00:42:37: Ich habe kürzlich einen Artikel in der TATS gelesen glaube ich wo's um die Regeneration des Ringwalds geht also dass der Ringwald eigentlich Zu einem ganz großen Maß in der Lage ist, sich selbst zu regenerieren.

00:42:50: Den Teil des Ringwells zu regenerierend den wir als Menschen durch Raubbau entfernt haben.

00:42:56: beispielsweise heißt das du sprichst jetzt Thema Naturschutz schon an.

00:43:01: Naturschutz bedeutet die Natur machen lassen oder muss der Mensch dabei eben eine aktive Rolle spielen.

00:43:08: Also grundsätzlich heißt es die Natur machen lassen, weil sie's einfach besser kann.

00:43:12: Ein Millionen Milliarden-Billionenfaches Try and Error Verfahren ist einfach sicherer als ein Konzept das wir uns ausdenken und dass dann vielleicht doch noch ein paar Einflüsse nicht berücksichtigt hat, die am Ende alles kaputtmachen.

00:43:25: Das ist ganz klar so!

00:43:27: Aber jetzt leben ja nun mal über acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten und die müssen essen.

00:43:32: Die müssen eine Lebensgrundlage haben, die müssen die Möglichkeit haben einen menschenwürdiges Dasein zu leben.

00:43:39: Und dazu gehört es eben auch, dass du die Natur bis zu einem gewissen Punkt ausbeutest.

00:43:46: aber das ist ja auch ganz banal.

00:43:48: also der Begriff Nachhaltigkeit zum Beispiel, der kommt nicht aus dem Umweltschutz sondern das ist ein Begriff den ich glaube Hans-Karl von Karlowitzh siebzehnhundert irgendwas schon geprägt hat.

00:43:58: Damals ging es darum, dass die ateligen Familien, denen ja die Wälder gehörten.

00:44:02: Die haben die Wälder immer abgeholzt und die verfeuert und daraus irgendwie ihre Belagerungsmaschinen und was weiß ich nicht alles gebaut.

00:44:08: aber irgendwann wurde im Wald der Wald knapp.

00:44:11: da sind sie auf die wirklich nicht sehr komplexe Idee gekommen.

00:44:15: Oh!

00:44:16: Aha wenn ich mehr Bäume fälle als sich nachwachsen lasse habe ich irgendwann kein Wald mehr.

00:44:20: das ist ja doof.

00:44:22: also mache ich doch zu der Regel Pflanze genauso viele Bäume wie Fälle, dann habe ich für immer Wald.

00:44:29: Also das ist wirklich keine Raketentechnik.

00:44:31: Wirklich nicht!

00:44:33: Aber siehst du

00:44:33: es nicht?

00:44:33: Das ist wieder bei dem Affen im Atomräder.

00:44:35: Ja genau,

00:44:36: es ist keine Raketentechnik.

00:44:38: man darf... Die Natur, aus der Natur nur so viel entnehmen wie man wieder hineingeben kann.

00:44:43: Das ist das Grundprinzip des Lebens auf dieser Erde.

00:44:47: Es ist ein Kreislaufsystem, dass zu hundert Prozent alles recyceln muss.

00:44:51: und sobald du etwas nicht recycelt sondern nur raus nimmst und nicht wieder reingibst, ist das System früher oder später erschöpft.

00:44:58: also du siehst die Zusammenhänge sind so beschrieben relativ simpel.

00:45:03: Im Alltag ist es natürlich relativ schwierig, weil du dann irgendwann bei Fragen landest.

00:45:07: Wie gehört man Joghurtbecher mit Folie in die gelbe Tonne?

00:45:10: und darf ich überhaupt noch Auto fahren?

00:45:11: Und wo kann ich Urlaub machen oder nicht?

00:45:14: also im Lebens Einzelfall werden die Sachen sehr spitzfindig und schwierig.

00:45:19: aber Aber die große Richtung wo wir hingehen müssen als Menschheit dies ganz klar da gibt's überhaupt keinen Zweifel.

00:45:26: Es ist aber eine interessante Dimension, die du da aufmachst.

00:45:28: Weil das natürlich wie bei allen globalen Krisen und allen Dingen, die man auch durch die Zusammenarbeit von mehreren Staaten, mehreren Regionen lösen muss am Ende so dass häufig diese Probleme auf dieses Minimale runtergebrochen werden.

00:45:41: Also, ich glaube die würde mal vermuten du kannst mit sich Beispiele nennen wo die Biodiversität Teil unseres Alltags ist in Form von Medizin beispielsweise wenn den Regenwald ja angesprochen also im Regen Wald schlummert wahrscheinlich auch nach wie vor noch Die Heilung oder das Heilungspotenzial vieler Krankheiten.

00:45:59: und dass geht weiter bis zum Kaffee.

00:46:02: wahrscheinlich Dass jeden tag jemand kaffeetrinkt und die Tatsache dass der Kaffees Bei jeder Brune anders schmeckt, liegt wahrscheinlich auch eine Anpfiefeld.

00:46:10: Würde ich jetzt mal so runterbrechen?

00:46:11: Ist das grundsätzlich... Stimmst du dem grundsätzlichen Zustimmung?

00:46:13: Ja, den kann ich grundsächlich zustimmen und du bist auch durch diese globalisierte und technisierte Welt auf geradezu unvorstellbare Art und Weise mit allem auf diesen Planeten verbunden!

00:46:25: Ich weiß nicht was du heute gefrühstückt hast aber nehmen wir mal einen Durchschnittsfrühestück.

00:46:29: Du hast Kaffee getrunken, der keine Ahnung kommt vielleicht aus Äthiopien.

00:46:32: Du hast vielleicht Nussnougat Brotaufstrich gehabt.

00:46:37: das Pflanzenfett kommt aus Indonesien dafür ist Regenwald abgeholzt worden.

00:46:41: Der Kakao kommt ich weiß nicht aus Guinea oder vielleicht auch aus Lateinamerika.

00:46:45: Die Schnittplumen auf dem Frühstückstisch kam vielleicht auch Aus Äthihopien Leinsamen und kam vielleicht, die weiß nicht aus Kanada oder aus anderen Ländern das Frühstücksei von einem Huhn.

00:46:56: Das hat wahrscheinlich Mais aus den USA gefressen.

00:46:58: ich kann es jetzt endlos weiter fortsetzen.

00:47:00: also du hast bevor Du überhaupt deine Wohnung verlassen hast hast du Einfluss genommen auf dutzende ökologische Kettenreaktionen auf dem ganzen Planeten.

00:47:11: dein Frühstuck ist wie eine Sitzung der Vereinten Nation und das kann man auf der einen Seite bedrohlich finden aber Man Kann ihm auch sagen wow Wenn ich mit allem verbunden bin, dann habe ich ja auch auf alles Einfluss.

00:47:25: Und ich glaube das ist die Haltung, die wir viel stärker entwickeln müssen.

00:47:28: Es ist ja so bequem zu sagen Ach!

00:47:31: Ich bin ja nur der kleine Dick Steffens.

00:47:33: Was kann ich schon tun?

00:47:34: Es gibt so viele Menschen und die Reichen und die Regierung und keiner hört auf mich... ...ich bin ja machtlos Also mache ich auch nichts.

00:47:41: Das ist natürlich eine super bequeme Ausrede, keine Verantwortung zu übernehmen und keinen Müll aufzuheben wenn man aus der Tür kommt.

00:47:47: Und nicht zu überlegen mit welchem Fahrzeugmann wohin fährt.

00:47:51: also Der erste Schritt ist und das ist ja immer so auch in der Natur Artenvielfalt basiert.

00:47:57: nur das ganz weit runter bricht es auf die Überlebensfähigkeit und der Findigkeit des einzelnen Wesens und das gilt natürlich auch für menschliche Gesellschaften.

00:48:04: Wenn wir alle Träge rum sitzen und immer nur mit dem Finger auf die Politik zeigen und sagen löst doch jetzt mal mein Problem bitte dann werden wir diese Probleme niemals lösen.

00:48:13: Und das ist eine interessante und sehr ermutigende und nicht optimistisch stimmende Haltung, ich kann bestimmen wer ich sein will in dieser Welt und wenn viele Menschen das bestimmen, wer sie sein wollen, dann verändert sich die Welt.

00:48:28: Ich habe an deinem Naja gehört dass du das jetzt irgendwie nicht überzeugend fandst.

00:48:32: Nein, nein.

00:48:35: Ich habe nicht naja gesagt... ich hab im Gegenteil gesagt es ist eine inspirierende Sichtweise weil sie auch genau dem entgegen wirkt was wie in diesem Podcast immer wieder hatten die Tatsache dass man sich dann paradox befindet.

00:48:46: auf der einen Seite und die Meinung würde ich auch teilen sollte man dieses Problem nie individualisieren wenn die macht wahrscheinlich in vielen Fällen an anderer Stelle liegt, auf die man als Einzelpersonen keinen Einfluss hat.

00:49:00: Aber auf gar kein Fall hast du mich nicht damit von überzeugt.

00:49:03: im Gegenteil ich glaube wenn man anfängt zu begreifen dass man ja auch nutznießer dieser Biodiversität ist und das am anderen Ende der Welt dann sollte man bestenfalls eine Verantwortung empfinden und eine Dankbarkeit empfinden dass es möglich ist und dass versuchen so wie man in den Natur etwas zurückgeben sollte sollte man's auch zurück geben indem man Kaufentscheidung achten

00:49:24: zum Beispiel.

00:49:24: Ja, aber positiv.

00:49:26: das konnotiert also was...

00:49:28: Natürlich!

00:49:29: Es

00:49:29: ist ein großer Fehler dass Naturschutz durch auch die Art von Berichterstattung wie ich sie natürlich auch gemacht habe.

00:49:35: ich fass mir da selbst an die eigene Nase.

00:49:38: naturschutz umweltschutz ist eine Erzählung von Verzicht verbot steigenden Kosten Spaßbefreiungen also negativ und es ist natürlich nicht die Wahrheit.

00:49:48: in Wahrheit mehr Sicherheit, dauerhaften Wohlstand, längerem Leben, mehr Gesundheit und mehr Glück.

00:49:57: Und hier kommen wir auf die Macht der Narrative!

00:50:00: Wir haben uns – das ist natürlich auch sehr von mir, es ist keine Anklage an andere, sondern immer zuerst eine Anklager meiner selbst auch.

00:50:08: Wir haben natürlich schon sehr lange als eine Problemlage dargestellt und wenn man die lösen will, muss man den Leuten was wegnehmen oder etwas verbieten.

00:50:16: Und das hat zu einer sozialen Reaktanz geführt, die uns sehr auf die Füße gefallen ist weil die Leute jetzt einfach keinen Bock mehr haben sich ständig anzuhören, was sie alles nicht tun sollen.

00:50:24: Soll ich mir ein Urlaub fliegen?

00:50:25: Keine Bratwurst mehr essen dieses nicht mehr tun und sich dann auch noch irgendwie ne Wärmepumpe einbauen, die Sie gar nicht haben wollen.

00:50:32: Das hat so viel Reaktans, soviel Wiederwillen gesorgt dass die wunderbare, zauberhafte glücklich machende Erzählung einer intakten Umwelt inzwischen eine negative ist.

00:50:43: Und das ist dermaßen schiefgegangen, dass wir da ganz dringend gegensteuern müssen.

00:50:47: und wir müssen die Wahrheit erzählen nämlich Umweltschutz ist die Erzählung von wirtschaftlichem Erfolg, von Gesundheit und Glück für die Zukunft.

00:50:55: Das ist uns bisher noch nicht gelungen diese Macht des Narratifs zu aktivieren für die richtige Sache.

00:51:02: Du hast vorhin schon ange... ... merkt, was man persönlich in seiner Produktentscheidung tun kann.

00:51:06: Das ist schon mal ein Superimpuls!

00:51:09: Aber es führt mich auch dazu zu fragen... Was gibt's denn für positiv Beispiele um eine solche positive Selbsterfahrungen zu machen?

00:51:18: Wie man helfen kann?

00:51:19: Ich habe kürzlich gelesen von Citizen Science Projekten.

00:51:22: ich weiß nicht wie du zu sowas stehst.

00:51:24: Ist das für dich einen Ansatz wo man so ne Selbstwirksamkeit erfahren kann?

00:51:28: Ja, Selbstwirksamkeit ist ganz wichtig weil dir der Versuch Persönlich die Welt zu retten, der zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist.

00:51:36: Keiner von uns kann alleine die Welt retten.

00:51:39: also es ist nicht möglich.

00:51:40: man denkt das dann so.

00:51:41: aber da bist du plötzlich ein Klimakleber der sich auf der Straße festgeklebt hat mit den richtigen Zahlen im Kopf und sich wundern darüber dass alle Leute einen blöd finden.

00:51:49: Also das ist das Problem.

00:51:51: Die haben ja inhaltlich recht gehabt Aber die Methode war falsch.

00:51:54: Die Selbstermächtigung würde ich das vielleicht sogar nennen, ist ganz wichtig.

00:51:58: Citizen Science ist ein guter Weg dazu aber du kannst es auch im Kleineren machen und darf sich nur nicht verzetteln bei der Idee Ich muss die Welt retten.

00:52:07: Es reicht wenn jeder eine Kleinigkeit tut.

00:52:10: Jeder kann in seinem Garten auf seinem Balkon oder vielleicht auf der Schulwiese ein kleines Biotop einrichten.

00:52:17: Meine Frau hat vor ein paar Monaten angefangen, jeden Tag ein Stück Müll aufzusammeln nach so einer traumatischen Stranderfahrung im Bali wo der Strand schlimmer aussah als eine deutsche Kippe.

00:52:25: Es war wirklich unfassbar.

00:52:26: Ja

00:52:27: Horror!

00:52:28: Und sie hat angefangen jeden Tag einen Stück Mülle aufzuzammeln.

00:52:31: ich habe erst wie ich halt zu bin meine Witze drüber gemacht und dann hab' ich auch angefangen das zu tun.

00:52:36: Das Interessante ist, wir wissen natürlich, dass wir damit die Müllflut nicht stoppen können.

00:52:42: Aber in meinem Kopf ist was passiert!

00:52:44: Ich fühle mich plötzlich nicht mehr machtlos – ich kann zwar die Welt nicht ändern aber ich kann definieren wer ich in dieser Welt sein will und ich möchte lieber einer sein der Müll aufsammelt als einer der Mülls wegwirft.

00:52:57: Und dieses Gefühl verändert tatsächlich die Perspektive, die man dann auf die Welt hat.

00:53:02: Dann gibt es noch etwas, was man evolutionsbiologisch herleiten.

00:53:06: Das ist die Macht des guten Beispiels.

00:53:08: Also jetzt mal kurz anecdotisch, wir haben euch am Strand... Wir haben einen pubertierenden Jung, zwei sogar und da sehen wir aus der Ferne wie er sich bürgt am Strand und ein Stück Plastikmüll aufhebt.

00:53:18: Da habe ich noch zu meiner Frau gesagt, lob ihn bloß noch?

00:53:20: Bloß!

00:53:21: Auf gar keinen Fallen

00:53:21: loben?!

00:53:22: Dann macht er das nie wieder als in einer Pubertät.

00:53:24: Das findet alles blödsinnig.

00:53:27: Aber das gibt es eben auch im Tierreich bei Ameisen zu beobachten aber auch beim Menschen Die Macht des Guten Beispieles.

00:53:36: Also wenn jeder für sich versucht, ein anständiger Mensch zu sein auch im Umgang mit der Artenvielfalt und der Natur dann entsteht ein positiver gesellschaftlicher Kipppunkt der tatsächlich zum Guten führen kann.

00:53:49: Das ist eine Mechanik die funktioniert und das wissen wir aus der Weltgeschichte weil alle großen Erzählungen ob es die Einführung der Demokratie war oder die Abschaffung der Sklaverei das hat immer so funktioniert.

00:54:01: Es gab eine Idee Die Idee war gut, sie hat viele Menschen überzeugt und wenn viele Menschen mitgegangen sind dann ist das Undenkbare plötzlich möglich geworden.

00:54:11: Denn man darf nie vergessen die Sklaverei zum Beispiel.

00:54:13: über die gesamte Dauer der menschlichen Zivilisation gab es keine Hochkultur ohne Sklaverei und jeder Mensch in dieser Zeit hätte dir gesagt ohne Sklaven geht es ja nicht.

00:54:23: wer soll denn dann die Arbeit machen?

00:54:25: also Früher undenkbar, dass es Gesellschaften ohne Sklaven gibt.

00:54:30: Bis dann jemand auf die Idee kam dem eine andere Erzählung entgegenzusetzen William Wilberforce in Großbritannien.

00:54:36: der sagte ja aber wir haben ne andere Erzählung die lautet alle Menschen sind gleich Und diese Erzählung war noch attraktiver und übrigens wenn ich das noch sagen darf Die die Verteidigungsreden des sklavenhalter die klangen ungefähr so Wenn wir keine Sklaven mehr haben dürfen, werden unsere Produkte teurer.

00:54:56: Unsere Konkurrenzfähigkeit nimmt ab.

00:54:58: im internationalen Wettbewerb hat unser Land da einen Nachteil und außerdem haben wir das schon immer gemacht.

00:55:03: Kommen irgendjemanden diese Argumente bekannt vor?

00:55:06: Nicht drauf hören!

00:55:08: Sie waren schon immer falsch.

00:55:10: Das ist ein perfekter Punkt.

00:55:12: ich habe kürzlich einen Beitrag gelesen wo es auch in einem ähnlichen wording ging und irgendjemann sagte nur dazu Eat Meat, Set the Butcher.

00:55:22: Also ein System zu erhalten und das zu propagieren, dass man das möglichst lange erhalten sollte nützt ja auch nicht jedem sondern nützst erst mal dem der sagt behaltet dieses System möglichst lang dabei.

00:55:35: Das ist glaube ich ein super wichtiger Impuls.

00:55:39: Ich habe kürzlich gelesen von einem Projekt aus China Dass sich damit beschäftigt Auszugleichen das durch ihre Pestizide Bienen gestorben sind und dass die Obstgärten oder bestimmte Obstgerden bestäubt werden mussten durch Menschen, weil es durch die Insekten nicht mehr passiert.

00:56:00: Ich glaube das ist eine Art von Zukunft, die dystopische Züge hat, die vielen anderen positiv Beispielen von sagen wir mal, dass es weiter läuft und man die Natur weiter erhält entgegensteht.

00:56:27: Entgegen diesem Beispiel was ich jetzt aus China genannt habe.

00:56:30: Sind dir Beispiele begegnet?

00:56:31: Sind dir Bewegungen begegnete, die positiv erzählen wie man es geschafft hat im globalen Süden beispielsweise degradierte Flächen wieder zum Leben zu erwecken oder Tiere zu einer Rückkehr zu bewegen.

00:56:45: Du hast ja von den Wolves sogar schon genannt.

00:56:47: das ist eigentlich schon mal ein kleines Beispiel aber Erika kommt dir da was in den Kopf

00:56:51: Ganz viel.

00:56:52: Also ich möchte erst mal was aus China deiner Erzählung entgegenstellen, also zum Beispiel gibt es da um die Taklamataren und Gobiwüste.

00:56:59: wir reden ja über die größten einige der größten Wüsten in der Welt.

00:57:02: China ist ein Wüstestaat was die meisten Menschen gar nicht so im Kopf haben, deren Riesenproblem mit der Ausbreitung der Wüste.

00:57:09: Die haben dort Milliarden Bäume gepflanzt um die Ausbreitung der Wüsten zu stoppen und zwar mit großem Erfolg.

00:57:16: Es gibt ein ähnliches Projekt, The Great Green Wall genannt in der Sahelzone, um die ausbreitung von Wüstern zu stopmen.

00:57:24: Und noch viel ermutigender sind zum Beispiel Projekte nationale Projekten wie Costa Rica.

00:57:29: Ein Land ist früher genau wie die anderen Länder dort ich glaube Bananen und Kaffee im Großteil der Regenwälder schon abgeholt hatte.

00:57:36: Die Natur war schon weitgehend zerstört.

00:57:38: heute Stehen mehr als ein Viertel der Flächen des ganzen Landes unter Naturschutz und das steht sogar in der Verfassung des Landes.

00:57:46: Costa Rica nähert sich der hundert Prozentquote bei erneuerbaren Energien, und das Land ist so wohlhabend wie niemals zuvor.

00:57:54: also da ist aus dem Konzept.

00:57:56: wir steigen aus aus dem gelernten Muster der industriellen Produktionen und versuchen etwas Neues ein ökonomisches Erfolgsmodell geworden.

00:58:06: und solche Beispiele gibt es in ganz vielen Regionen überall auf der Welt.

00:58:11: Und das ist auch der Grund dafür, warum ich immer noch optimistisch bin und warum ich nach wie vor sage wir haben mehr Lösungen als Probleme.

00:58:17: Das ist tatsächlich so!

00:58:18: Wir wissen wie es geht, wir haben auch ausreichend Beispiele dafür.

00:58:23: Wir müssen sie nur noch eben auf globalen Maßstab umsetzen.

00:58:26: Oder guckt ihr auch unser Land Deutschland an?

00:58:28: Also in den vergangenen Jahren über sechzig Prozent des Stroms kommt außer erneuerbaren Quellen, als ich ein Kind war wir durften auch nicht den Fuß in die Elbe halten und wenn wir mal einen Al gerangelt haben dann hatte der mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Krebsgefühl am Maul weil die Belastung mit Schwermetallen so groß war.

00:58:42: heute werden wieder Lachse in der Elbe angesiedelt Wenn ich in Strand Pauli, in der Strandbar sitze am Hafen.

00:58:47: Wenn ich Glück habe, ziehe ich einen Adler über mir kreisen und auf den Inseln vor der Hafeneinfahrt Hamburgs liegen wieder Robben.

00:58:54: Es sind unvorstellbare Erfolge die wir haben, die wir aber oft nicht miterzählen weil wir immer... Wir sind so geeicht darauf immer diese negativen Erzählungen in den Vordergrund zu heben Aber das sind alles Dinge die zeigen was möglich ist wenn wir nur wollen.

00:59:08: Ich nehme mir fest Voröffentlichkeitswirksamkeit bei meinen Badebesuchern als dazu.

00:59:13: Das ist ein guter Punkt.

00:59:17: Ich paddle immer auf der Hals, da ich bin am Paddelverein.

00:59:19: Auf

00:59:19: gar keinen Fall bin ich da reingegangen?

00:59:21: Ja, niemand von uns ist da reingerangt und jetzt kann es einem Sommertag, wenn ich richtig ein bisschen Training mache in meinem Boot muss ich richtig gucken dass sich keine Baden dann überfahre.

00:59:29: Also so hat sich's verändert.

00:59:32: Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht im Sommer in der Alster-Schwind zu gehen und alle sagen immer noch... Das ist ja mega ekelig und ich sage, es ist vielleicht noch nicht das sauberste Wasser der Welt.

00:59:41: Aber ich kann da problemlos baten!

00:59:43: Ja er hat Badequalität.

00:59:44: Es sieht nicht so schön aus weil es voller Sediente ist aber die sind ja nicht schädlich.

00:59:48: Lieber Dirk, es war eine große Freude unheimlich interessant und ich wünsche dir sehr viel Erfolg mit all den Projekten wie du hast, mit der Foundation und schaue weiterhin gerne zu bei allem was du machst.

00:59:59: Vielen Dank dass du dabei warst, hat große Freuden gemacht.

01:00:02: Danke schön dass ich dabei sein durfte.

01:00:03: bis bald!

01:00:07: Der neuen Staffel von Die Anstifte.

01:00:09: Eine Welt, viele Wege!

01:00:11: Ein Podcast der Servicestelle für Stiftung und Philanthropie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – kurz BMZ.

01:00:22: Produziert wird der Podcast vom Studio ZX ein Unternehmen des

01:00:25: Zeitverlags.

01:00:26: Mein Name ist Jonas Ross und ich freue mich wenn sie auch das nächste Mal wieder mit dabei sind.

01:00:30: Herzlichen Dank

01:00:31: fürs Zuhören

01:00:32: bis bald.

01:00:39: Dann schreiben Sie uns an www.stiftung-engagement-global.de.

01:00:45: Weitere Infos finden sie auch in den Shownots jeder Podcast Folge.

01:00:48: Dort verlinken wir Ihnen auch die wichtigsten Quellen zu dieser Folge.

01:00:52: Wenn Ihnen der Podcast gefällt, bewerten Sie ihn gerne und abonnieren Sie ihn um keine weitere Folge zu verpassen.

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